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Anfang November 2025. Ein paar helle Momente, dazwischen Regen, Nebel, trübes Licht. Wie man es vom Herbst eben kennt. Wir sind aus der Nähe von Heidelberg angereist – keine große Reise, eher ein bewusstes Herauslösen aus dem Alltag. Man verlässt diesen nicht abrupt, sondern schrittweise. Kilometer um Kilometer wird es ruhiger, ländlicher, weniger verdichtet. Die Autobahn liegt irgendwann hinter einem, die Umgebung öffnet sich.
Für Außenbereiche ist diese Jahreszeit keine einfache. Für ein Haus, das sich als Rückzugsort versteht, ist sie dagegen fast ideal. Denn dann trägt nicht die Kulisse, sondern das Konzept. Im Wald.Weit hat sich genau das bestätigt: Das Erlebnis hängt nicht am Wetter, sondern an Raum, Ruhe, Materialität – und an einem Angebot, das konsequent auf Region, Nachhaltigkeit und Aufenthaltstauglichkeit setzt. Die erste Berührung, damals eher beruflich, nun privat, hatte ich mit dem Haus in Kiedrich, als ich vor Ort den DS N°8 kennenlernen durfte.


Das Wald.Weit liegt auf einem Hochplateau oberhalb der Stadt und nutzt diese Position nicht als Postkartenargument, sondern als strukturgebenden Rahmen für das ganze Haus: Weite, Rückzug, ein Gefühl von Abstand. Als sich am nächsten Morgen Nebel und Regen lichteten, wurde klar, warum das funktioniert. Von der Restaurantterrasse öffnete sich der Blick über das Tal, vom Balkon des Zimmers ebenso – mit aufgehender Sonne, die die Landschaft kurz „anwirft“.
Philosophie des Wald.Weit: Naturverbundenheit ohne Folklore
In der Beschreibung des Hauses tauchen Begriffe wie Naturverbundenheit, Ruhe, Exklusivität und Regionalität auf. Entscheidend ist: Es bleibt nicht bei Begriffen. Architektur, Design, Kulinarik und Aktivitäten sind so gebaut, dass sie die Umgebung nicht nur bebildern, sondern in den Aufenthalt hineinziehen. Das Wald.Weit wirkt dabei nicht wie ein Naturhotel im klassischen Sinn, sondern wie ein Retreat mit moderner Formensprache – reduziert, aber nicht kühl; hochwertig, aber nicht auf Effekt ausgerichtet.

Auffällig ist der Umgang mit Raum. Vieles ist weit, offen, bewusst „luftig“ gelassen. Dazu kommen natürliche Materialien, allen voran warmes Holz, das nicht dekorativ eingesetzt ist, sondern Atmosphäre macht. Dieses Holz, kombiniert mit klaren Linien und freien Flächen, erzeugt ein erdendes Gefühl. Das Haus wirkt einladend und ruhig – nicht demonstrativ luxuriös, eher „still hochwertig“.

Der Service passt zu dieser Linie. Über alle Kontaktpunkte hinweg waren die Mitarbeitenden sehr freundlich, präsent, aber nicht aufdringlich. Es entsteht der Eindruck, dass Gastlichkeit hier nicht aus Ritualen besteht, sondern aus einem verlässlichen, unaufgeregten Umgang.
Nachhaltigkeit: nicht behauptet, sondern gebaut
Ein wesentlicher Teil der Glaubwürdigkeit entsteht durch das, was man nicht sofort sieht. Nachhaltigkeit ist beim Wald.Weit kein nachträglicher Zusatz, sondern Teil der Planung. Das passt zur Inhaberstruktur: Tina Badrot und Tim Gemünden bzw. die Inhabergruppe Gemünden/Molitor bringen jahrzehntelange Erfahrung in nachhaltiger Bauweise, Immobilienentwicklung und Hospitality mit. Genau dieses Know-how spürt man, weil viele Entscheidungen auf Langlebigkeit und Systemlogik zielen, nicht auf schnelle Symbolik.

Konkret zeigt sich das bereits beim Aufbau: Rückbaumaterialien der Altgebäude wurden recycelt und für die Geländemodellierung wiederverwendet. Regenwasser wird über Retentionsdächer gesammelt, ein Brauchwasserteich dient der ressourcenschonenden Bewässerung, Versickerungsmulden entlasten das Kanalnetz. Dazu kommt energieeffiziente Gebäudetechnik mit intelligenter Automation.
Besonders prägend ist das Energiekonzept: Das Haus wird über ein Kaltes Nahwärmenetz auf Geothermie-Basis beheizt und gekühlt, ergänzt durch eine Hackschnitzelanlage für Spitzenlasten. Insgesamt wurden 23 Geothermiebohrungen umgesetzt, Photovoltaik liefert mit 45 kWp Strom. Dass recyceltes Holz aus Bauprojekten energetisch genutzt wird, fügt sich schlüssig ein. Das wirkt nicht wie ein „Green Feature“, sondern wie solide Ingenieurslogik.
Elektromobilität: konsequent mitgedacht
Elektromobilität gehört im Wald.Weit einfach dazu. Ohne großes Thema daraus zu machen. Auf dem Parkplatz stehen rund 30 Ladestationen, verteilt, gut erreichbar. An der Rezeption um die Ladekarte bitten und schon kann der eigene Stromer angestöpselt werden. Kein Umweg über Apps oder komplizierte Erklärungen. Der Ladevorgang selbst taucht auf der Endrechnung als entsprechende Position auf. Hier sollte man jedoch darauf achten, dass die kWh mit 0,59 Euro abgerechnet wird – der Strom noch nicht zu 100 Prozent durch die hauseigene PV-Anlage gedeckt wird. Entsprechend gilt es sich zu fragen, möchte ich bequem vor Ort laden und mit vollem Akku weiterreisen oder lege ich vor dem Stopp im Wald.Weit noch eine Ladepause mit entsprechendem Tarif an der Autobahn ein.

