NHTSA: Teslas Robotaxi fährt deutlich unsicherer als der Mensch

NHTSA: Teslas Robotaxi fährt deutlich unsicherer als der Mensch
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Seit dem Start seines Robotaxi-Dienstes im Juni 2025 steht Tesla in Austin unter besonderer Beobachtung. Neue Daten der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zeigen nun, dass sich die Zahl der gemeldeten Unfälle erhöht hat. Fünf weitere Zusammenstöße aus Dezember 2025 und Januar 2026 wurden zuletzt nachgemeldet. Damit summieren sich die Vorfälle auf insgesamt 14 seit Beginn des Angebots.

Die Informationen stammen aus der regelmäßig aktualisierten Datenbank zur sogenannten Standing General Order, mit der automatisierte Fahrsysteme überwacht werden. Alle neu gemeldeten Ereignisse betreffen das Tesla Model Y, bei denen das autonome System nach Unternehmensangaben „verifiziert aktiviert“ war. Die Vorfälle ereigneten sich sämtlich in Austin.

Aus den nüchternen Einträgen geht beispielsweise hervor, dass ein Auto mit etwa 27 km/h frontal gegen ein stehendes Objekt fuhr, während es geradeaus unterwegs war. In einem anderen Fall kam es zu einer Kollision mit einem Bus, als das Robotaxi stillstand. Ein weiterer Zusammenstoß ereignete sich mit einem schweren Lkw bei rund 6 km/h. Zwei weitere Meldungen betreffen Rangiermanöver: Einmal setzte das Auto mit etwa 1,6 km/h gegen einen Mast oder Baum zurück, ein anderes Mal kollidierte es mit circa 3 km/h beim Rückwärtsfahren mit einem festen Hindernis.

Unfallberichte bleiben in zentralen Punkten geschwärzt

Detaillierte Beschreibungen zum Unfallhergang bleiben jedoch unter Verschluss. In der NHTSA-Datenbank sind die entsprechenden Textpassagen vollständig geschwärzt und als vertrauliche Geschäftsinformation gekennzeichnet. Tesla nutzt damit die Möglichkeit, detaillierte Angaben nicht öffentlich zugänglich zu machen. Andere Anbieter automatisierter Systeme wie Waymo oder Zoox veröffentlichen in derselben Datenbank ausführliche Darstellungen ihrer Vorfälle.

Neben den neuen Meldungen fällt eine nachträgliche Änderung eines früheren Berichts auf. Ein Unfall aus Juli 2025, der ursprünglich lediglich als Sachschaden eingestuft worden war, wurde im Dezember in einer dritten Version aktualisiert. Die Verletzungsschwere ist nun mit „Minor W/ Hospitalization“ angegeben. Demnach musste mindestens eine beteiligte Person im Krankenhaus behandelt werden. Der betreffende Zusammenstoß hatte sich beim Rechtsabbiegen mit einem SUV bei etwa 3 km/h ereignet. Die Anpassung erfolgte rund fünf Monate nach dem Vorfall.

Mit der steigenden Zahl registrierter Ereignisse rückt auch die Relation zur gefahrenen Strecke in den Fokus. Laut Teslas Geschäftsbericht für das vierte Quartal 2025 hatte die Robotaxi-Flotte bis Ende November rund 1,1 Millionen Kilometer zurückgelegt. Rechnet man die Entwicklung fort, dürfte der Stand Mitte Januar 2026 bei etwa 1,3 Millionen Kilometern gelegen haben. Bezogen auf 14 gemeldete Unfälle entspricht das rechnerisch einem Vorfall pro rund 92.000 Kilometer.

Die Ironie besteht darin, dass Teslas eigene Zahlen das Unternehmen in ein schlechtes Licht rücken. Im Tesla Vehicle Safety Report heißt es, der durchschnittliche US-Fahrer erleide alle 368.000 Kilometer einen leichten Unfall und alle 1,12 Millionen Kilometer einen schweren Unfall. Nach Teslas eigenen Maßstäben verunglückt die Robotaxi-Flotte also fast viermal häufiger als das, was das Unternehmen für einen menschlichen Fahrer bei leichten Unfällen als normal angibt – und das, obwohl nahezu jeder Kilometer von Robotaxis mit einem geschulten Sicherheitsfahrer an Bord gefahren wurde, der jederzeit hätte eingreifen können. Das bedeutet, dass diese Fahrer wahrscheinlich zusätzliche Unfälle verhindert haben, die Teslas System selbst nicht vermieden hätte.

Vergleichswerte aus offiziellen Unfallstatistiken

Ein Blick auf branchenweite Vergleichsdaten liefert weiteren Kontext. Die NHTSA geht bei polizeilich erfassten Unfällen von einem Durchschnittswert von etwa einem Crash pro 800.000 Kilometer aus. Vor diesem Hintergrund erscheint die Häufigkeit der gemeldeten Zwischenfälle in Austin ebenfalls erhöht. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass Umfang und Einsatzprofile der verschiedenen Flotten stark variieren.

Waymo etwa gibt an, inzwischen mehr als 204 Millionen Kilometer vollständig fahrerlos zurückgelegt zu haben. Im selben NHTSA-Register sind für Austin 51 Vorfälle dieses Anbieters verzeichnet. Allerdings bewegt sich dessen Flotte seit Jahren in mehreren Städten und in deutlich größerem Umfang. Studien, auf die sich Waymo beruft, bescheinigen dem System eine geringere Zahl verletzungsrelevanter Kollisionen im Vergleich zu menschlichen Fahrern. Ein direkter Vergleich bleibt dennoch komplex, da die Rahmenbedingungen, Streckenprofile und Betriebsmodelle unterschiedlich sind.

Quelle: electrek.co – Tesla ‘Robotaxi’ adds 5 more crashes in Austin in a month — 4x worse than humans

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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