So sieht Renaults globale Modelloffensive aus

So sieht Renaults globale Modelloffensive aus
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Renault

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 9 min

Stärkung der europäischen Marktposition, Elektrifizierung und internationale Offensive: Anlässlich der Vorstellung des Strategieplans „futuREady“ der Renault Group hat die Marke Renault die drei wichtigsten Hebel für künftiges Wachstum bis 2030 vorgestellt. In Europa will die Marke Renault demnach bis 2030 mit zwölf neuen Produkten ihre Marktposition weiter stärken und dabei die gesamte Modellpalette elektrifizieren.

Eine wichtige Rolle spielt dabei Entwicklung einer neuen Generation von Elektroautos auf Basis der neuen Plattform RGEV medium 2.0, die auf Reichweite, Effizienz und ultraschnelles Laden ausgelegt ist. Darüber hinaus soll das Angebot an Hybrid-Modellen in Europa und auf den internationalen Märken über das Jahr 2030 hinaus ausgeweitet werden. International will Renault seine Markenpräsenz mit der Einführung von 14 neuen Modellen bis 2030 weiter ausbauen.

Im Jahr 2030 will die Marke Renault mehr als zwei Millionen Fahrzeuge weltweit verkaufen, davon die Hälfte außerhalb Europas. Der Anteil der Verkäufe von elektrifizierten Fahrzeugen am Gesamtabsatz der Marke soll in Europa auf 100 Prozent und außerhalb Europas auf 50 Prozent steigen.

„Dank drei starker Triebkräfte beschleunigen wir den nächsten Wachstumszyklus für die Marke Renault. Unser Ziel ist klar: Wir wollen unsere Führungsposition in Europa stärken, die Elektrifizierung vorantreiben und international schneller vorankommen, um Renault weltweit als französische Automobilmarke Nummer eins zu etablieren“, kommentiert Fabrice Cambolive, Chief Growth Officer, Renault Group, Chief Executive Officer, Marke Renault.

Stärkung der Position der Marke Renault in Europa

Mit den zwölf neuen Modellen bis 2030 will Renault ein umfassendes Portfolio mit maximaler Attraktivität auflegen, das für jeden Markt die richtige Technologie und für jede Kundin und jeden Kunden die richtigen Produkte bieten soll.

In den Segmenten A und B, in denen Renault traditionell stark vertreten ist, will die Marke noch mehr Dynamik aufbauen. Dazu setzt sie auf die starken, sich ergänzenden Modelle, die kürzlich auf den Markt gebracht wurden, darunter der neue Clio und die drei rein elektrischen Modelle Renault 5, Renault 4 und Twingo.

In den Segmenten C und D, die derzeit 30 Prozent des Absatzes ausmachen, bereitet Renault eine zweite Welle von Fahrzeugen vor, mit einer neuen Generation von Elektro- und Hybridmodellen. Das Ziel besteht darin, kontinuierlich wertschöpfende Innovationen auf den Markt zu bringen und gleichzeitig die Erschwinglichkeit zu verbessern.

Elektrifizierung der gesamten Modellpalette

Der Hybridantrieb soll ein Eckpfeiler der europäischen Modellpalette bleiben. Renault hat seine Pläne bestätigt, sein Angebot an Full Hybrid E-Tech Modellen in Europa auch nach 2030 beizubehalten. Die Marke will auch ihren Einsatz außerhalb Europas verstärken, um in einer Reihe von Regionen weltweit eine Alternative zu Dieselmotoren zu entwickeln. Einige Modelle werden neben Hybrid- und Verbrennungsmotoren auch mit einem Elektroantrieb angeboten.

Vollelektrische Fahrzeuge sollen weiterhin ein zentraler Bestandteil der Strategie von Renault bleiben. Die nächste Generation an Elektroautos für das C- und D-Segment werde auf der neuen mittelgroßen Elektroplattform RGEV medium 2.0 basieren. Diese wurde für den europäischen Markt entwickelt und biete eine größere Reichweite, eine 800-Volt-Architektur für ultraschnelles Laden, moderne Technologien und optimierte Effizienz.

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Die modulare und vielseitige Architektur wurde für die Segmente B+ bis D entwickelt und eigne sich für alle Karosserieformen. Drei Konfigurationen sollen umgesetzt werden: 100 Prozent elektrisch mit einer Reichweite von bis zu 750 km WLTP, Allrad elektrisch mit einer Anhängelast von bis zu 2 Tonnen oder elektrisch mit einem Range-Extender. Damit will Renault eine innovative, zuverlässige und einfache Lösung bieten, die die Vorteile der vollelektrischen Mobilität mit der Freiheit einer hohen Reichweite verbindet, ohne Kompromisse beim elektrischen Fahrerlebnis einzugehen.

