Test: 10.000 Kilometer im Xpeng G6 Standard Range

Test: 10.000 Kilometer im Xpeng G6 Standard Range
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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 5 min

Unser Redakteur hat einen Xpeng G6 Standard Range für drei Jahre geleast und berichtet hier regelmäßig von seinen Langzeiterfahrungen mit dem chinesischen Elektroauto. Die ersten knapp 10.000 Kilometer sind inzwischen absolviert, sodass sich ein weiteres Zwischenfazit anbietet. Es handelt sich um das inzwischen abgelöste Modell mit 66 kWh Netto-Akkukapazität, 190 kW (258 PS) starkem Antrieb am Heck sowie 215 kW maximaler Ladeleistung. Eine erste Zwischenbilanz nach 3000 Kilometern mit generellen Stärken und Schwächen ist unter diesem Link nachzulesen.

Der Winterverbrauch

Der Sommerverbrauch von 18 kWh für Autobahnfahrten inklusive Ladeverlusten ließ sich erwartungsgemäß im Winter nicht halten, doch bei gleicher Fahrweise (120 bis 130 km/h Reisegeschwindigkeit bei eher hoher Baustellendichte) blieb sie je nach Witterung mit 19 bis 22 kWh absolut im Rahmen. Die ursprüngliche Kalkulation, auch bei strenger Kälte mindestens 250 Kilometer ohne Zwischenladen auf diese Art unterwegs sein zu können, ging also problemlos auf.

Bei entsprechender Vorkonditionierung werden auch mit dem kleinen Akku auch bei Kälte leicht Ladeleistungen von 150 kW und mehr erreicht, die Ladedauer verlängert sich im Winter so kaum spürbar und ist schon beim alten Modell schnell genug, um auch auf längeren Strecken gut voranzukommen. Beim Nachfolger ist dies – bei entsprechend leistungsstarker Ladeinfrastruktur – mit Ladeleistungen von bis zu 382 kW gar kein Thema mehr.

Da das Fahrzeug auch mal ins Mittelgebirge bewegt wird, ist es mit Sommer- und Winterkompletträdern statt einer Ganzjahreslösung ausgestattet. Ein Nachteil des älteren Modells ist dabei, dass nur 20-Zöller ohne Sonderabnahme verwendet werden können. Dies hat den Preis für neue Winterkompletträder auf knapp 2500 Euro brutto hochgetrieben, beim Nachfolger dürfen auch 18-Zöller montiert werden, was diese Zusatzkosten ein ganzes Stück reduziert. Die Sensoren für den Reifendruck stellen sich nach dem Reifenwechsel nach gut einer Viertelstunde Fahrt selbst ein.

Daniel Krenzer

Was am Xpeng G6 begeistert

Wie die Elektroautos von Tesla sind diejenigen von Xpeng mit einem klaren Fokus auf Software und KI-Assistenz konzipiert. Das ist nicht jedermanns Sache, doch wer sich an solch modernen Autos erfreut, der kommt auch mit dem G6 voll auf seine Kosten. Nach einer ersten Eingewöhnungsphase sitzen inzwischen die Sprachbefehle sicher, sodass der kleine Assistent fast alle unterwegs anfallenden Einstellungswünsche nach einem kurzen „Dialog“ wie gewünscht anpasst, ohne dass auch nur irgendein Knopf betätigt werden müsste. Entsprechend geordnet geht es im Cockpit zu. Die teils kritisierte Ablenkbarkeit durch die Bedienung am Touchscreen in der Mitte ist überhaupt nicht gegeben, wenn man sich auf die Sprachsteuerung entsprechend einlässt.

Allzu viele Schneefahrten hat der G6 im Winter nicht erlebt, auf den kurzen Abschnitten verhielt er sich aber trotz des Hinterradantriebs auch an Steigungen sicher und souverän. Auch auf nassen Straßen gab es keinerlei Auffälligkeiten, allerdings wird der G6 von unserem Redakteur auch nicht allzu forsch bewegt. Als großartig hat sich gerade im Winter die App erwiesen, mit der sich das E-Auto vorheizen, lüften oder mal eben selbstständig aus dem Matsch herausfahren lässt. Zudem hat seit der Anschaffung des Fahrzeugs ein OTA-Software-Update dafür gesorgt, dass die Fahrassistenten deutlich angenehmer und kooperativer arbeiten. Echtes One Pedal Driving gibt es zwar immer noch nicht, wird von Xpeng aber für eines der kommenden Updates angestrebt.

