BYD schnappt sich Teslas E-Auto-Krone

BYD schnappt sich Teslas E-Auto-Krone
Copyright:

BYD

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Es hat sich schon seit längerer Zeit angedeutet, nun ist es offiziell: BYD aus China hat den einstigen Branchenprimus Tesla als weltweit größten Elektroauto-Hersteller überholt. BYD hat im vergangenen Jahr 2,26 Millionen reine Elektroautos abgesetzt, wie es vor wenigen Tagen in einer Mitteilung an die Hongkonger Börse erklärte. Tesla hingegen musste 2025 den zweiten Rückgang der Auslieferungen in Folge hinnehmen, das Minus von 8,5 Prozent bedeutete nur noch knapp 1,64 Millionen verkaufte Fahrzeuge.

2024 hatte Tesla noch den Spitzenplatz inne, wenn auch knapp: Mit 1,79 Millionen ausgelieferten E-Autos gegenüber nur etwa 1,76 Millionen bei BYD lag Tesla im vorvergangenen Jahr noch vorne. Seinen bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten E-Autos erreicht, schon damals spürte Musk die Chinesen im Nacken.

BYD wurde 1995 gegründet und war ursprünglich auf die Batterieherstellung spezialisiert, Autos kamen 2003 hinzu. Der chinesische Konzern produziert so viel wie möglich inhouse und strebt mehr und mehr in die Exportmärkte, auch mit dem systematischen Aufbau von Produktionskapazitäten außerhalb Chinas, darunter auch mehrere Werke in Europa.

Tesla hingegen wurden zuletzt vor allem die als veraltet geltende Modellpalette, die Aufholjagd der anderen Autohersteller sowie die politischen Eskapaden von Firmenchef Elon Musk zum Verhängnis, was den einstigen Pionier viele Käufer kostete, Berechnungen zufolge sollen es mehr als eine Million sein. Auch die wiederholt leeren Versprechungen Musks zu neuen Produkten scheinen ihr übriges beizutragen.

Doch auch bei BYD läuft nicht alles rund: Das Absatzwachstum bei BYD verlangsamte sich 2025 auf 7,7 Prozent – der schwächste Wert der vergangenen fünf Jahre. Hintergrund sind der zunehmende Wettbewerbsdruck auf dem Heimatmarkt sowie ein schwindender technologischer Vorsprung. Auf das Gesamtjahr gerechnet stiegen die Verkäufe inklusive weiterer Antriebsarten wie Plug-in-Hybride dennoch auf 4,6 Millionen Fahrzeuge.

BYD setzt zunehmend auf Auslandsmärkte, um die Schwäche im Heimatmarkt auszugleichen. Die Verkäufe außerhalb Chinas stiegen 2025 auf einen Rekordwert von knapp 1,05 Millionen Fahrzeuge – ein Plus von 151 Prozent gegenüber 2024. Für 2026 peilt BYD einen Auslandsabsatz von bis zu 1,6 Millionen Fahrzeugen an. Rückenwind kommt dabei vor allem aus Europa, wo BYD deutlich schneller wächst als der US-Konkurrent und die meisten anderen Autohersteller.

Quelle: Stern – BYD mit 2,26 Millionen Verkäufen 2025 erfolgreichster E-Autobauer der Welt / Tagesspiegel – Absatz um 15 Prozent gesunken: Tesla verkauft im zweiten Jahr in Folge weniger E-Autos – und verliert Krone an BYD / Reuters – China’s BYD posts weakest sales growth in five years on headwinds at home

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in BYD Elektroautos

BYD: Festkörperakkus nicht in jedem E-Auto sinnvoll

BYD: Festkörperakkus nicht in jedem E-Auto sinnvoll

Daniel Krenzer  —  

BYD will in wenigen Jahren E-Autos mit Festkörperakku auf den Markt bringen, doch die brauchen dann vermutlich viele gar nicht (mehr).

BYD Dolphin Surf: Cleverer Stadtstromer mit Abstrichen

BYD Dolphin Surf: Cleverer Stadtstromer mit Abstrichen

Sebastian Henßler  —  

Viel Platz, solide Ausstattung und ein aggressiver Preis: Der BYD Dolphin Surf kostet aktuell 12.990 Euro. Was man dafür bekommt – und was nicht.

BYD verlängert E-Bonus bis Ende Juni

BYD verlängert E-Bonus bis Ende Juni

Maria Glaser  —  

BYD hat seine Rabattaktion von bis zu 21.000 Euro auf Elektroautos und Plug-in-Hybride bis Ende Juni verlängert.

BYD wächst auf deutschem Markt um mehr als 600 Prozent

BYD wächst auf deutschem Markt um mehr als 600 Prozent

Sebastian Henßler  —  

BYD hat im März erstmals mehr als 1000 Autos an Privatkunden in Deutschland ausgeliefert. Im ersten Quartal stiegen die Neuzulassungen um 644 Prozent.

BYD Deutschland: Kritik an Händlerverträgen

BYD Deutschland: Kritik an Händlerverträgen

Laura Horst  —  

BYD steht für seine Händlerverträge in der Kritik, in denen es sich weitgehende Rechte sichert und die Händler kaum Spielraum erhalten.

BYD-Chef warnt vor „brutaler K.o.-Phase“

BYD-Chef warnt vor „brutaler K.o.-Phase“

Sebastian Henßler  —  

Chinas größter E-Auto-Hersteller BYD verzeichnet einen Gewinnrückgang von 19 Prozent. Konzernchef Wang warnt vor einer brutalen K.o.-Phase am Markt.

BYD und das Hamburger Autofahrquartett

BYD und das Hamburger Autofahrquartett

Henning Krogh  —  

Zwischen Köhlbrandbrücke und Oberhafenkantine durften Gäste den neuen BYD Atto 3 Evo testen. Die Routennamen sorgten dabei für lebhafte Debatten.