Nissan hat die Entwicklungszeit bei seinem jüngsten Modell, dem Nissan Skyline, auf nur 26 Monate reduziert, während für das Vorgängermodell noch 55 Monate benötigt wurden, wie Unternehmenschef Ivan Espinosa kürzlich mitteilte. Durch die kürzeren Entwicklungszeiten will der angeschlagene Hersteller schneller auf Marktveränderungen reagieren können. Dabei orientiert sich Nissan am chinesischen Vorbild und setzt vermehrt auf Künstliche Intelligenz.
Das japanische Unternehmen kämpft bereits seit einigen Jahren mit rückläufigen Absatzzahlen, hohen Nettoverlusten und hohem Konkurrenzdruck, insbesondere durch die deutlich schneller agierenden chinesischen Hersteller. In diesem Zusammenhang äußerte Nissan-Präsident Espinosa, China setze derzeit die Industriestandards in der Automobilbranche. Man müsse von den Chinesen lernen und ihr Know-how exportieren.
Schneller durch den Einsatz von KI
Bei der Strategie der chinesischen Konkurrenz spiele laut Espinosa vor allem der Einsatz von KI-Diensten und neuen digitalen Tools in der Design-, Erprobungs- und Fertigungsphase eine Rolle, wie der Nissan-Chef gegenüber dem japanischen Wirtschaftsdienst Nikkei Asia äußerte. Zudem wolle Nissan immer mehr Chassis-Komponenten und andere Teile standardisieren, um künftige Entwicklungszeiten um etwa die Hälfte zu reduzieren.
Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, integriert der Hersteller künstliche Intelligenz in den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeugentwicklung. Zu den Technologien, die Nissan anwenden will, gehört etwa die KI-gestützte Schnellmodellierung, um sowohl Ästhetik als auch Aerodynamik zu optimieren und den Bedarf an manuellen Überarbeitungen deutlich zu reduzieren.
Die benötigte Zeit für Crash- und Haltbarkeitstests kann mithilfe von virtuellen Simulationen drastisch verkürzt werden, die mehr als 60 Prozent der Tests an physischen Prototypen ersetzen können. Durch KI-basierte Datenanalysen können Genehmigungsprozesse im Management vereinfacht werden und es kann insgesamt schneller auf Veränderungen im Markt reagiert werden.
Kooperation mit Dongfeng als Pilotprojekt
Bei dem Ziel, die Entwicklungszeiten zu halbieren, profitiert Nissan nicht zuletzt von der Kooperation mit dem chinesischen Automobilhersteller Dongfeng Motor. Gemeinsam haben beide Unternehmen das vollelektrische Modell N7 entwickelt, das im April 2025 auf den chinesischen Markt gebracht wurde und innerhalb eines Entwicklungszyklus von nur zwei Jahren entstanden ist.
Die neuen digitalen Prozesse sollen laut dem Unternehmenschef bereits bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 bei 90 Prozent der Fahrzeugentwicklung zum Einsatz kommen. Das erste Fahrzeug, bei dem der neue Arbeitsablauf erprobt wurde, sei der Skyline, den Nissan noch im Winter dieses Jahres vorstellen will. Künftig solle die Entwicklung neuer Modelle nicht länger als 30 Monate dauern, während bei den chinesischen Konkurrenten ein Entwicklungszyklus in der Regel nicht länger als 24 Monate dauert.
Quellen: Car News China – Nissan president: we are learning from China to accelerate our development speed / WinFuture – 2 Jahre für neuen Skyline: Nissan will Autos mit ‚China-Speed‘ entwickeln








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