Renault Trafic E-Tech kommt 2026 mit 800-Volt-Plattform

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Sebastian Henßler
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Renault nutzt die Solutrans 2025 in Lyon, um die Serienversion des neuen Trafic E-Tech elektrisch erstmals öffentlich zu zeigen. Das Modell markiert einen wichtigen Schritt für die leichte Nutzfahrzeugsparte des Herstellers, denn es ist das erste Auto der Marke, das auf der flexiblen SDV-Architektur von Ampere basiert. Diese Softwarestruktur bildet das Fundament für eine zentralisierte Elektronik, die sich über Jahre hinweg aktualisieren lässt. Hinzu kommt die Premiere der 800-Volt-Technologie, die schnelles Laden ermöglicht und laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern nach WLTP bieten kann.

Damit beginnt für den Transporter ein neuer Abschnitt. Der Trafic gehört seit 1980 zum Kern des Renault Angebots und prägt seit Jahrzehnten das Segment mittelgroßer Nutzfahrzeuge. Mehr als 2,5 Millionen Einheiten entstanden seither in verschiedenen Generationen. Die elektrische Variante führt diese Baureihe in eine Phase, in der emissionsfreie Antriebe an Bedeutung gewinnen. Renault plant, das Kastenwagenmodell ab Ende 2026 anzubieten; weitere Versionen wie Plattformfahrgestell, Pritsche oder Cargo-Box sollen folgen.

Kompakte Dimensionen für den urbanen Einsatz

Der Hersteller rückt bei der neuen Generation kompakte Dimensionen und Alltagstauglichkeit in den Vordergrund. Grundlage ist eine vollelektrische Skateboard-Plattform, die dank minimalem vorderen Überhang und hinten platziertem Antrieb ein Verhältnis von Nutzraum und Außenmaßen schafft, das im urbanen Einsatz Vorteile verspricht. Der Wendekreis entspricht dem eines Clio. Abhängig von der Länge stehen 5,1 oder 5,8 Kubikmeter Laderaum bereit, wobei eine geringere Gesamthöhe den Zugang zu Parkhäusern erleichtern soll. Große seitliche und hintere Türen sollen das Beladen mit Paletten vereinfachen.

Optisch knüpft Renault an das aktuelle Markendesign an. Die Front trägt ein durchgehendes Leuchtenband, ergänzt durch ein hinterleuchtetes Logo und zurückhaltend gestaltete Scheinwerfer. Schwarze Elemente an Stoßfängern, Seiten und Heck betonen die Robustheit, während Lasermuster Details hervorheben. Der Transporter erhält zudem erstmals eine eigenständige Lichtsignatur am Heck, die aus vertikalen Linien neben den asymmetrischen Türen besteht.

Renault

Im Innenraum verbindet Renault eine klare, funktionale Gestaltung mit moderner Digitaltechnik. Das Cockpit wird von einem 10-Zoll-Kombiinstrument und einem 12-Zoll-Mittelbildschirm geprägt. Sitze mit Stoff- und Jeansbezügen sollen Haltbarkeit und Komfort vereinen. Für den gewerblichen Einsatz stehen zahlreiche Ablagen zur Verfügung, darunter offene Fächer, Getränkehalter und Stauräume in den Türen. Ein großes Fach unter der Windschutzscheibe bietet Platz für größere Gegenstände und besteht aus einem Naturfaser-Verbundmaterial, das den nachhaltigen Ansatz unterstreicht.

Der ökologische Anspruch zeigt sich auch beim Einsatz recycelter Materialien. Renault strebt einen Anteil von mehr als 23 Prozent des Gesamtgewichts an, bei Kunststoffen sollen über 15 Prozent aus wiederverwerteten Quellen stammen. Die Polsterung enthält zur Hälfte recycelten Jeansstoff.

Zwei Batterievarianten für unterschiedliche Anforderungen

Für unterschiedliche Einsatzprofile gibt es zwei Batterievarianten: eine NMC-Batterie für lange Strecken sowie eine LFP-Option für den überwiegend städtischen Einsatz. Die Zellen stammen aus europäischer Produktion, montiert werden die Batterien im Werk Sandouville. Die 800-Volt-Technologie ermöglicht nach Unternehmensangaben das Laden von 15 auf 80 Prozent in etwa 20 Minuten, was rund 260 zusätzlichen Kilometern entspricht. Ein neuer Elektromotor mit 150 kW und 345 Nm sorgt für die nötige Antriebsleistung und erlaubt hohe Nutz- und Anhängelasten, sofern die Homologation dies bestätigt.

Die SDV-Architektur erweitert die elektronische Ausstattung deutlich. Über das Betriebssystem CAR OS können Funktionen aus der Ferne aktualisiert werden. Renault betont, dass sich damit neue Dienste, Apps und personalisierte Profile integrieren lassen. „Die zentralisierte Software bietet eine Weiterentwicklung über die gesamte Lebensdauer“, heißt es aus Unternehmenskreisen. Gewerbliche Nutzer sollen von vorausschauender Wartung profitieren, die Verschleiß früh erkennt und Ausfallzeiten reduziert.

Die Produktion des Modells erfolgt in Sandouville, wo auch Umbauten der Tochter Qstomize entstehen. Durch die Integration in bestehende Linien sollen Kosten und Abläufe stabil bleiben. Der Marktstart ist für Ende 2026 vorgesehen.

Quelle: Renault – Pressemitteilung vom 18.11.2025

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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