Rimac setzt auf flexible 46xx Zellen und Cell-to-Pack Technologie

Rimac setzt auf flexible 46xx Zellen und Cell-to-Pack Technologie
Copyright:

Rimac

Iris Martinz
Iris Martinz
  —  Lesedauer 2 min

4680er-Rundzellen sind für viele Batteriehersteller offenbar das Gebot der Stunde. Während Tesla schon seit längerem auf das neue Zellformat setzt und unter anderem das Model Y mittelfristig komplett damit ausstatten will, hat nun auch der kroatische Elektro-Sportwagenhersteller Rimac – der neuerdings auch Batterien entwickelt und baut – bekanntgegeben, ein für ein strukturelles Batteriepack passendes Batteriemodul auf Basis des neuen Zellformats zu entwickeln. Das bestätigte Wasim Sarwar Dilov, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Rimac Technology gegenüber Automotive News Europe.

Die Verwendung von Batteriemodulen und Zellen als strukturelle Karosserieteile soll das Gewicht der Batterie verringern und so eine höhere sogenannte „Pack-Effizienz“ bringen. Bei der neuen Batterieform von Rimac sollen 75 Prozent des Batteriegewichts auf die Zellen entfallen. Kritiker bemängeln aber die erschwerte Reparatur- und Recyclingfähigkeit solcher Batterien. Dennoch arbeiten namhafte Hersteller wie CATL an der „Cell-to-Pack“-Technologie, Panasonic, LG und Samsung SDI setzen ebenfalls auf Rundzellen im Format 4680.

Rimac will sich hinsichtlich der Länge der Zellen jedoch ein gewisses Maß an Flexibilität bewahren. Je nach Anwendung sollen diese unterschiedlich hoch sein. Aktuell würden Gespräche mit drei Zellherstellern geführt werden, die das neue Format an Rimac liefern sollen. Derzeit baut allerdings nur Samsung SDI auch andere Höhen neben der 4680, nämlich Varianten mit 40 (4640) und 60 Millimetern (4660). Wer tatsächlich als Lieferant in der engeren Wahl ist, hat Rimac nicht bekanntgegeben. Es geht aber um relevante Stückzahlen: 2023 will Rimac Technology bereits 40.000 Batteriepacks herstellen, ab 2028 sollen es 200.000 pro Jahr sein. Möglich werden soll das durch eine eigens entwickeltes Batteriemanagement-Software, die aus einer Zelle noch mehr herausholen soll als es die Mitbewerber tun.

Mit dem neuen Zuliefergeschäft habe Rimac große Ambitionen, wie Rimac-Gründer und CEO Mate Rimac Automotive News Europe bereits im Jänner erklärte. Derzeit bearbeite man zwölf Projekte für verschiedene Autohersteller, darunter Porsche, 24 Prozent-Anteilseigner am kroatischen Unternehmen, und Hyundai, ebenfalls mit 12 Prozent am Unternehmen beteiligt. Verträge für die Lieferung von Batteriepacks würden bereits mit Aston Martin für das Valkyrie Hybrid-Hypercar und mit dem schwedischen Luxushersteller Koenigsegg bestehen. Als Tier 1 Zulieferer werden die Packs direkt an die Fertigungsstraßen der Autohersteller geliefert.

Quelle: electrive.net – Rimac entwickelt strukturelle Batteriepacks mit Rundzellen

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Insider: Wie Dänemark zum Musterland der E-Mobilität wurde

Insider: Wie Dänemark zum Musterland der E-Mobilität wurde

Sebastian Henßler  —  

Ilyas Dogru vom FDM ordnet ein, was Dänemark beim E-Auto-Hochlauf richtig gemacht hat – und warum 2026 zum entscheidenden Jahr werden könnte.

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Sebastian Henßler  —  

Alpitronic lässt seine Ladesäulen hacken – ohne Grenzen und mit KI-Unterstützung. Was dahintersteckt, zeigt ein exklusiver Besuch im Cybersecurity-Labor.

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Sebastian Henßler  —  

Wie macht man einen Hypercharger fit für Norwegen, Arizona und die Türkei? Die Antwort liegt im Bozner R&D-Zentrum von Alpitronic.

Exklusiv: So produziert Europas größter Ladesäulenhersteller Alpitronic

Exklusiv: So produziert Europas größter Ladesäulenhersteller Alpitronic

Sebastian Henßler  —  

Europas Schnellladeinfrastruktur kommt zu einem großen Teil aus Bozen. Wir waren vor Ort und haben uns angeschaut, wie Alpitronic seine Hypercharger produziert.

Ladeinfrastruktur wächst – doch Netzbetreiber werden zum Nadelöhr

Ladeinfrastruktur wächst – doch Netzbetreiber werden zum Nadelöhr

Daniel Krenzer  —  

Deutschlands Ladeinfrastruktur hat mehr als 200.000 Ladepunkte, doch Netzanschlüsse und Bürokratie bremsen den weiteren Ausbau zunehmend aus.

Niederlande starten weltweit ersten V2G-Massentest

Niederlande starten weltweit ersten V2G-Massentest

Sebastian Henßler  —  

Kia, Hyundai und Vattenfall starten in den Niederlanden einen V2G-Pilot mit 80 Haushalten. Der Kia EV9 ist bereits offiziell als Netzspeicher zugelassen.

EnBW-Chef: Ladepreise faktisch kein Problem mehr

EnBW-Chef: Ladepreise faktisch kein Problem mehr

Sebastian Henßler  —  

Laden wie Tanken, in wenigen Minuten: EnBW-Chef Roemheld skizziert, wie sich Infrastruktur und Produkte bis 2030 grundlegend verändern werden.