Warum Tesla nicht mehr „nur“ vom Autogeschäft lebt

Warum Tesla nicht mehr „nur“ vom Autogeschäft lebt
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Für Tesla markiert das Geschäftsjahr 2025 einen Einschnitt. Erstmals seit Jahren weist der US-Elektroautohersteller einen rückläufigen Jahresumsatz aus, zugleich hat sich auch der Gewinn innerhalb kurzer Zeit deutlich verringert. Während das Unternehmen operativ weiterhin profitabel arbeitet und einzelne Quartale die Erwartungen des Marktes erfüllen, zeigt der Blick auf das Gesamtjahr eine wachsende Diskrepanz zwischen ambitionierter Zukunftserzählung und den realen Entwicklungen im Autogeschäft.

Im Gesamtjahr 2025 sank der Umsatz um drei Prozent auf rund 78,7 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel der Rückgang im Kerngeschäft aus. Die Erlöse mit Autos gingen um zehn Prozent auf 57,7 Milliarden Euro zurück und erreichten damit den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Parallel dazu verzeichnete Tesla bereits zum zweiten Mal in Folge sinkende Auslieferungen. Mit rund 1,6 Millionen ausgelieferten Autos lag der Absatz um etwa 8,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Den bisherigen Höchststand hatte das Unternehmen 2023 mit etwas mehr als 1,8 Millionen Einheiten erreicht. Der Nettogewinn brach im Jahresvergleich um mehr als ein Viertel auf rund 4,8 Milliarden Euro ein und hat sich damit binnen zwei Jahren mehr als halbiert.

Besonders sichtbar wurden diese Belastungen im vierten Quartal. Zwischen Oktober und Dezember lieferte Tesla weltweit rund 418.000 Autos aus, was einem Rückgang von gut 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Umsatz aus dem Autogeschäft sank auf etwa 14,7 Milliarden Euro, nachdem im dritten Quartal noch rund 17,6 Milliarden Euro erzielt worden waren. Beim Ergebnis fiel der Einschnitt noch deutlicher aus. Der Quartalsüberschuss lag bei umgerechnet 697 Millionen Euro und rutschte damit klar unter die Milliardenmarke. Abgesehen von einem einzelnen Krisenquartal war dies der niedrigste Wert seit mehreren Jahren. Die operative Marge stabilisierte sich zwar bei knapp sechs Prozent, blieb damit jedoch weit entfernt von den zweistelligen Margen früherer Jahre.

Zu den Ursachen zählen sowohl externe als auch unternehmensinterne Faktoren. In den USA lief Ende September die Steuergutschrift für Elektroautos in Höhe von umgerechnet 6225 Euro aus. Viele Kaufentscheidungen wurden dadurch vorgezogen, was den Markt im vierten Quartal spürbar abkühlte. Gleichzeitig nahm und nimmt der Wettbewerbsdruck weiter zu, insbesondere durch neue Modelle aus China, die zunehmend auch in Europa Marktanteile gewinnen. Hinzu kommen Reputationsprobleme: Der öffentliche Auftritt von Elon Musk und sein politisches Engagement im Umfeld der US-Regierung unter Donald Trump haben das Markenbild belastet und nach Einschätzung von Branchenbeobachtern Kaufzurückhaltung ausgelöst, vor allem in Europa.

Das dritte Quartal als kurzfristige Stabilisierung

Vor diesem Hintergrund wirkt das dritte Quartal wie ein relativer Lichtblick, ohne die strukturellen Probleme zu überdecken. Tesla erzielte in diesem Zeitraum einen operativen Gewinn von rund 1,16 Milliarden Euro und übertraf damit leicht die Markterwartungen von etwa 1,08 Milliarden Euro. Der Umsatz belief sich auf knapp 20,8 Milliarden Euro. Das dritte Quartal profitierte dabei auch von vorgezogenen Käufen vor dem Auslaufen der US-Förderung, was den späteren Einbruch im Jahresverlauf mit erklärt.

Parallel zum rückläufigen Autogeschäft gewinnen andere Sparten an Bedeutung. Die Energiesparte mit stationären Speichern und Solaranlagen steigerte ihren Umsatz um 27 Prozent auf rund 10,6 Milliarden Euro. Auch Service- und sonstige Dienstleistungen wuchsen deutlich und erreichten etwa 10,4 Milliarden Euro, ein Plus von 19 Prozent. Diese Bereiche federn die Schwäche im Kerngeschäft ab, können sie bislang aber nicht vollständig kompensieren.

Strategische Verschiebung hin zu Software, KI und Robotik

Strategisch setzt Tesla zunehmend auf eine Zukunft jenseits des klassischen Autoabsatzes. Konzernchef Elon Musk verweist auf Robotaxis, Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren als zentrale Wachstumstreiber. Passend dazu kündigte Tesla an, rund 1,66 Milliarden Euro in das KI-Startup xAI zu investieren. Im Geschäftsbericht betont das Management die abgeschlossene Überarbeitung der Modellpalette rund um das Model Y, vermeidet jedoch konkrete Prognosen zu künftigen Auslieferungen.

Stattdessen richtet sich der Blick auf neue Produktionslinien, Robotaxi-Flotten in mehreren US-Städten sowie den Ausbau von Software-, Robotik- und Energiespeicheraktivitäten. Damit wird deutlich, dass Tesla seine wirtschaftliche Zukunft zunehmend in einem breiter aufgestellten Technologieansatz sucht, während das Autogeschäft vorerst unter Druck bleibt.

Quelle: Tesla

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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