Zudem lassen sich per App sogenannte XCombos einstellen, also individuelle Konfigurationen für alle möglichen Situationen. So hat sich unser Redakteur eingerichtet, dass die seitlichen Kameras mit Blick auf die Felgen immer automatisch aktiviert werden, wenn das Elektroauto weniger als 20 km/h schnell fährt. Zudem ploppt beim Einsteigen ein Pop-up-Fenster auf, mit dem sich nervige Pieps-Assistenten mit einem Klick deaktivieren lassen. Außerdem wird bei jedem Fahrzeugstart die Luft im Innenraum für fünf Minuten gereinigt – vielleicht ist das der Grund dafür, dass in inzwischen mehr als neun Monaten innen noch nicht einmal Staub gewischt werden musste, weil sich schlichtweg keiner auf der Armatur, an den Türen und weiteren Flächen absetzt.

Neuer G6 (links) und alter G6 (rechts) / Daniel Krenzer

Was am Xpeng G6 stört

Große Probleme gab es mit dem G6 bislang nicht, aber ab und zu fallen Kleinigkeiten auf, ohne die das Erlebnis noch besser wäre. So sind die hinteren Bremsbeläge im Vergleich zur Bremsscheibe doch ziemlich klein, was im Winter zu unschönen Flugrosträndern an den Scheiben führt. Außerdem bildet sich im Bereich der vorderen Sensoren hinter der Windschutzscheibe hin und wieder Kondenswasser, was dann zu kurzzeitigen Ausfällen der darauf angewiesenen Assistenzsysteme wie vor allem den Tempomaten und das autonomisierte Fahren führt.

Der Sentry-Mode, mit dem per App die Überwachung des Fahrzeugs aktiviert werden kann, ist an sich eine super Sache, wenn das Fahrzeug im öffentlichen Raum abgestellt wird. Sollte es zu einem Türrempler oder gar Parkschaden mit Unfallflucht kommen, kann dank der Aufnahmen der Verursacher ausfindig gemacht werden. Allerdings ist das System in der mittleren Einstellung bereits etwas übersensibel und löst regelmäßig einen Fehlalarm aus. Auf den Videobildern ist dabei kein Auslöser dafür zu erkennen, vielleicht lag es an einem Schattenwurf, vielleicht an einem Insekt. Auf jeden Fall ist es jedes Mal unangenehm, am Smartphone einen Vorfall gemeldet zu bekommen und unnötig alarmiert zu werden. Übrigens zieht dieser Modus etwa 5 Prozent Akku pro 24 Stunden, sollte also eher nicht dauerhaft verwendet werden.

Xpeng-App, Hauptmenü (links) und typische Winterfahrt in Zahlen (rechts) / Screenshots: Daniel Krenzer

Fazit

Der Xpeng G6 erfüllt weiterhin alle Erwartungen und übertrifft sie teilweise, mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis ist schon das alte Modell eine sehr gute Wahl – beim neuen Modell kommen für den gleichen Preis wie bislang noch Extras wie eine Massagefunktion sowie ein digitaler Rückspiegel sowie die enorm verbesserte Ladeperformance hinzu. Die bislang aufgetretenen kleineren Schwächen sind kaum der Rede wert. Doch im Sommer warten große Herausforderungen: Nach der ersten Inspektion im Juni soll im August eine Urlaubsfahrt mit mehr als 1000 Kilometern einfache Entfernung absolviert werden. Unser Redakteur wird hier berichten, wie gut sich dies mit der kleinen Akkuvariante bewerkstelligen lässt.

Transparenz-Hinweis: Unser Redakteur nutzt den Xpeng G6 Standard Range in einem Gewerbeleasing mit dafür üblichen und regulären Konditionen (Leasingfaktor 1,01) und wird von Xpeng nicht für die Berichterstattung über das Fahrzeug bezahlt oder anderweitig entschädigt. 

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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