MG IM5 und IM6: Technisch ihren Geschwistern klar überlegen

MG IM5 und IM6: Technisch ihren Geschwistern klar überlegen
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MG Motor

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 4 min

MG Motor erweitert sein Elektroauto-Portfolio in Deutschland um zwei Modelle, die deutlich über dem bisherigen Markenauftritt angesiedelt sind. Mit der Limousine MG IM5 und dem SUV-Coupé MG IM6 bringt die zum chinesischen SAIC-Konzern gehörende Marke ihre Technologieplattform „Intelligence in Motion“ (IM) nach Deutschland. Der Marktstart erfolgt einer Pressemitteilung zufolge im Juli. Während MG bislang vor allem für vergleichsweise günstige Elektroautos wie den MG4 oder den neuen MG S6 EV bekannt war, sollen IM5 und IM6 nun im Premiumsegment gegen Tesla, BYD, Xpeng und etablierte deutsche Hersteller antreten.

Technisch haben die beiden Neuzugänge dafür einiges zu bieten. Basis ist eine moderne 800-Volt-Architektur, die hohe Ladeleistungen und kurze Ladezeiten ermöglichen soll. MG spricht von einer neuen Generation intelligenter Elektromobilität, die Elektroantrieb, Batterie, Software und Fahrassistenzsysteme eng miteinander verknüpft. Besonders die Kombination aus großer Batterie, hoher Leistung und umfangreicher Serienausstattung dürfte viele Wettbewerber unter Druck setzen.

Der MG IM5 tritt als knapp fünf Meter lange Elektro-Limousine an. Angeboten werden drei Antriebsvarianten. Bereits die Standard-Range-Version leistet 217 kW (295 PS), verfügt über eine 75-kWh-Batterie und soll bis zu 490 Kilometer nach WLTP schaffen. Darüber rangiert die Long-Range-Ausführung mit 300 kW (408 PS), 100-kWh-Akku und bis zu 710 Kilometern Reichweite. Die Performance-Version bringt es sogar auf 553 kW (752 PS) und Allradantrieb. Trotz der hohen Leistung sollen noch bis zu 575 Kilometer WLTP-Reichweite möglich sein.

Coupé nur mit großem Akku

Noch etwas höher positioniert sich der MG IM6. Das SUV-Coupé nutzt ausschließlich die große 100-kWh-Batterie und kombiniert diese je nach Ausführung mit Heck- oder Allradantrieb. Reichweite, Leistung und Beschleunigung liegen leicht unter denen des IM5, was vor allem auf das höhere Gewicht und die größere Karosserie zurückzuführen ist. Dafür bietet der IM6 mit bis zu 1640 Litern Ladevolumen deutlich mehr Platz und dürfte insbesondere Familien ansprechen.

Zur Serienausstattung zählen unter anderem ein 26,3 Zoll großes Panoramadisplay, ein Audiosystem mit 20 Lautsprechern, eine Wärmepumpe, induktives Laden für Smartphones, beheizte und belüftete Sitze sowie eine Allradlenkung. Besonders letztere ist in dieser Fahrzeugklasse bemerkenswert. Sie ermöglicht beim IM5 einen Wendekreis von lediglich 9,98 Metern. Zusätzlich verfügen die Fahrzeuge über einen sogenannten Crab-Mode, bei dem sich das Fahrzeug diagonal bewegen kann – eine Funktion, die bislang vor allem von einigen Premium- und Luxusmarken bekannt ist.

Preislich dürfte MG einen ähnlichen Weg gehen wie bereits beim MG4 oder dem neuen MG S6 EV: viel Technik zu vergleichsweise moderaten Preisen. Offizielle deutsche Preise nennt der Hersteller bislang zwar nicht. In Großbritannien startet der IM5 allerdings bei rund 40.000 Pfund, während der IM6 dort ab etwa 48.500 Pfund angeboten wird. Für Deutschland werden Einstiegspreise ab etwa 45.000 Euro erwartet.

Damit würden die beiden Modelle direkt gegen Fahrzeuge wie den Tesla Model 3, das Tesla Model Y, den BYD Seal, den BYD Sealion 7 oder den etwas größeren Xpeng P7+ antreten. Gleichzeitig geraten auch deutsche Modelle wie der Volkswagen ID.7, der Audi A6 e-tron oder der Mercedes-Benz EQE ins Visier.

Hohe Reichweite, sehr schnelles Laden

Vor allem bei der Reichweite kann sich der IM5 dabei neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus sehen lassen. Mit bis zu 710 Kilometern WLTP übertrifft er viele direkte Wettbewerber von BYD und Tesla und bewegt sich teilweise sogar auf dem Niveau deutlich teurerer deutscher Premiumfahrzeuge. Gleichzeitig bietet die 800-Volt-Technik Vorteile beim Schnellladen.

Interessant ist zudem die strategische Bedeutung der beiden Fahrzeuge. Offensichtlich versucht nun auch MG den Sprung vom Preis-Leistungs-Anbieter zur Technologie-Marke. Beobachter sehen die IM-Reihe daher als Versuch, das bisherige „günstig, aber einfach“-Image der Marke hinter sich zu lassen und neue Kundengruppen anzusprechen.

Ob dies gelingt, wird sich nach dem Marktstart im Juli zeigen. Rein auf dem Papier bringen MG IM5 und IM6 jedoch viele Eigenschaften mit, die bislang (bis auf wenige asiatische Ausnahmen) vor allem deutlich teureren Elektroautos vorbehalten waren: 800-Volt-Technik, hohe Reichweiten, Allradlenkung, umfangreiche Serienausstattung und Leistungen von bis zu 752 PS. Sollte MG diese Kombination tatsächlich zu den erwarteten Preisen anbieten, könnten die beiden Modelle den Wettbewerb im europäischen Elektroauto-Markt nochmals verschärfen.

Quelle: MG Motor – Pressemitteilung vom 1. Juni 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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