Wie Nissan das Laden von Elektroautos neu denkt

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Nissan übernimmt die Federführung bei einem neuen Forschungsprojekt in Großbritannien, das intelligente Ladetechnologien, erneuerbare Energien und KI-gestützte Systeme in einem Elektroauto zusammenführen soll. Die britische Regierung fördert das Vorhaben mit rund zehn Millionen Pfund (11,5 Millionen Euro) im Rahmen des nationalen „Drive35″-Programms, das insgesamt vier Milliarden Pfund (4,6 Milliarden Euro) für die Entwicklung emissionsfreier Antriebe bereitstellt.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt trägt den Namen „Project SUITE“, abgeleitet von „Smart Use of Integrated Technology for EVs“. Koordiniert wird es vom Nissan Technical Centre Europe im britischen Cranfield. Gemeinsam mit zehn Partnern aus Industrie und Wissenschaft will Nissan mehrere Schlüsseltechnologien zur Marktreife entwickeln und in einem Fahrzeug integrieren. Als Testplattform dient der aktuelle Nissan Leaf.

Im Mittelpunkt steht ein intelligentes Lademanagementsystem, das Energieflüsse automatisch optimieren, Stromkosten senken und überschüssige erneuerbare Energie ins Netz einspeisen soll. Ergänzt wird es durch eine bidirektionale Ladeeinheit, die Vehicle-to-Grid-Funktionen (V2G) unter realen Betriebsbedingungen ermöglicht. Hinzu kommt ein Traktionsinverter auf Galliumnitrid-Basis (GaN) mit KI-gestützter Steuerung, der einen geringeren Energieverbrauch bei gleichzeitig hoher Leistung anstrebt.

Solarzellen direkt im Fahrzeug integriert

Ein weiteres Element sind integrierte Tandem-Solarzellen, die die Fahrzeugbatterie während der Fahrt oder im Stand mit selbst erzeugtem Strom nachladen sollen. Ziel ist es, die Reichweite zu verlängern und die Abhängigkeit von externen Lademöglichkeiten zu reduzieren. Alle Komponenten sollen in einem Gesamtsystem zusammengeführt werden, das Effizienz, Solarenergie an Bord, intelligentes Laden und V2G-Funktionalität verbindet.

David Moss, Senior Vice President Research and Development bei Nissan AMIEO, betont den strategischen Rahmen des Projekts: „Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft entwickeln wir Lösungen, die die Betriebskosten senken, die Effizienz steigern und den Kundennutzen erhöhen.“ Gleichzeitig sieht er in dem Projekt die Grundlage für künftige elektrifizierte Fahrzeuge des Unternehmens.

Ian Constance, CEO des Advanced Propulsion Centre UK, ordnet die Förderung in einen breiteren industriepolitischen Zusammenhang ein. Die im Rahmen von Drive35 unterstützten Projekte stärkten nicht nur einzelne Technologien, sondern auch Menschen, Kompetenzen und Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette. „Dieses Investitionspaket ist nicht nur eine Förderung von Technologien, sondern auch von Menschen, Kompetenzen und Unternehmen, die die Zukunft des nachhaltigen Verkehrs gestalten werden“, so Constance.

Infographic for “Project SUITE” showing a Nissan LEAF connected to solar, inverter, smart energy management, and automated charging technologies, highlighting benefits such as less charging, longer range, lower costs, and effortless charging.
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Project SUITE ist bereits angelaufen. Ob und in welcher Form die entwickelten Technologien in künftige Serienmodelle von Nissan einfließen werden, lässt das Unternehmen offen. Das Projekt positioniert Großbritannien als Standort für die Entwicklung integrierter Energie- und Mobilitätslösungen, während Nissan die gewonnenen Erkenntnisse für die Weiterentwicklung seiner Elektroauto-Plattformen nutzen will.

Quelle: Nissan – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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