Chinas Staatsrat hat den Aktionsplan zum Erreichen des Emissionshöhepunkts im Rahmen des 15. Fünfjahresplans veröffentlicht. Darin verankert ist ein neues Etappenziel für die Elektrifizierung des größten Automarkts der Welt: Bis 2030 sollen Fahrzeuge mit neuer Energie (NEV), also Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge, einen Anteil von 30 Prozent am gesamten Fahrzeugbestand erreichen. Der Plan ordnet sich in das übergeordnete Ziel ein, den Höhepunkt der CO2-Emissionen noch vor 2030 zu erreichen.
Um diese Marke zu erreichen, muss sich der NEV-Bestand innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppeln. Ende 2025 lag die Zahl der zugelassenen NEV in China bei 43,97 Millionen Einheiten, das entspricht einem Anteil von 12,01 Prozent am gesamten Fahrzeugbestand. Das geht aus Daten des chinesischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit hervor. Batterieelektrische Autos machten davon mit 30,22 Millionen Einheiten bereits 68,74 Prozent des NEV-Bestands aus.
Der Plan bleibt nicht auf private Pkw beschränkt. Auch bei Nutzfahrzeugen im gewerblichen Transport soll der Anteil neuer Energien bis 2030 auf 25 Prozent steigen. Vorgesehen ist zudem eine beschleunigte Elektrifizierung von Fahrzeugen im öffentlichen Sektor sowie die Umstellung auf neue Energien an Baustellen, in Bergwerken, Häfen und Flughäfen. Schwerlastwagen mit neuer Energie sollen in großem Maßstab zum Einsatz kommen.
Damit die Nachfrage bedient werden kann, sieht der Plan einen Ausbau der Lade- und Betankungsinfrastruktur vor. Dazu zählen neben Lade- und Batteriewechselstationen auch Angebote für grünen Wasserstoff, Ammoniak und Methanol. Entlang von Autobahnen und wichtigen Fernstraßen mit hohem Güterverkehrsaufkommen sollen zudem klimaneutrale Straßenkorridore entstehen. Ergänzt wird dies durch klimaneutrale Wasserstraßenkorridore und den Ausbau von Schiffen, die mit Strom, verflüssigtem Erdgas, Biodiesel oder grünem Methanol angetrieben werden.
Auch der Energiesektor bekommt klare Vorgaben
Über den Verkehrssektor hinaus benennt der Plan Ziele für Chinas Energiewende insgesamt. Die CO2-Emissionen je Einheit Bruttoinlandsprodukt sollen bis 2030 gegenüber dem Niveau von 2025 um 17 Prozent sinken. Nicht fossile Energieträger sollen dann 25 Prozent des Energieverbrauchs abdecken, nach 21,7 Prozent im Jahr 2025. Die installierte Kapazität von Wind- und Solarenergie soll auf mehr als 2,8 Milliarden Kilowatt steigen, während die Kapazität laufender Kernkraftwerke bei rund 110 Millionen Kilowatt liegen soll.
Bei den Speichertechnologien strebt der Plan eine installierte Kapazität neuer Energiespeicher von 300 Millionen Kilowatt an, hinzu kommen rund 160 Millionen Kilowatt aus Pumpspeicherkraftwerken. Während der Laufzeit des 15. Fünfjahresplans soll zusätzlicher Strombedarf vorrangig durch zusätzliche saubere Energieerzeugung gedeckt werden.
Tian Zhiyu, Direktor des Zentrums für nachhaltige Entwicklung am Energy Research Institute der nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, ordnete die Bedeutung des Plans laut einem Bericht des Senders CCTV ein. Vor dem Hintergrund von Turbulenzen auf internationalen Energiemärkten und bei globalen Transportkorridoren komme dem Plan erhebliches Gewicht für die Absicherung einer hochwertigen Entwicklung zu. China werde damit von einer kohledominierten Entwicklungsstufe direkt in eine von nicht fossilen Energien geprägte Phase übergehen und die Stufe einer öl- und gasdominierten Wirtschaft überspringen, so Tian.
Der Plan enthält außerdem industriepolitische Vorgaben. Während der Laufzeit des 15. Fünfjahresplans sollen rund 100 klimaneutrale Parks auf nationaler Ebene sowie etwa 500 klimaneutrale Fabriken entstehen. Die Wettbewerbsfähigkeit von Industrien wie neuen Energien, NEV und Traktionsbatterien soll gestärkt werden, parallel dazu sollen Wasserstoff und grüne Kraftstoffe als Zukunftsbranchen aufgebaut werden. Ein neu einzurichtender nationaler Fonds für den kohlenstoffarmen Übergang soll privates Kapital gezielt in Projekte zur Emissionsminderung lenken.
Schlüsselindustrien wie Stahl, Elektrolyse-Aluminium, Zement, Flachglas und Petrochemie sind aufgefordert, Projekte zur Energieeinsparung und Emissionsminderung voranzutreiben. Für Industriebetriebe oberhalb einer bestimmten Größenordnung soll der CO2-Ausstoß je Einheit Wertschöpfung während der Planlaufzeit um mehr als 17 Prozent sinken, während der Energieverbrauch je Einheit Bruttoinlandsprodukt um etwa 10 Prozent zurückgehen soll.
Quelle: CnEVPost – BREAKING: China targets NEVs to make up 30% of car fleet by 2030









Wird geladen...