Nach mehreren Jahren mit hohen Auslieferungszahlen hat Porsche im Jahr 2025 weltweit gut 279.000 Autos an Kund:innen übergeben. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang um rund zehn Prozent. Der Sportwagenhersteller ordnet diese Entwicklung nüchtern ein und verweist auf eine ausbalancierte Absatzstruktur über die Regionen hinweg sowie auf eine klar wertorientierte Steuerung des Angebots. Statt Volumen um jeden Preis steht die Zusammensetzung des Modellmix im Vordergrund.
Matthias Becker, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Porsche AG, beschreibt das Jahr als strategisch erwartete Konsolidierungsphase. Die niedrigeren Auslieferungen seien unter anderem auf Angebotslücken bei 718 und Macan mit Verbrennungsmotor zurückzuführen, aber auch auf eine schwächere Nachfrage nach hochpreisigen Modellen in China. Gleichzeitig betont Becker, dass neue Produkte wie der 911 Turbo S mit T-Hybrid-Antrieb sowie die Resonanz auf den Ende 2025 gestarteten Cayenne Electric zeigten, dass Porsche mit seinem Kurs weiterhin die Erwartungen der Kundschaft treffe.
Auffällig ist die wachsende Bedeutung elektrifizierter Antriebe im Gesamtportfolio. 34,4 Prozent aller ausgelieferten Autos verfügten 2025 über einen elektrifizierten Antrieb. Davon entfielen 22,2 Prozent auf vollelektrische Modelle und 12,1 Prozent auf Plug-in-Hybride. Damit erreichte Porsche beim Anteil reiner Elektroautos das obere Ende des eigenen Zielkorridors. Besonders in Europa zeigt sich dieser Wandel deutlich: Erstmals wurden dort mehr elektrifizierte Autos ausgeliefert als reine Verbrenner. Fast jedes dritte ausgelieferte Modell fuhr vollelektrisch vom Hof, während bei Panamera und Cayenne die Plug-in-Hybrid-Varianten den Markt dominierten.
Regional betrachtet bleibt Nordamerika der wichtigste Absatzmarkt. Mit mehr als 86.000 Auslieferungen lag das Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres. Auch die Übersee- und Wachstumsmärkte entwickelten sich stabil und verfehlten den Vorjahreswert nur knapp. In Europa hingegen gingen die Zahlen spürbar zurück. Außerhalb Deutschlands wurden gut 66.000 Autos ausgeliefert, im Heimatmarkt selbst knapp 30.000. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung liegt in regulatorisch bedingten Angebotslücken, insbesondere bei den Modellen 718 und Macan mit klassischem Antrieb.
Deutlich stärker fiel der Rückgang in China aus. Dort übergab Porsche knapp 42.000 Autos an Kunden, was einem Minus von 26 Prozent entspricht. Als Gründe nennt das Unternehmen ein schwieriges Marktumfeld im Luxussegment sowie einen intensiven Wettbewerb, vor allem bei vollelektrischen Modellen. Auch hier hält Porsche an seiner Strategie fest, Absatz und Preispositionierung strikt wertorientiert auszurichten.
Auf Modellebene bleibt der Macan das volumenstärkste Auto der Marke. Insgesamt wurden mehr als 84.000 Einheiten ausgeliefert, wobei mehr als die Hälfte auf die vollelektrische Variante entfiel. Parallel dazu läuft der Macan mit Verbrennungsmotor außerhalb der EU weiterhin stabil. Der 911 erreichte mit gut 51.500 Auslieferungen einen neuen Höchstwert und unterstreicht seine Rolle als konstante Säule im Portfolio. Rückläufig entwickelten sich hingegen Taycan und Cayenne, was Porsche unter anderem mit Nachholeffekten aus dem Vorjahr sowie dem insgesamt langsameren Hochlauf der Elektromobilität erklärt.
Mit Blick auf 2026 kündigt Becker eine realistische Planung an. Der Produktionsauslauf von 718 und Macan mit Verbrennungsmotor werde die Stückzahlen beeinflussen, gleichzeitig investiere Porsche weiter in den Antriebsdreiklang aus Verbrenner, Hybrid und Elektroauto. Ergänzend soll der Ausbau von Individualisierungsangeboten dazu beitragen, den wachsenden Wunsch nach maßgeschneiderten Autos stärker zu bedienen.
Quelle: Porsche – Pressemitteilung








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