Wegen guter E-Auto-Absätze: Kfz-Gewerbe korrigiert Prognose

Wegen guter E-Auto-Absätze: Kfz-Gewerbe korrigiert Prognose
Copyright:

g215 / Shutterstock / 328551347

Tobias Stahl
Tobias Stahl
  —  Lesedauer 3 min

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) rechnet für das laufende Jahr mit einem spürbaren Wachstum bei Elektroautos und korrigiert deshalb seine Jahresprognose nach oben. Für 2026 prognostiziert der Verband rund 817.000 neue vollelektrische Fahrzeuge und somit 109.000 mehr als noch zum Jahreswechsel. Das wären 272.000 Einheiten mehr als im vergangenen Jahr (545.000). Das geht aus einer Halbjahresumfrage unter knapp 400 überwiegend kleinen und mittelgroßen Autohäusern und Werkstätten hervor, heißt es in einer Mitteilung.

Der ZDK erwartet zudem rund 366.000 neue Plug-in-Hybride in diesem Jahr, sodass 2026 insgesamt knapp 1,2 Millionen Fahrzeuge mit Elektromotor neu zugelassen werden dürften. Der Zuwachs bei den elektrischen Antrieben soll dabei auf Kosten der Verbrenner gehen: Die ZDK-Prognose für den Pkw-Gesamtmarkt bleibt mit rund 2,95 Millionen Neuzulassungen unverändert.

ZDK-Präsident Peckruhn: Kaufprämie allein kann den E-Auto-Hochlauf nicht nachhaltig stützen

Als besonders dynamisch beschreibt der ZDK die Entwicklung auf dem privaten E-Auto-Markt: Der Verband erwartet hier über 370.000 Neuzulassungen – und somit etwa doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Als Treiber nennt der ZDK die neu aufgelegte E-Auto-Kaufprämie, ein breiteres Modellangebot und gestiegene Kraftstoffpreise.

„Der E-Auto-Markt gewinnt deutlich an Akzeptanz und Nachfrage“, sagt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. „Die Kaufprämie setzt dabei erkennbare zusätzliche Impulse und trägt dazu bei, die Nachfrage gerade bei privaten Kunden anzureizen.“

In der gleichen Mitteilung dämpft der ZDK allerdings auch die Erwartung, dass die Förderung allein für einen nachhaltigen Markthochlauf sorgen könnte. „Entscheidend ist, dass Elektroautos beim Kauf und bei den laufenden Kosten bezahlbar sind“, so Peckruhn. Gestützt wird diese Auffassung durch eine vom ZDK beauftragte Befragung der puls Marktforschung unter Kaufinteressierten: Demnach ist ein batterieelektrisches Auto für 36 Prozent der konkreten Kaufplaner bereits die erste Wahl, gleichzeitig gewinnen der Anschaffungspreis sowie die Strom- und Kraftstoffkosten an Bedeutung. Auch praktische Erfahrungen spielen offenbar eine große Rolle: 80 Prozent der BEV-interessierten Kaufwilligen möchten ein E-Auto vor dem Kauf mehrere Tage im Alltag testen. Rund ein Drittel der Befragten sieht noch Lücken bei der Ladeinfrastruktur, ein weiteres knappes Drittel traut sich kein Urteil über das öffentliche Ladeangebot zu.

Trotz spürbarem Wachstum bei der Elektromobilität bleibt die Lage angespannt

Trotz positiver Signale im Bereich Elektromobilität bleibt die wirtschaftliche Lage der Fahrzeughändler und Werkstätten angespannt, warnt der ZDK. 44 Prozent der Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage schlechter oder eher schlechter als zu Beginn des Jahres, lediglich 18 Prozent registrieren eine Verbesserung. Mit Blick auf die Umsatzerwartungen rechnen 45 Prozent mit einer Verschlechterung, 22 Prozent mit einer Verbesserung. Zu den Belastungen zählt der Verband höhere Kosten, geringe Margen, regulatorische Auflagen und die insgesamt zurückhaltende Nachfrage. Das Reparatur- und Wartungsgeschäft zeigt sich indes robuster: Rund 45 Prozent der Betriebe melden eine unveränderte Auftragslage, etwa 26 Prozent eine Verbesserung. Knapp 30 Prozent der Werkstätten berichten von einer verschlechterten Auftragslage.

Der ZDK hat die Ergebnisse seiner Halbjahresumfrage rund eine Woche vor Beginn der Fachmesse Automechanika in Frankfurt veröffentlicht. Auf der Messe zeige sich, wie stark sich der Aftermarket verändere, meint ZDK-Präsident Peckruhn: „Neue Antriebe, Digitalisierung und intelligente Werkstattlösungen stellen die Betriebe vor neue Aufgaben.“

Quelle: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe – Pressemitteilung vom 01.09.2026

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Tobias Stahl

Tobias Stahl

Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Autohandel

Smart #2: Händler berichten von außergewöhnlichem Ansturm

Smart #2: Händler berichten von außergewöhnlichem Ansturm

Daniel Krenzer  —  

Der neue Smart #2 sorgt offenbar für einen Bestellansturm. Der elektrische Zweisitzer lockt mit günstigen Leasingraten und 290 km Reichweite.

Agora warnt vor E-Auto-Prämie für Gebrauchte

Agora warnt vor E-Auto-Prämie für Gebrauchte

Daniel Krenzer  —  

Agora Verkehrswende warnt vor Kaufprämien für gebrauchte Elektroautos. Händler und Autovermieter fordern dagegen eine Förderung junger Gebrauchter.

Hohe Laufleistung: Gebrauchte E-Autos robuster als Benziner

Hohe Laufleistung: Gebrauchte E-Autos robuster als Benziner

Daniel Krenzer  —  

Eine britische Auswertung von 47,4 Millionen Hauptuntersuchungen zeigt: E-Autos schneiden bei hoher Laufleistung deutlich besser ab als Benziner.

Händler wenden sich offenbar von Stellantis ab

Händler wenden sich offenbar von Stellantis ab

Daniel Krenzer  —  

Bei Stellantis zögern Händler offenbar bei neuen Verträgen. Die Probleme reichen von Vertrauensverlust bis zu Absatz- und Markenproblemen.

Audi unterbindet AUDI-Verkauf in Deutschland

Audi unterbindet AUDI-Verkauf in Deutschland

Daniel Krenzer  —  

Audi geht gegen Parallelimporte seiner China-Modelle E5 Sportback und E7X vor. Der Verkauf in Europa wurde gestoppt.

Alte E-Autos: Sehr teure Reparaturen möglich, aber selten

Alte E-Autos: Sehr teure Reparaturen möglich, aber selten

Daniel Krenzer  —  

Mit zunehmendem Alter können auch E-Autos teure Reparaturen benötigen. Das Risiko bleibt dennoch überschaubar.