Der US-amerikanische Hersteller Tesla hat in den USA eine neue, günstigere Variante seines elektrischen Pick-ups Cybertruck vorgestellt und zugleich den Preis des Topmodells Cyberbeast deutlich reduziert. Damit reagiert das Unternehmen auf die nachlassende Nachfrage sowie auf den niedrigen Absatz des elektrischen Pick-ups.
Wie aus Unternehmensangaben hervorgeht, kostet der neue Cybertruck mit Doppelmotor und Allradantrieb nun 59.990 US-Dollar, umgerechnet fast 51.000 Euro. Es handelt sich damit um die bislang preisgünstigste Version des Modells. Tesla-Chef Elon Musk erklärte auf der Plattform X, dass der neue Preis zunächst für zehn Tage gelte. Unklar bleibt, wie hoch der Preis danach ausfallen wird.
Parallel dazu senkte Tesla außerdem den Preis für die leistungsstärkste Variante, den Cyberbeast, von zuvor 114.990 US-Dollar auf 99.990 US-Dollar, umgerechnet fast 85.000 Euro. Mit der Preissenkung wurde offenbar auch das sogenannte „Luxe-Paket“ eingestellt, das unter anderem die Fahrerassistenzfunktion „Supervised Full Self-Driving“ sowie kostenfreien Zugang zum unternehmenseigenen Schnellladenetz, Tesla Supercharger, umfasste. Tesla hatte das Paket im August letzten Jahres in sein Angebot aufgenommen, als es den Preis für den Pick-up erhöhte.
Rückrufe und schleppende Verkäufe
Der Cybertruck war 2019 als futuristischer Wettbewerber zu klassischen Pick-ups vorgestellt worden, unter anderem als Konkurrenz zu Modellen wie dem F-150 des US-amerikanischen Herstellers Ford. Seit dem Marktstart sah sich Tesla jedoch mit mehreren Rückrufaktionen und Berichten über Qualitätsprobleme konfrontiert, beispielsweise klemmenden Gaspedalen im letzten Jahr sowie während der Fahrt abfallende Karosserieteile. 2025 sind die Verkaufszahlen des Cybertruck massiv eingebrochen, weshalb im November des vergangenen Jahres der damalige Leiter des Cybertruck-Programms, Siddhant Awasthi, das Unternehmen verließ.
Die derzeitigen Preisanpassungen erfolgen außerdem vor dem Hintergrund des gesunkenen Absatzes. Das liegt zum einen an der allgemein abgekühlten Nachfrage nach Elektroautos in den USA, zum anderen aber auch am Image der Marke Tesla. Die bisherige bundesweite Steuergutschrift in den USA von umgerechnet bis zu 6500 Euro wurde im Herbst 2025 im Zuge politischer Änderungen eingeschränkt, was die Kaufanreize reduzierte. Generell ist die aktuelle US-Politik unter Donald Trump nicht besonders förderlich für die Branche der Elektromobilität, und so verlangsamte sich das Wachstum der Elektroauto-Verkäufe in den USA deutlich im Vergleich zu den Vorjahren.
Zudem sind die Verkäufe von Tesla im letzten Jahr deutlich zurückgegangen, was unter anderem auch auf Musks politische Rhetorik und sein öffentliches Auftreten zurückzuführen ist. Derweil haben Konkurrenten Marktanteile erobert.
Strategien: Preissenkungen und Roboter
Tesla setzt verstärkt auf Preisanpassungen, um Marktanteile zu sichern. Erst kürzlich wurde auch der Preis des Tesla Model Y – das beliebteste und absatzstärkste Modell der Marke – deutlich gesenkt. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass ein wachsender Anteil günstigerer Modelle die Gewinnmargen belasten könnte, sofern sinkende Produktionskosten oder zusätzliche Einnahmen aus Software- und Serviceangeboten diesen Effekt nicht ausgleichen. Ob die aktuellen Preissenkungen die Nachfrage nach dem Cybertruck nachhaltig beleben, bleibt abzuwarten.
Unterdessen richtet Musk den strategischen Fokus des Unternehmens zunehmend auf Robotik und autonomes Fahren. Musk erklärte letzten Monat, dass das Unternehmen die Produktion seines SUV Model X und seiner Limousinen Model S einstellen und stattdessen die Fläche in seinem Werk in Kalifornien für die Herstellung humanoider Roboter nutzen werde. Tesla arbeitet an einem humanoiden Roboterprojekt namens „Optimus“, das perspektivisch in den Fabriken des Unternehmens eingesetzt werden soll.
Quelle: Reuters – Tesla unveils cheaper Cybertruck variant, cuts Cyberbeast price to drive demand







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