Tesla eröffnet ersten öffentlichen Megacharger in den USA

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Tobias Stahl
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Tesla hat seine erste öffentlich zugängliche Megacharger-Station für Flottenkunden des E-Lkw Semi eröffnet. Die Ladesäule befindet sich im kalifornischen Ontario, ihre Eröffnung bildet den Auftakt für den von Tesla angestrebten Bau von insgesamt 66 öffentlichen Megacharger-Standorten in den USA.

Das Semi-Team gab die Eröffnung auf der Kurznachrichtenplattform X bekannt. Dort heißt es, dass die Megacharger-Station an der 4265 E Guasti Road in Ontario, Kalifornien, nun in Betrieb genommen wurde und für Semi-Flottenkunden verfügbar ist. Die Ladeleistung des Megachargers ist aktuell jedoch – anders als zunächst vom Hersteller angekündigt – auf 750 kW begrenzt. Theoretisch können Teslas Megacharger Ladeleistungen von bis zu 1,2 MW erreichen, was ausreichend wäre, um in rund 30 Minuten etwa 60 Prozent der Reichweite im Tesla Semi nachzuladen.

Auf dem Weg ins Landesinnere: Megacharger-Standort wurde strategisch gewählt

Tesla hat den Megacharger an einem strategisch wichtigen Standort errichtet: Ontario liegt im sogenannten Inland Empire, einem der verkehrsreichsten Frachtkorridore der Welt, berichtet das Branchenportal Electrek. Die Lage unweit einer Kreuzung zwischen den Freeways I-10 und I-15 ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Warentransport von den Häfen in Los Angeles und Long Beach ins Landesinnere hinein.

Tesla hat zwar bereits zwei Megacharger-Standorte in Betrieb genommen. Allerdings sind die Ladestandorte an der Gigafactory Nevada und im kalifornischen Carson, die jeweils über bis zu zwölf Stellplätze verfügen, nur für Teslas eigenen Fuhrpark vorgesehen und somit nicht öffentlich zugänglich. Der Standort in Ontario scheint die erste Ladesäule zu sein, die explizit auch von Nicht-Tesla-Mitarbeitern genutzt werden kann.

Tesla plant 66 Megacharger-Standorte entlang wichtiger US-Verkehrsachsen

Teslas Bestrebungen beim Aufbau einer Megacharger-Infrastruktur haben in den vergangenen Monaten an Fahrt aufgenommen. Im Februar fügte Tesla seiner Karte 64 neue geplante Megacharger-Standorte hinzu, sodass nun insgesamt 66 Standorte in 15 Bundesstaaten geplant sind. 19 davon sollen in Texas entstehen, 17 weitere in Kalifornien. Den Plänen zufolge versucht der Elektroautobauer, die verkehrsreichsten Frachtkorridore in Nordamerika abzudecken. Dan Priestley, Leiter des Tesla Semi-Programms, erklärte laut Electrek, dass Tesla bis Anfang 2027 insgesamt 46 Megacharger-Stationen eröffnen will. Für das laufende Jahr sei die Eröffnung von etwa 37 Standorten geplant.

Tesla unterhält zudem einen Vertrag mit Pilot, einer Tochtergesellschaft von Berkshire Hathaway und größter Truckstop-Betreiber in den Vereinigten Staaten, über die Errichtung von Megacharger-Ladestationen an ausgewählten Pilot-Reisezentren entlang der Interstates 5, 10 und entlang weiterer wichtiger Verkehrskorridore. Die ersten Pilot-Ladestandorte sollen bis zum Sommer dieses Jahres eröffnet werden, wobei jeder Standort vier bis acht Megacharger-Ladepunkte umfassen soll.

Teslas Megacharger nutzen den offenen Ladestandard MCS (Megawatt Charging System), der auch von Elektro-Lkw in Europa genutzt wird und theoretisch Ladegeschwindigkeiten von bis zu 3,75 MW ermöglicht. Auch die Hersteller Daimler, Volvo und Scania setzen auf MCS-kompatible Elektro-Lkw.

In Deutschland hat die erste öffentliche MCS-Ladesäule schon im September eröffnet

Während es aktuell so aussieht, als könnte Tesla bei seinem Megacharger-Ausbau in den USA von einem First-Mover-Vorteil profitieren, ist der Elektroautobauer dafür in Europa schon reichlich spät dran: Deutschland hat seinen ersten öffentlich zugänglichen MCS-Ladepunkt bereits im vergangenen September an der Rastanlage Lipperland an der A2 in Betrieb genommen. Diese ermöglicht bereits Ladeleistungen von bis zu 1,2 MW, geplant sind bis zu 3,75 MW. Die Anbieter Eon, Voltix und GreenWay haben im Februar zudem bereits eine Zusage über EU-Förderungen in Höhe von 70,3 Millionen Euro erhalten, um mit dem Geld ein grenzüberschreitendes Megawatt-Ladenetz mit etwa 330 Ladepunkten entlang wichtiger Verkehrsachsen zu errichten. Die Standorte sollen sich auf 55 Standorte in neun europäischen Ländern verteilen und bis Herbst 2028 eröffnet werden. Jeder Ladepunkt soll mindestens 1 MW Ladeleistung bieten und rund um die Uhr öffentlich zugänglich sein.

Das International Council on Clean Transportation (ICCT) prognostiziert in einer Studie von vergangenem Jahr, dass Europa im Jahr 2030 eine Ladeleistung für E-Lkw von insgesamt 22 bis 28 Gigawatt (GW) benötigen wird. Laut der Studie dürfte sich diese Leistung jedoch zu fast gleichen Teilen auf private Ladepunkte in Depots und öffentliche Ladepunkte aufteilen. Da Zeit beim Depotladen kein so kritischer Faktor ist, dürften diese Ladepunkte auch mit niedrigeren Geschwindigkeiten zureechtkommen. Insgesamt rechnet das ICCT deshalb mit rund 60.000 bis 80.000 öffentlich zugänglichen Lkw-Ladepunkten, die bis 2030 erforderlich sein dürften.

Quellen: Electrek – Tesla opens its first Megacharger station to Semi customers in California / E.On – Pressemitteilung vom 26.11.2025 / ICCT – Charging infrastructure needs for battery electric trucks in the European Union by 2030

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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