Denza Z9GT im Test: Starker Auftritt mit kleinen Schwächen

Denza Z9GT im Test: Starker Auftritt mit kleinen Schwächen
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Denza

Wolfgang Gomoll
Wolfgang Gomoll
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Schnittig schaut er aus, der Denza Z9GT. James Bond hätte sicher seine Freude an dem Shooting Brake, wenn der britische Geheimagent wieder einmal den Schurken das Handwerk legt. Da passt es doch ins Bild, dass BYDs Premiumtochter Denza James Bond als Werbegesicht für die globale Expansion verpflichtet hat. Sicher nicht ganz günstig. Bevor man den ganzen Globus erobert, muss man jedoch erst in Deutschland erfolgreich sein.

Und da war es für BYD nicht immer einfach. Die Ambitionen waren groß, die Verkaufszahlen ernüchternd. Jetzt wittert der chinesische Autobauer Morgenluft und verkündet stolz, dass man im Mai bei den Plug-in-Hybrid-Zulassungen mit 4290 Fahrzeugen und 15,35 Prozent Marktanteil Marktführer sei. Damit das kein Strohfeuer bleibt, lanciert der chinesische Autobauer seine Premiummarke Denza und legt ab August mit dem Z9GT los. Bis Ende 2027 sollen insgesamt acht Modelle nach Deutschland kommen. Unter anderem das schnittige Cabrio Z1, der Van D9 und der Geländewagen Bao 5 (B5).

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Umso wichtiger ist es, dass der erste Auftritt gelingt. Der Denza Z9GT steigt gegen den Porsche Taycan Turbo S Sport Turismo, den Polestar 5 Performance und bald auch das Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé in den Ring. Die Leistungsdaten passen schon mal: Dank maximal 850 kW / 1156 PS sprintet der Denza in 2,7 Sekunden von null auf 100 km/h und ist bis zu 270 km/h schnell. 5

Technisch haben die Ingenieure beim Denza ins oberste BYD-Konzernregal gegriffen. Der Stromer basiert auf der e³-Plattform, und auch das Karosseriesteuerungssystem „DiSus Intelligent Body Control“ ist an Bord. Das Fahrwerk besteht aus einer Doppelquerlenker-Vorderachse, einer Mehrlenker-Hinterachse sowie einer Zweikammer-Luftfeder. Um den höheren Geschwindigkeiten auf deutschen Autobahnen gerecht zu werden, senkt sich die Karosserie ab 120 km/h ab..

DenzaDenza Z9GT im Test: Starker Auftritt mit kleinen Schwächen

Auf der Landstraße zeigt der Denza, was er kann

So weit, so gut. Doch die Adaption auf den europäischen Geschmack ist nicht ganz konsequent zu Ende geführt. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, auch wenn die Unterschiede in den Fahrmodi Eco, Schnee, Normal und Sport spürbar sind. Auch, dass man sich sein eigenes Dynamikmenü zusammenstellen kann, ist beim Denza Z9GT nicht möglich. Technisch machbar ist so eine Individual-Einstellung ohne Weiteres. Die Lenkung spricht aus der Mittellage sehr direkt an, was das Fahrverhalten gerade bei hohen Geschwindigkeiten nervös wirken lässt. Zudem sind die Rückstellkräfte ziemlich hoch – vor allem in der Sport-Einstellung.

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Beim Allradantrieb setzt Denza beim Z9GT auf ein Elektro-Motor-Dreieck: Zwei E-Maschinen an der Hinterachse mit jeweils 310 kW / 422 PS verteilen die Kraft radselektiv. Vorne kommt eine weitere mit 230 kW / 313 PS zum Einsatz. Dort wird das Torque Vectoring mit Bremseingriffen unterstützt. Das Konzept geht auf. Gerade auf Landstraßen hat man mit dem chinesischen E-Shooting-Brake viel Spaß. Das liegt auch an der Hinterachslenkung, die die Räder im normalen Fahrbetrieb um bis zu 10 Grad einschlagen lässt. Das kaschiert den Radstand von 3,12 Metern und resultiert in einem Wendekreis von weniger als 9,50 Metern. Das hilft in engen Straßen.

Der Denza agiert gutmütig, ist aber nicht so agil wie ein Porsche Taycan. Irgendwann macht sich das stattliche Gewicht von rund 2,9 Tonnen bemerkbar. Zum einen an den Fahrleistungen, die trotz des Leistungsvorteils gegenüber den Konkurrenten in etwa auf demselben Niveau sind, und zum anderen bei engen Kurven, die man ambitioniert nehmen will.

