Nächster China-Riese drängt mit E-Autos nach Europa

Nächster China-Riese drängt mit E-Autos nach Europa
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Dongfeng

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der nächste große chinesische Automobilhersteller will in Europa und auch in Deutschland stärker Fuß fassen: Dongfeng Motors. Was hierzulande noch nach Exotenmarke klingt, ist in China ein echtes Schwergewicht. Der Staatskonzern verkaufte im vergangenen Jahr rund 3 Millionen Fahrzeuge und gehört damit zu den großen Playern der Branche. Nun soll offenbar auch der deutsche Markt stärker ins Visier genommen werden.

Nach Informationen der Automobilwoche will Dongfeng Motors Deutschland deutlich durchstarten. Dabei geht es nicht nur um ein einzelnes Modell, sondern um einen breiteren Auftritt mit mehreren Marken und Fahrzeugen, die bei uns aber alle unter dem Namen Dongfeng vermarktet werden sollen. Auf der deutschen Website des Importeurs ADG werden aktuell unter Modelle der Marken Dongfeng, Voyah und M-Hero geführt. Besonders spannend für den Massenmarkt dürfte zunächst aber der im Titelbild gezeigte Dongfeng Box sein.

Der kleine Elektro-Hatchback zielt genau in jene Lücke, über die in Deutschland seit Jahren gesprochen wird: bezahlbare Elektroautos unterhalb der 25.000-Euro-Marke. Zum Marktstart soll der Dongfeng Box inklusive Rabatt ab knapp weniger als 20.000 Euro angeboten werden. Damit würde der China-Stromer preislich in einer Region antreten, in der europäische Hersteller bislang nur langsam in die Gänge kommen. Modelle wie Citroën ë-C3, Fiat Grande Panda Elektro, Renault 5 E-Tech oder der kommende VW ID.2 zeigen zwar, dass Bewegung in das Segment kommt. Doch Dongfeng will offenbar nicht warten, bis sich die etablierten Hersteller sortiert haben. Dass der Preis ein scharfes Argument ist, zeigt offenbar schon die erste Nachfrage. Laut Automobilwoche sollen die ersten 3000 Dongfeng-Fahrzeuge bereits ausverkauft sein, die nächsten 6000 auf dem Schiff unterwegs.

Chinesische Hersteller deutlich im Kommen

Dongfeng trifft mit seinem Vorstoß zudem auf einen deutschen Markt, in dem chinesische Hersteller längst nicht mehr nur Randfiguren sind. Im ersten Halbjahr 2026 kamen bei den Marken mit mindestens 1000 Neuzulassungen fünf der sechs Hersteller mit dem höchsten prozentualen Zulassungsplus aus China beziehungsweise aus chinesischen Konzernstrukturen.

Der Markteintritt chinesischer Hersteller ist also längst in der deutschen Zulassungsstatistik angekommen. Dabei profitieren die Anbieter nicht nur von niedrigen Preisen, sondern auch von kurzen Entwicklungszyklen, umfangreicher Serienausstattung und einer inzwischen deutlich professionelleren Vertriebsstrategie. Die aktuelle E-Auto-Förderung, die vor allem auf Haushalte mit geringerem Einkommen zielt, spielte da den Herstellern günstigerer E-Autos in die Karten – also auch vielen chinesischen Modellen. Dies kritisierte zuletzt unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und forderte die Ausweitung der Förderung auf gebrauchte E-Autos.

Nicht nur aufs Auto kommt es an

Gleichzeitig bleibt der Weg für chinesische Hersteller nach Europa schwierig. Ein niedriger Einstiegspreis allein reicht nicht aus, um dauerhaft Vertrauen aufzubauen. Entscheidend werden Händlernetz, Ersatzteilversorgung, Softwarequalität, Garantieleistungen und Service-Erfahrung sein. Gerade neue chinesische Marken müssen beweisen, dass sie nicht nur Autos nach Europa bringen, sondern auch dauerhaft verlässliche Strukturen aufbauen können. Für viele Kundinnen und Kunden dürfte die Frage nicht lauten, ob ein Elektroauto aus China technisch mithalten kann. Die Frage lautet eher: Wer kümmert sich, wenn etwas nicht funktioniert? Beispiele wie Aiways zeigen, dass dies für Kunden durchaus zum Problem werden kann.

Trotzdem erhöht Dongfeng den Druck auf die etablierten Hersteller deutlich. Denn der Dongfeng Box zeigt, wo der Wettbewerb besonders schmerzhaft wird: nicht im Luxussegment, nicht bei Elektro-SUVs für 60.000 Euro, sondern bei bezahlbaren Alltagsautos. Genau dort entscheidet sich, ob Elektromobilität tatsächlich breiter in den Markt kommt. Für die europäischen Hersteller ist das unbequem. Viele haben jahrelang erklärt, günstige Elektroautos seien kaum wirtschaftlich darstellbar. Trotz EU-Sonderzöllen gelingt dies chinesischen Herstellern jedoch zunehmend. Will Europa nicht weite Teile seiner Automobilindustrie einbüßen, müssen hier schnellere und überzeugendere Antworten her.

Quelle: Automobilwoche – Nächste China-Marke: So greift Dongfeng Motors in Deutschland an

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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