Neuer Rückschlag für Magna: Ineos baut erstmal kein neues E-Auto

Neuer Rückschlag für Magna: Ineos baut erstmal kein neues E-Auto
Copyright:

Ineos

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Der britische Autobauer Ineos nimmt zunächst einmal Abstand vom Bau eines zweiten Elektromodells, dem Ineos Fusilier. Wie die Automobilwoche berichtet, wird der Start des E-Autos als zweites Elektro-Modell neben dem Grenadier (im Titelbild zu sehen) auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Magna sollte das Fahrzeug eigentlich ab voraussichtlich 2027 produzieren.

Der Hersteller nannte auf Nachfrage laut des Fachmediums zwei Gründe für diese Entscheidung: „Die zögerliche Akzeptanz von E-Fahrzeugen bei den Verbrauchern und die Unsicherheit der Branche in Bezug auf Zölle, Zeitpläne und Steuern.“ Ineos-Chefin Lynn Calder hatte sich dem Bericht zufolge erst kürzlich darüber echauffiert, dass die EU-Politik mit vollem Fokus auf batterieelektrische Antriebe an den Bedürfnissen der Bürger vorbeigehe. „Damit die Industrie ihre Netto-Null-Ziele erreichen kann, müssten die politischen Entscheidungsträger eine Reihe von Technologieoptionen zur Verfügung stellen, die Faktoren wie Rohstoffe, Infrastruktur und Erschwinglichkeit berücksichtigten“, heißt es dazu im Artikel.

Interessant ist in diesem Zusammenhang aber, dass der Fusilier gar nicht als reines Elektroauto auf den Markt kommen soll, sondern zusätzlich in einer Variante mit einem Range Extender, also einem Verbrennungsmotor, der die Reichweite des Fahrzeuges zusätzlich erweitern soll. „Mit dem Range Extender können wir die Reichweite verdoppeln bei gleichzeitiger Reduktion der CO2-Emissionen um 70 bis 80 Prozent“, sagte Calder. Doch die derzeitige Politik sieht vor, dass auch solche Fahrzeuge spätestens 2035 als Neuzulassung verboten wären. Das kritisiert die Ineos-Chefin, beachtet dabei aber nicht, dass es sich bei Range Extendern streng genommen um Plug-in-Hybride handelt, die im wahren Leben bei weitem nicht so klimafreundlich gefahren werden, wie es Testzyklen und Herstellerfantasien glauben lassen.

Für Magna ist der vorübergehende Rückzug zumindest der zweite Nackenschlag in kurzer Zeit. In Graz wurde bis vor einige Wochen der Fisker Ocean gefertigt, doch wegen der Insolvenz des Unternehmens wurde die Produktion gestoppt und Stand heute vermutlich nicht wieder aufgenommen. Um dies zu kompensieren, wurden in der Zwischenzeit offenbar erste Gespräche mit chinesischen Herstellern geführt. Diese haben nach der vorläufigen Einführung von Strafzöllen auf in China gefertigte Autos derzeit wohl ein verstärktes Interesse daran, zumindest Teile der Produktion ihrer Elektroautos nach Europa zu verlagern.

Quelle: Automobilwoche – „Fusilier: Ineos verschiebt Elektro-Modell auf unbestimmte Zeit“

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Toyota Hilux BEV: Erster Elektro-Pick-up der Baureihe

Toyota Hilux BEV: Erster Elektro-Pick-up der Baureihe

Sebastian Henßler  —  

Toyota bringt den Hilux als Elektroauto: 715 kg Nutzlast, 1600 kg Anhängelast, Offroad-Tauglichkeit und emissionsfreier Allradantrieb in einem Modell.

Schenna e.motion: Königsetappe über das Stilfserjoch

Schenna e.motion: Königsetappe über das Stilfserjoch

Sebastian Henßler  —  

Tag zwei der Schenna e.motion: 200 km über Stilfserjoch, Umbrailpass und Schweiz bis zur Hofkäserei Englhorn. Die fahrerisch stärkste Etappe des Programms.

Blume, VW: EU braucht fairen Wettbewerb für Autobranche

Blume, VW: EU braucht fairen Wettbewerb für Autobranche

Sebastian Henßler  —  

Die EU bestraft chinesische Elektroautos mit Strafzöllen, Hybride bleiben ausgenommen. VW-Chef Blume sieht darin ein strukturelles Problem für Europa.

Geely-Tochter Lotus korrigiert Elektrostrategie radikal

Geely-Tochter Lotus korrigiert Elektrostrategie radikal

Sebastian Henßler  —  

Lotus gibt den Plan zur reinen Elektromarke auf und setzt künftig auf Verbrenner und Hybride. Ein V8-Supersportwagen für 425.000 Euro ist für 2028 geplant.

Genesis GV60 Magma demnächst bestellbar

Genesis GV60 Magma demnächst bestellbar

Sebastian Henßler  —  

Genesis bringt mit dem GV60 Magma seinen ersten Performance-Stromer nach Deutschland. Ab Mitte 2026, ab 85.990 Euro, mit 477 kW im Boost-Modus.

Premiere: Škoda startet Serienproduktion des Eqip in Spanien

Premiere: Škoda startet Serienproduktion des Eqip in Spanien

Sebastian Henßler  —  

Im Volkswagen-Werk Pamplona hat die Serienproduktion des Škoda Epiq begonnen. Das E-Auto kostet ab rund 26.000 Euro und basiert auf der neuen MEB+-Plattform.

Lidl Niederlande: E-Lkw beliefern ab 2027 alle Filialen

Lidl Niederlande: E-Lkw beliefern ab 2027 alle Filialen

Sebastian Henßler  —  

Lidl Niederlande will ab 2027 alle Filialen elektrisch beliefern und wäre damit weltweit der erste Einzelhändler mit vollständig emissionsfreier Logistik.