Die Polizei Baden-Württemberg startet ein Pilotprojekt für batteriegestütztes Schnellladen von Elektroautos. Am Autobahnpolizeirevier Pforzheim kommt dafür erstmals das Schnellladesystem ChargePost des Unternehmens Ads-Tec Energy zum Einsatz. Ziel des Projekts ist es, Erfahrungen mit leistungsfähiger Ladeinfrastruktur im polizeilichen Alltag zu sammeln und die Integration elektrisch angetriebener Autos weiter voranzutreiben.
Innenminister Thomas Strobl stellte das Projekt bei der Inbetriebnahme der Anlage genauer vor. Baden-Württemberg setze weiterhin auf moderne Technik und wolle neue Lösungen im Einsatzbetrieb testen. „Wir investieren in modernste Polizeitechnik und haben den Mut, Neues auszuprobieren“, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident. Besonders interessant sei der integrierte Batteriespeicher der Ladesäule. Dieser ermögliche es, Elektroautos auch dort mit hoher Leistung zu laden, wo das Stromnetz nur begrenzte Kapazitäten bereitstellt.
Die Anlage erlaubt das gleichzeitige Laden von zwei Autos. Damit kann die Autobahnpolizei mehrere elektrisch angetriebene Streifenwagen parallel versorgen. Nach Angaben des Innenministeriums umfasst der Fuhrpark der Polizei Baden-Württemberg derzeit rund 5400 Autos. Etwa 630 davon fahren bereits elektrisch, was einem Anteil von rund zwölf Prozent entspricht. Die aktuelle Testphase soll zeigen, wie sich leistungsfähige Ladeinfrastruktur unter realen Einsatzbedingungen bewährt.
Die Verkehrspolizeiinspektion Pforzheim gilt für dieses Vorhaben als geeigneter Standort. Der betreute Abschnitt zählt zu den stark frequentierten Autobahnen in Deutschland. Einsatzkräfte müssen dort jederzeit einsatzbereit sein, gleichzeitig entstehen im täglichen Dienst häufig kurze Standzeiten. Genau in diesem Umfeld spielt die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur eine zentrale Rolle.
Das eingesetzte System soll besonders dort Vorteile bieten, wo ein leistungsstarker Netzanschluss nicht ohne Weiteres verfügbar ist. Der ChargePost verfügt über einen integrierten Batteriespeicher mit einer Kapazität von 201 Kilowattstunden. Dieser Pufferspeicher speichert Energie vor und gibt sie beim Laden mit hoher Leistung ab. Dadurch lassen sich Ladeleistungen von bis zu 300 Kilowatt erreichen. Alternativ können zwei Autos gleichzeitig mit jeweils bis zu 150 Kilowatt geladen werden, womit ein leerer Akku innerhalb einer halben Stunde fast vollständig aufgeladen werden kann.
Mit dem Pilotprojekt knüpft Baden-Württemberg an eine Entwicklung an, die vor rund 15 Jahren begonnen hat. Damals nahm die Polizei des Landes erste elektrisch angetriebene Autos in den Fuhrpark auf. Seitdem wächst der Anteil schrittweise, während gleichzeitig neue Einsatzkonzepte und technische Lösungen erprobt werden.
Der Ansatz unterscheidet sich damit von anderen europäischen Erfahrungen, bei denen die Diskussion über Elektroautos im Polizeidienst teilweise kontrovers verläuft. In Österreich etwa endete ein breit angelegter Testbetrieb zuletzt mit einer deutlich kritischeren Bewertung. Dort kam das Innenministerium nach mehreren Jahren zu dem Schluss, dass Elektroautos für den operativen Einsatz nur eingeschränkt geeignet seien. Als Gründe wurden unter anderem Ladeinfrastruktur, Reichweitenverluste durch zusätzliche Technik sowie Einschränkungen im Winterbetrieb genannt.
Quelle: Ads-Tec – Pressemitteilung vom 02.02.2026








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