VWs Powerco baut Kanadas größte Batteriefabrik

VWs Powerco baut Kanadas größte Batteriefabrik
Copyright:

PowerCo

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

Volkswagens Batterieunternehmen Powerco gab vor wenigen Tagen bekannt, dass es nach Verzögerungen nun mit dem Bau von Kanadas größter Batteriefabrik für Elektroautos beginnt. Mit dem neuen Werk in St. Thomas, das drei große Gebäude und eine Gesamtfläche von fast 80.000 Quadratmetern umfasst, sollen nach Angaben der Pressemitteilung Kanadas Zukunft in der Elektroauto-Fertigung gefestigt, das Wirtschaftswachstum gefördert und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der Produktionsbeginn in Ontario ist für 2027 geplant und wird damit voraussichtlich früher sein, als der immer wieder nach hinten verschobene Produktionsstart im spanischen Werk von Powerco Sagunt. Die Fabrik in St. Thomas ist neben Sagunt und Salzgitter die dritte und weltweit größte Batteriefabrik des Herstellers.

„Elektroautos sind die Zukunft der globalen Automobilbranche und wir sind stolz darauf, eine so bedeutende Investition anzuführen und Kanada an die Spitze der innovativen Produktion von Elektroautobatterien zu bringen“, so Frank Blome, CEO von Powerco. „Unser Ziel ist es, einen globalen Batterie-Marktführer mit einer starken Präsenz in Europa und Nordamerika aufzubauen.“

Milliardeninvestition für Gigafactory

Die Fabrik entsteht in Zusammenarbeit mit dem lokalen Bauunternehmen Magil Construction Canada und Steelcon, wobei der Bau der Fabrik auf Tempo ausgelegt ist und eine enorme Menge an Material benötigt wird: Allein für das Fundament sollen mehr als 32.000 Kubikmeter Beton und etwa 4850 Tonnen Bewehrungsstahl zum Einsatz kommen. Das Unternehmen selbst spricht von einer rasanten Dynamik.

Powerco wurde 2022 als Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns gegründet und hat seinen kanadischen Hauptsitz in St. Thomas, Ontario. In die neue Gigafactory werden umgerechnet bis zu 4,3 Milliarden Euro investiert. Bei voller Auslastung sollen jährlich bis zu 90 Gigawattstunden Batteriezellen hergestellt werden.

Nach der Fertigstellung soll die Gigafactory die Einheitszelle von Powerco nach Kanada bringen. Die kanadische Automobilindustrie hat in der letzten Zeit einige Rückschläge einstecken müssen, weshalb der Bau des Batteriewerks ein wichtiges Signal für das Land ist. Erst zuletzt wurde die Produktion des Elektrotransporters Brightdrop von General Motors eingestellt und ein Jeep-Modell des Konzerns Stellantis in die USA verlegt.

Hoffnung für die kanadische Automobilbranche

Entsprechend sei die Gigafabrik von Powerco ein wichtiger Schritt, um Kanada zu einem weltweit führenden Standort in der Elektroauto- und Batterieindustrie zu machen, so Melanie Joly, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Industrie von Kanada. Außerdem werde der Bau gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen, während Kanada auf eine sauberere, nachhaltigere und widerstandsfähigere Wirtschaft hinarbeite, sagte Joly weiter.

Entsprechend sei die Personalbeschaffung bereits in vollem Gange und es seien bereits über 100 Bewerbungen eingegangen, so die Pressemitteilung. Der Premierminister von Ontario ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ontario hat die besten Arbeitskräfte der Welt und die einmalige Investition von Powerco ist der Beweis dafür, dass wir hier alles haben, was wir brauchen, um die wettbewerbsfähigste Wirtschaft der G7 aufzubauen“, sagte Doug Ford.

Quelle: Powerco – Pressemitteilung vom 28. Oktober 2025

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Batterieentwicklung

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

Daniel Krenzer  —  

T&E warnt: Weicht die EU das Verbrenner-Aus weiter auf, könnten 34 Batteriefabriken in Northvolt-Größe verloren gehen – ein Milliardendesaster.

Europas Batteriekrise: Morrow Batteries meldet Insolvenz an

Europas Batteriekrise: Morrow Batteries meldet Insolvenz an

Sebastian Henßler  —  

Morrow Batteries ist pleite. Warum scheitern Zellhersteller, wenn sie produzieren und Kunden beliefern? Der Fall gibt eine unbequeme Antwort auf die Frage.

Grünheide wird Teslas erste Komplett-Fabrik in Europa

Grünheide wird Teslas erste Komplett-Fabrik in Europa

Sebastian Henßler  —  

Tesla investiert 213 Millionen Euro in die Batteriezellfertigung in Grünheide und plant ab 2027 die komplette E-Auto-Produktion unter einem Dach in Europa.

FastBat: Maßgeschneiderte Batterien für Europas Zukunft

FastBat: Maßgeschneiderte Batterien für Europas Zukunft

Sebastian Henßler  —  

Prof. Kampker forscht nicht an Problemen, die keiner hat – sondern baut ein komplettes Batterieökosystem für Nischen, Drohnen und kritische Infrastruktur.

Togg und CATL-Tochter CAIT entwickeln B-Segment-Plattform

Togg und CATL-Tochter CAIT entwickeln B-Segment-Plattform

Sebastian Henßler  —  

CATL-Tochter CAIT und Togg entwickeln gemeinsam eine Fahrgestellplattform für drei B-Segment-Modelle – das erste davon soll 2027 in Serienproduktion gehen.

Batterieboom: Wer profitiert und wer nicht?

Batterieboom: Wer profitiert und wer nicht?

Sebastian Henßler  —  

Der E-Auto-Batteriemarkt legt global um 9,1 Prozent zu. CATL baut seine Dominanz weiter stark aus – Koreas Hersteller verlieren an Boden.

Deutschland Spitze beim Batterie-Recycling – auf dem Papier

Deutschland Spitze beim Batterie-Recycling – auf dem Papier

Sebastian Henßler  —  

Patente rund um das Batterie-Recycling wachsen jährlich um stolze 42 Prozent. Asien dominiert mit 63 Prozent, BASF und Duesenfeld führen Europas Spitze an.