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Bei der Rekuperation hat man die Wahl zwischen zwei Einstellungen. One-Pedal-Fahren ist nicht möglich. „Das wird von den chinesischen Kunden nicht gewünscht“, heißt es bei Denza. Das dürfte bei einigen europäischen Autofahrern nicht so gut ankommen. Stattdessen findet man im Untermenü Spielereien wie die Panzerwende oder das Einparken mit querstehenden Rädern. Sicher ganz witzig, imposant an der Eisdiele und bei ultraengen Parklücken sogar hilfreich, aber so wird man schnell zum besten Freund des Reifenhändlers.

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Bei den Assistenzsystemen leistet sich Denza leichte Schwächen. Das verwundert etwas, wenn man bedenkt, wie beeindruckend die Basisversion von BYDs autonomen Fahrhelfer God’s Eye in China agiert. Und da ist kein LiDAR-Sensor verbaut, wie das auf dem Dach des Z9GT der Fall ist. Der ICC (Intelligent Cruise Control / intelligenter Tempomat), der den Fahrer im Kolonnenverkehr unterstützt, agiert unharmonisch. Auch die Verkehrszeichenerkennung offenbart Probleme. So zeigte sie in einer Tempo-50-Zone unbeirrt 10 km/h an. Auf der Autobahn waren es dann 70 km/h. Allerdings haben auch andere Hersteller mit dieser Technik zu kämpfen.

Beim Laden setzt der Denza Z9GT neue Maßstäbe

Eine Stärke des Denza Z9GT ist definitiv das Laden. Denn der Shooting Brake beherrscht als erstes europäisches Modell das ultraschnelle Flash Charging. In China ist bei einer Ladeleistung von bis zu 1500 kW die 122,49-Kilowattstunden-Batterie des Denza Z9GT in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent geladen und in nur neun Minuten von zehn auf 97 Prozent. In Europa sind aktuell 1000 kW möglich. Aber auch das stellt alle anderen Hersteller in den Schatten.

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Damit die Denza-Kunden in den Genuss des Geschwindigkeitsvorteils kommen, will der chinesische Autobauer bis Ende des Jahres 300 Flash-Charger in Deutschland installieren. „Das ist der Game-Changer für den deutschen Markt“, ist sich BYD-Deutschland-Chef Lars Bialkowski sicher. Aber auch an „normalen“ Schnellladesäulen schlägt sich der Denza Z9GT ziemlich beeindruckend, wie wir an einer 300-kW-DC-Säule feststellen konnten.

Los ging es bei 18 Prozent Ladestand. Wie von Denza-Deutschlandchef Klaus Hartmann versprochen, hielt der Denza lange die 300-kW-Leistung, erst jenseits von 90 Prozent SoC ging die Leistung langsam nach unten und betrug bei 99 Prozent immer noch 53 kW. Letztendlich sind 82 kWh in 21,27 Minuten in den Stromspeicher geflossen und haben die Batterie vollständig geladen. Nicht nur bis 80 Prozent. Das Display meldete auch prompt die Maximalreichweite von 600 Kilometern. Gegen Ende des Jahres schiebt Denza eine Version des Z9GT mit Hinterradantrieb nach, die dann 800 Kilometer schaffen soll.

Gänzlich unkompliziert. Nur eine Ausstattungsvariante für den Elektro-Tourer

Das Interieur gehört zu den Stärken des Denza Z9GT. Die Materialien fühlen sich wertig an und die Verarbeitung ist gut. Beim Denza Z9GT setzt BYD auf ein breites Display-Ensemble: ein 13,2-Zoll großes digitales Kombiinstrument, einen 17,3-Zoll großen 2,5K-Zentralbildschirm, einen 13,2-Zoll großen Beifahrermonitor und ein Head-up-Display. In den Menüs findet man sich schnell zurecht. Dass Apple CarPlay und Android Auto möglich sind, ist gut, da das Denza-eigene Navigationssystem nicht über alle Zweifel erhaben ist. Das Infotainment leistet sich vermeidbare Schwächen: Zum Beispiel fehlen DAB-Radiosender und die Navigationsanzeigen werden nicht im Head-up-Display angezeigt.

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Trotzdem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis mehr als gut. Der Denza Z9GT kostet 115.000 Euro. Es gibt ihn nur in einer Ausstattungsvariante. Zum Vergleich: Beim Porsche Taycan Turbo S Sport Turismo sind mindestens 211.900 Euro fällig, beim Audi RS e-tron GT performance sind es 160.500 Euro, und der Polestar 5 Performance liegt mit 141.600 Euro auch über dem Denza.

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Wolfgang Gomoll

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Wolfgang Gomoll beschäftigt sich mit dem Thema Elektromobilität und Elektroautos und verfasst für press:inform spannende Einblicke aus der E-Szene. Auf Elektroauto-News.net teilt er diese mit uns. Teils exklusiv!

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