Elektromobilität im Alltag erleben, geht mit dem Hyundai Ioniq 9 ohne Probleme.Noch bevor man das Haus betritt, fällt der Ioniq 9 ins Auge. Er steht dort nicht als Schaustück, sondern als Angebot. Gäste können ihn nutzen, ausprobieren, erleben. Kein Verkaufsdruck, kein Erklärtext daneben. Einfach die Möglichkeit, Elektromobilität im Alltag kennenzulernen – so, wie sie gedacht ist. Gerade für Menschen, die bisher wenig Berührung damit hatten, ist das eine angenehme Art, sich dem Thema zu nähern. Was bleibt, ist das Gefühl, dass hier mitgedacht wurde. Nicht, weil Elektromobilität gerade dazugehört, sondern weil sie in dieses Haus passt.

Zimmer: Weit.Blick als Wohngefühl
Unser Zimmer – eine Weit.Blick Junior Suite – übersetzt den Charakter des Hauses sehr direkt. Viel Holz, große offene Flächen, ein ruhiger, stimmiger Materialmix. Nichts wirkt dekorativ oder aufgesetzt, eher so, als hätte man sich bewusst für alles entschieden, was bleibt, wenn man Überflüssiges weglässt. Das Bett ist so positioniert, dass der Blick nach draußen automatisch Teil des Raumes wird. Man liegt nicht einfach im Zimmer, man schaut hinaus. Die Couch ist ebenfalls Richtung Balkon ausgerichtet, was den Raum zusätzlich öffnet und ihn weniger wie ein klassisches Hotelzimmer wirken lässt.

Auffällig ist der große Holztisch mit den Bänken. Kein klassischer Schreibtisch, sondern ein Ort, der mehrere Nutzungen zulässt. Genau dort haben wir gearbeitet, geschrieben, Notizen gemacht. Nicht abgeschottet, sondern mitten im Raum – mit Blick nach draußen. Das passt gut zu der Idee des Hauses, Arbeit und Aufenthalt nicht strikt zu trennen, sondern beides nebeneinander zuzulassen.



Gesteuert wird das Zimmer über ein Tablet. Temperatur, Lüftung und Licht lassen sich dort ebenso einstellen wie verschiedene Lichtstimmungen, die auf Knopfdruck abrufbar sind. Morgens eher zurückhaltend, abends wärmer, gedämpfter. Auch das wirkt nicht verspielt, sondern funktional. Über das Tablet erhält man außerdem Informationen zum Hotel, kann Angebote buchen oder einfach einen Blick in die Karte des Wald.Fein werfen. Alles an einem Ort, ohne zusätzliche Zettel oder Ordner. Auch eine Form der Nachhaltigkeit.


Für ruhige Momente im Zimmer ist ebenfalls gesorgt. Eine Auswahl an Tees sowie Kaffeepulver steht bereit, dazu Wasserkocher und Kaffeekanne. Kein kompliziertes Setup, sondern genau das, was man braucht, um sich zwischendurch einen Tee zu machen oder den Tag mit einer Tasse Kaffee zu beginnen – ohne das Zimmer verlassen zu müssen. In der Nacht war es durchgehend ruhig. Keine Geräusche von außen, keine Störungen aus dem Haus. Der Raum ließ sich gut abdunkeln, sodass man nicht automatisch von der Morgensonne geweckt wird. Stattdessen kann man den Moment selbst wählen: Vorhang auf, Blick hinaus, erst einmal ankommen im Tag. Gerade in Kombination mit der Lage und der Weite draußen bekommt das eine eigene Qualität.



