IAA: Volkswagen zeigt Festkörperakku und Einheitszelle

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Tobias Stahl
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Rechtzeitig zur Mobilitätsmesse IAA, die in dieser Woche startet, präsentiert die Volkswagen-Gruppe drei Technologien, die zu den zentralen Zukunftsfeldern der Automobilindustrie und Energiewirtschaft gehören könnten: Das erste Konzernfahrzeug mit einer Feststoffbatterie, die serienreife Einheitszelle der VW-Batterietochter PowerCo sowie einen Batterie-Großspeicher, der noch in diesem Jahr in Salzgitter ans Netz gehen soll.

Das erste Konzernfahrzeug mit Festkörperbatterie ist ein Zweirad

Beim Festkörper-Erstling des Wolfsburger Konzerns soll es sich jedoch nicht um ein E-Auto, sondern um ein Zweirad handeln: PowerCo, Ducati und Audi haben einer Pressemeldung zufolge erstmals ein elektrisches Motorrad mit einer Feststoffbatterie von QuantumScape ausgerüstet. Der Technologieträger soll einen Ausblick auf die Zukunft der E-Mobilität mit höheren Reichweiten und kürzeren Ladezeiten bieten, wenngleich bis zum kommerziellen Einsatz der Feststofftechnologie noch weitere Entwicklungsschritte notwendig seien, so Volkswagen.

Das Motorrad basiert auf einer vollelektrischen, umfassend modifizierten Ducati V21L. Das Batteriesystem des E-Motorrads wurde speziell auf die Anforderungen der Feststoffbatterie ausgelegt und soll nun mit bis zu 980 QSE-5-Zellen von QuantumScape bestückt werden können. Die Festkörperbatterie mit Lithium-Metall-Anode und keramischem Separator soll keine Weiterentwicklung herkömmlicher Lithium-Ionen-Batterien sein, sondern eine grundlegend neue Zelltechnologie darstellen. Dem Hersteller zufolge bietet sie signifikante Vorteile hinsichtlich ihrer Energiedichte, Schnellladefähigkeit, Sicherheit sowie Lebensdauer.

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„Die Feststoffbatterie hat das Potenzial, zu einem Gamechanger in der E-Mobilität zu werden. Gemeinsam mit unserem Partner QuantumScape wollen wir die Technologie jetzt industrialisieren und den nächsten Schritt in Richtung Serie machen“, so VW-Technikvorstand Thomas Schmall. „Mit der Einheitszelle haben wir dafür ideale Voraussetzungen geschaffen: Sie ist ‚Solid State-ready‘ und ermöglicht einen schnellen Technologietransfer in die Fahrzeuge des Konzerns, sobald die Feststoffbatterie bereit ist“. 

Bis die Feststofftechnologie wirklich serienreif ist, dürften aber noch einige Jahre vergehen. Die Projektpartner wollen die Feststofftechnologie in den kommenden Monaten weiter testen – als nächsten Meilenstein nennt VW die Entwicklung eines renntauglichen Motorrads für Tests auf der Rennstrecke. Parallel arbeiten PowerCo und QuantumScape an der Integration der Feststofftechnologie in die PowerCo-Einheitszelle und damit ins Auto. Ziel sei die Entwicklung einer marktfähigen Lösung bis zum Ende des Jahrzehnts. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit mehreren Jahren in einer Entwicklungskooperation zusammen und haben ein gemeinsames Industrialisierungsteam am QuantumScape-Stammsitz in San Jose, Kalifornien aufgebaut.

450 km Reichweite: Neue PowerCo-Zelle soll 10 Prozent höhere Energiedichten erzielen

Deutlich näher am Markstart befindet sich indes die hauseigene Einheitszelle von Volkswagen und PowerCo: Die Unternehmen haben die Serienversion des Energiespeichers vorgestellt, der sein Debüt in der sogenannten „Electric Urban Car Family“ von Volkswagen, Škoda und Cupra feiern soll. Diese umfasst zwei Modelle unter dem Volkswagen-Emblem – ID. Polo und ID. Cross – sowie jeweils ein Modell von Škoda und Cupra, den Epiq und den Raval. Die Produktion der ersten PowerCo-Zellen soll Ende 2025 in der Gigafabrik Salzgitter starten, später folgt der Produktionsstart im spanischen Valencia und im kanadischen St. Thomas. Auch Vorprodukte wie das Kathodenmaterial stammen laut VW aus europäischer Produktion.

Mit einer volumetrischen Energiedichte von rund 660 Wh/l soll die PowerCo-Zelle zu den leistungsstärksten Batteriezellen im Volumensegment gehören. Gegenüber bisherigen Zellen soll die Einheitszelle eine um rund 10 Prozent höhere Energiedichte bieten, rechnet der Konzern vor. Auch das Batteriesystem wurde neu entwickelt und setzt nun durchgängig auf die Cell-to-Pack-Technologie.

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Batteriesystem und prismatische Einheitszelle sollen der Electric Urban Car Family Reichweiten von bis zu 450 Kilometern sowie Ladezeiten von unter 25 Minuten ermöglichen, es handle sich dabei jedoch noch um Prognosewerte. Wesentliche Bauteile sollen zudem im Großgussverfahren hergestellt werden, wodurch sich weitere Gewichtsvorteile ergeben sollen. Zugleich habe man die Kosten gegenüber bisherigen Batterien signifikant verringern können.

LFP, NMC und Feststoffzellen: Technologievielfalt in der Einheitszelle

Die Einheitszelle soll dem Volkswagen-Konzern als globale Technologieplattform dienen und künftig in bis zu 80 Prozent der Elektrofahrzeuge über Marken und Regionen hinweg zum Einsatz kommen. Sie kann mit verschiedenen Zellchemien von Lithium-Eisenphosphat (LFP) über Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) bis hin zur Feststoffzelle bestückt werden. Entwickelt und produziert wird die Zelle sowohl von der PowerCo als auch von externen Lieferanten.

PowerCo-CEO Frank Blome spricht von einer „Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts“, die für die Zukunft der europäischen Automobilindustrie von zentraler Bedeutung sein soll.

Die dritte Batteriepremiere, die der Konzern in dieser Woche feiert, betrifft stationäre Technologie: Im PowerCenter in Salzgitter bringt Volkswagens Lade- und Energietochter Elli im Dezember 2025 den ersten stationären Großspeicher ans Netz. Der Speicher mit 20 MW Leistung und 40 MWh Speicherkapazität basiert auf Batteriepacks von PowerCo und soll als skalierbare Plattform für den Energiehandel dienen. Hintergrund ist der rasch steigende Bedarf an Energiespeicherkapazitäten, um das schwankende Angebot von Wind- und Solarenergie mit der Nachfrage zu harmonisieren.

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Erst Ende August hat Elli bekannt gegeben, den Energiehandel als Serviceprodukt ab sofort auch für externe Kunden anzubieten. Externe Unternehmen können die VW-Tochter dann als Partner für die Energiebeschaffung heranziehen.

Quelle: Volkswagen Group – Pressemitteilung vom 08.09.2025

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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