Im Bereich der Nutzfahrzeuge treibt Renault die Elektrifizierung mit dem Trafic E-Tech Elektrisch voran. Das erste Software-definierte Fahrzeug (SDV) der Marke soll auch das erste mit 800-Volt-Technologie sein. Diese ermöglicht schnelles Laden und eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern.

Der Renault R-Space Lab: Ein „voitures à vivre” für eine neue Zeit

Mit dem R-Space Lab erforscht Renault den Geist der „voitures à vivre“ für eine neue Zeit. Basierend auf der Arbeit der Garage Futurama, dem Innovationslaboratorium der Renault Group für die Entwicklung intelligenter Fahrzeuge ab 2030, weist der Renault R-Space Lab einen hellen, modularen Innenraum und Technologien auf, die intuitiv je nach Verwendungszweck neu konfiguriert werden können. Ohne Vorläufer eines Serienmodells zu sein, verkörpert der R-Space Lab die DNA der Marke – und zeigt, was die „Autos zum Leben“ von Renault in Zukunft ausmachen soll.

Das Cockpit des R-Space Lab rückt den Menschen in den Mittelpunkt; Technologie soll nur dort zum Einsatz kommen, wo sie gebraucht wird und einen echten Mehrwert bietet. Der geschwungene OpenR Panorama-Bildschirm nimmt die gesamte Breite der Armaturentafel ein, zeigt Geschwindigkeit, Multimedia und Sicherheitshinweise der Fahrassistenzsysteme an und soll sich dabei optimal ablesen lassen. Die Hauptfunktionen werden über den zentralen Touchscreen gesteuert – so natürlich wie bei einem Smartphone. Das kompakte Lenkrad gibt freie Sicht und soll dank Steer-by-Wire-Technologie auch den Fahrkomfort verbessern.

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Im Einklang mit dem „Human First“-Programm erforscht Renault mit dem R-Space Lab neue Geräte, die die Sicherheit von Passagieren und anderen Verkehrsteilnehmern steigern können: etwa einen taktilen Alkoholtester zur Aufklärung und Unterstützung junger Fahrerinnen und Fahrer. Auch künstliche Intelligenz im Fahrzeug spielt eine Rolle: Sie könnte beispielsweise den Safety Coach mit kontextbezogenen Funktionen und personalisierten Empfehlungen verbessern, dem Fahrer oder der Fahrerin helfen, sich im Fahrzeug zurechtzufinden, oder auf Wunsch auch als Fahrassistent dienen.

Ein komfortabler, modularer Innenraum

Mit seinem kompakten One-Box-Design kombiniert der Renault R-Space Lab bei 4,5 Metern Länge und 1,5 Metern Höhe fließende Linien mit einem großzügigen Innenraum. Der OpenR Panorama-Bildschirm schafft Platz im Cockpit. Weil Front- und Vorhangairbags auf der Beifahrerseite in den Sitz integriert sind, bleibt das Armaturenbrett frei. Dadurch entsteht Platz für ein Multifunktions-Handschuhfach, in dem beispielsweise ein Tablet oder eine Tasche verstaut werden können. Alternativ kann es auch ausgeklappt werden, um Platz zum Entspannen und Ausstrecken der Beine zu schaffen. Der Beifahrersitz lässt sich bis in die zweite Reihe zurückschieben, um leichter mit den Passagieren im Fond oder einem Kind im Kindersitz interagieren zu können.

Die drei einzelnen Rücksitze sind gleich breit; ihre leicht geneigten Rückenlehnen sollen hohen Sitzkomfort bieten. Weil die Rückenlehnen zudem umklappbar sind und sich die Sitzpolster nach oben klappen lassen, entsteht in Verbindung mit dem flachen Boden ein modulares Innenraum-Layout.

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So können die Sitze bis ganz nach vorne geschoben werden, um viel Platz im Kofferraum etwa für ein Fahrrad zu schaffen. Im Fond können bei hochgeklappten Sitzpolstern beispielsweise sperrige Gegenstände oder ein Haustier untergebracht werden. Und um den Einstieg und das Beladen noch einfacher zu machen, lassen sich die hinteren Türen in einem Winkel von bis zu 90° öffnen.

Darüber hinaus soll der Renault R-Space Lab ein besonders helles und luftiges Raumgefühl bieten. Zu verdanken ist dies den großzügigen Glasflächen: Die Windschutzscheibe geht in ein komplett verglastes Dach über und sorgt zusammen mit den schlanken Säulen, der halben B-Säule und rahmenlosen Türen für einen lichtdurchfluteten Innenraum, der dadurch größer wirkt und sich nach außen hin öffnet.