Das Bad ist teilweise offen in den Raum integriert. Dusche und WC liegen zurückgezogen, ohne sich abzuschotten. Besonders die Dusche bleibt im Gedächtnis: groß, viel Platz, Regendusche, kein Gefühl von Enge. Der Balkon mit Sitzmöglichkeiten wurde trotz des Wetters genutzt, wenn auch nur kurz. Mehr für den Blick als für längeres Verweilen. Man merkt aber sofort, dass er in anderen Jahreszeiten eine deutlich größere Rolle spielen dürfte. Die Voraussetzungen sind da: Platz, Ausrichtung, Ruhe. Es ist einer dieser Orte, die man sich schon für einen späteren Besuch vormerkt.
Spa im Aufbau, Erholung trotzdem möglich
Der große Spa-Bereich war bei unserem Besuch noch nicht nutzbar, da er sich im Aufbau befindet. Das ist ehrlich gesagt ein Punkt, der einen zweiten Besuch fast automatisch auf die Liste setzt. Gleichzeitig fühlte sich der Aufenthalt nicht unvollständig an, weil das Haus bereits jetzt Angebote hat, die funktionieren. Wir konnten den Fitnessbereich nutzen und haben eine Ganzkörpermassage in Anspruch genommen – ein Baustein, der sehr gut zur „retreatigen“ Ausrichtung passt. Und offen gesprochen für uns alleine schon ein Grund gewesen wäre, um dorthin zurückzukehren.

Zusätzlich gibt es Saunen und Dampfbad auf dem Dach. Dort waren wir zeitweise komplett allein. Gerade bei schlechtem Wetter wird das zum Vorteil: Man ist drinnen, ohne sich „drinnen“ zu fühlen.

Kulinarik: lokal inspiriert, mit Anspruch – aber nicht als „Destination“
Die Küche im Wald.Fein ist ein gutes Beispiel dafür, wie das Wald.Weit Regionalität versteht: lokal eingekauft, lokal inspiriert, ohne Folklore. Es ist kein Restaurant, das primär als kulinarische Destination funktioniert – eher ein Hotelrestaurant mit Anspruch, das den Aufenthalt abrundet und dafür sorgt, dass man nicht „noch weg“ muss.

Am ersten Abend haben wir das Menü gewählt. Die Abfolge war klar komponiert und durchaus bereit, Gäste auch mal aus der Komfortzone zu holen: Forelle mit Buttermilch, Pfifferlings-Tatar, Gurke und Schalotten; Brennnesselsuppe mit Samen, Reh-Tatar und schwarzer Johannisbeere; Fenchel mit Pastinake und Kamille; Kaninchenroulade mit Kräuterfüllung, Erbsen, Niere und Pfifferling; zum Schluss Zwetschge mit Kartoffel und Steinmachers Pinot Noir.




Am zweiten Abend sind wir à la carte gegangen und haben uns unter anderem für drei Gänge entschieden, die sehr gut zeigen, wie die Küche denkt: Vorneweg „Das Rind“: Tatar mit Steinpilzen, geräuchertem Lauch, Knoblauch und Parmesan. Zwischendurch „Die Klare“: Pfifferlinge als Consommé – reduziert auf Essenz. Als Hauptspeise „Der Rheingauer“: geschmorter Kürbis, Joghurt, Zucchini und Curry – ein vegetarischer Gang, der nicht als „Ausweichoption“ wirkt, sondern als eigenständiger Mittelpunkt.



Preislich wirkt das Menü im Kontext der Unterkunft angemessen und passend zum Niveau des Hauses. Ja, es gibt Alternativen im Ort. Aber das ist in der Praxis weniger entscheidend, als man denkt: Die Bequemlichkeit, die Qualität und das in sich stimmige Angebot vor Ort sorgen dafür, dass man das Wald.Fein sehr wahrscheinlich nutzen wird – und dabei auch Dinge ausprobiert, die man sonst nicht unbedingt auf dem Schirm hat.
Blick nach vorn: Ausbau des Wald.Weit bis 2027
In den nächsten Jahren wird sich ein zentraler Baustein weiterentwickeln: der Spa- und Wellnessbereich. Bis 2027 sind eine großzügige Indoor- und Outdoor-Spa-Landschaft geplant, ein Infinitypool, zusätzliche Behandlungsräume, ein Panorama-Gym sowie neue Zimmer und Suiten. Das Ziel ist klar: die Positionierung als Premium- und Luxusdestination im Rheingau weiter zu stärken.
Nach dem, was wir erlebt haben, wirkt dieser Ausbau wie eine konsequente Ergänzung. Die Basis – Architektur, Ruhe, Nachhaltigkeit, Kulinarik, Mobilitätskonzept – steht bereits. Der Spa wird das Profil schärfen, aber nicht erst erzeugen. Festhalten kann man: Das Wald.Weit ist kein Hotel, das man „mitnimmt“. Es ist ein Haus, das man nutzt – im besten Sinn. Als Rückzugsort bei schlechtem Wetter, als Aussichtspunkt bei gutem Wetter, als Basis für Auszeit oder Business. Naturverbunden, aber nicht romantisierend. Regional, ohne Provinzgefühl. Nachhaltig, ohne Etikettenschau. Und kulinarisch so aufgestellt, dass man vor Ort bleiben will – nicht aus Mangel an Alternativen, sondern weil es stimmig ist.
Disclaimer: Das Wald.Weit hat zu einem Kennenlernen des eigenen Hauses eingeladen. Unsere Eindrücke und Bewertungen basieren auf persönlichen Erfahrungen und wurden unabhängig und ehrlich verfasst.








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