Ausweitung der internationalen Offensive

„Renault stützt sich nun auf robuste Standorte in Marokko, der Türkei, Lateinamerika, Südkorea und Indien, wo wir bereits über eine starke industrielle und kommerzielle Präsenz verfügen. Mit futuREady ist unser Ziel klar: Wir wollen unsere Position in unseren Schlüsselmärkten mit Produkten stärken, die vollständig an die jeweilige Region angepasst, elektrifiziert und der Renault DNA treu sind“, sagt Fabrice Cambolive, Chief Growth Officer, Renault Group, Chief Executive Officer, Marke Renault.

Die fünf Standorte von Renault seien „Wachstumsmotoren“, so Cambolive: „Ihre Aufgabe ist es, wettbewerbsfähige Fahrzeuge zu entwickeln, zu produzieren und zu exportieren, wobei sie unsere technische Basis nutzen, die von drei globalen Plattformen geteilt wird.“ Diese Kombination aus lokaler Agilität und globaler Kohärenz soll der Schlüssel zu Renaults beschleunigter Expansion außerhalb Europas sein.

Zusätzlich zu den acht neuen Produkten, die außerhalb Europas geplant sind und von denen fünf bereits bekannt sind (Kardian, Duster, Grand Koleos, Boreal und Filante), will die Marke ihr internationales Wachstum mit der Einführung von 14 neuen Modellen bis 2030 beschleunigen.

Renault will sich dabei vor allem auf seine Standorte in Lateinamerika, Südkorea und Indien stützen, wo die Marke bereits über eine starke industrielle und kommerzielle Präsenz verfügt. Zusammen repräsentieren diese Märkte ein Potenzial, das dem in Europa entspreche, so der Hersteller.

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Durch gemeinsame Plattformen, auf jeden Markt zugeschnittene strategische Partnerschaften und agile lokale Organisationen will Renault weiterhin globale Fahrzeuge entwickeln und diese an die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Märkte anpassen. So will die Marke über ihre Werke in Brasilien und Südkorea die Multi-Energie-Plattform GEA (Geely Electric Architecture) nutzen, um ihre Palette um emissionsfreie und emissionsarme Fahrzeuge zu erweitern.

Indien ist einer der Hauptpfeiler dieses Plans. Es ist einer der am schnellsten wachsenden Automobilmärkte der Welt, angetrieben durch Elektrifizierung und SUV-Verkäufe. Renault ist seit fünfzehn Jahren in Indien präsent und nutzt seine Marktkenntnisse und ein vollständig integriertes lokales Ökosystem. Auf diese Weise soll Indien zu einem globalen Produktions- und Lieferzentrum für die Marke werden, das sowohl den heimischen Markt als auch viele andere Länder bedient. Bis 2030 sollen vier neue Modelle in Indien entwickelt und montiert werden, darunter 100 Prozent elektrische und Vollhybrid-Fahrzeuge.

Renault Bridger Concept: Symbol für die internationale Offensive ab 2027

Das Showcar Bridger Concept steht für die internationale Offensive von Renault. Das weniger als vier Meter lange SUV-Modell soll neue Maßstäbe für das Fahren in der Stadt setzen und neue Kundinnen und Kunden im B-Segment gewinnen. Die Proportionen sind für dieses Fahrzeugsegment durchaus überraschend. Die hohe Bodenfreiheit von 200 mm vermittelt ein robustes, selbstbewusstes Äußeres und verleiht dem Bridger Concept zusammen mit den 18-Zoll-Rädern die Präsenz und den Stil eines kompakten Abenteurers.

Trotz seiner kompakten Außenmaße soll der Bridger Concept innen großzügig sein und in seiner Klasse neue Maßstäbe setzen in Sachen Platzangebot und Raumgefühl. Im Fond beträgt die Beinfreiheit 200 mm, laut Renault ein Bestwert in diesem Segment. Der Kofferraum kommt mit einem großzügigen Fassungsvermögen von 400 Litern. Und schließlich bietet die erhöhte Sitzposition eine gute Sicht auf die Straße und ein hohes Sicherheitsgefühl.

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Mit dem Bridger Concept gibt Renault einen Ausblick auf ein erstes Fahrzeug, das in weniger als zwei Jahren in Indien entsprechend den neuen Standards der Renault Group entwickelt werden soll. Es basiert auf der modularen Plattform der Renault Group mit dem neuen Namen RGMP small und werde je nach Markt als Verbrenner-, Hybrid- oder Elektroversionen erhältlich sein. Es soll zunächst Ende 2027 in Indien auf den Markt kommen und dann schrittweise in anderen internationalen Märkten eingeführt werden.

Quelle: Renault – Pressemitteilung vom 10.03.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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