Lucid Motors ernennt ehemaligen Tesla-Manager Hochholdinger zum Produktionschef

Lucid Motors ernennt ehemaligen Tesla-Manager Hochholdinger zum Produktionschef
Copyright:

Lucid

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Das US-Elektroauto-Start-up Lucid Motors holt sich reichlich automobile Erfahrung ins Haus: Der ehemalige Tesla- und zuvor Audi-Manager Peter Hochholdinger ist als Vice President of Manufacturing in das Unternehmen eingetreten. Mit seiner fast 30-jährigen Erfahrung in der Automobilherstellung wird Hochholdinger die weltweiten Produktionsabläufe von Lucid leiten, angefangen beim Lucid-Werk in Casa Grande, Arizona, bis hin zur Fertigungstechnik.

Vor Lucid war Hochholdinger drei Jahre lang als Vice President of Production bei Tesla, verantwortlich für die Einführung des Oberklasse-SUV Model X sowie die Fabriken in Fremont und Lathrop in Kalifornien und das Montagewerk in Tilburg, Niederlande. Vor seiner Zeit bei Tesla war Hochholdinger 24 Jahre lang für Audi tätig, wo er zum Senior Director of Production für Audi A4, A5 und Q5 aufstieg und die Montage von mehr als 400.000 Autos pro Jahr überwachte.

„Wir freuen uns sehr, Peter im Lucid-Team begrüßen zu dürfen. Die umfassende Erfahrung und die nachgewiesene Führungsrolle von Peter im Premium-Fahrzeugbau werden sich als von unschätzbarem Wert erweisen, wenn wir unsere Fortschritte mit der Einführung des Lucid Air und zukünftigen Modellen fortsetzen. Mit seinem Beitritt zu Lucid kann Peter einen branchenführenden Herstellungsprozess entwickeln, der die Qualitätsprodukte liefert, die unsere anspruchsvollen Kunden verlangen und verdienen.“ – Peter Rawlinson, CEO und CTO von Lucid

Es ist mir eine große Freude, in einer so aufregenden Zeit in der Unternehmensgeschichte zu Lucid zu stoßen“, kommentiert Hochholdinger seinen Wechsel. Er freue sich darauf, mit einem „Weltklasse-Team“ zusammenzuarbeiten, um die „unglaublichen Luxus-Elektroautos“ von Lucid erfolgreich in die Serienfertigung zu überführen.

Bei Lucid stößt Hochholdinger auf einige weitere ehemalige Tesla-Mitarbeiter. Lucids Vorstandschef Peter Rawlinson ist der ehemalige Chefingenieur des Tesla Model S. Peter Hasenkamp war bei Tesla für den Einkauf der Komponenten des Model S zuständig, Eric Bach arbeitete bei Tesla an den Modellen S, X und 3 und verantwortet bei Lucid die Entwicklung der Hardware. Und Lucids Verkaufschefin Doreen Allen war vorher mit der selben Aufgabe bei Tesla tätig.

Lucid will als erstes Elektroauto der Marke im kommenden Jahr die Limousine Air auf den Markt bringen, die im Jahr 2016 vorgestellt wurde. Zunächst nur in den USA, später auch in Europa und China. Der Air soll mit einer Batterieladung auf eine Reichweite von mehr als 600 km kommen, von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden beschleunigen und mehr als 300 km/h schnell fahren können. Im ersten Jahr sollen 10.000 Fahrzeuge vom Band rollen, für 2022 sind bereits 130.000 anvisiert. Bisher ist das Auto nur in den USA und Kanada vorbestellbar und soll um die 52.000 US-Dollar kosten, umgerechnet etwa 46.000 Euro.

Finanziell ist das Start-up gut ausgestattet, seitdem im vergangenen Jahr der saudi-arabische Staatsfonds PIF mehr als eine Milliarde Dollar in das Unternehmen investiert hat, um zum einen den Air als auch weitere Serienautos sowie den Aufbau einer Produktionsstätte zu ermöglichen.

Bei Tesla hingegen dürfte man nicht sehr erfreut sein über Hochholdingers Wechsel. Der Elektroauto-Pionier versucht seit mehreren Monaten, die Produktion des Mittelklasse-Stromers Model 3 bei mindestens 1000 Stück pro Tag zu stabilisieren. Zudem stehen Überarbeitungen der Premium-Baureihen Model S und X sowie die Produktion des neuen Model Y an, ein SUV auf der Basis des Model 3.

Quellen: Lucid Motors – Pressemitteilung vom 01.07.2019 // Teslamag – Tesla-Produktionschef Peter Hochholdinger arbeitet künftig für Lucid Motors // WirtschaftsWoche – Wiedervereinigung der Tesla-Veteranen

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

Tobias Stahl  —  

Nicht die Belegschaft und auch nicht die EU-Vorgaben sind Schuld an der Misere der europäischen Autoindustrie, meint T&E-Chef Bock – sondern die Chefetagen.

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Sebastian Henßler  —  

Schaeffler senkt seine Umsatzziele bis 2028 deutlich, weil der Wegfall der E-Auto-Förderung in den USA das Geschäft rund um Vitesco stärker bremst als erwartet.

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Sebastian Henßler  —  

Luftlos, transparent, biologisch abbaubar: Hankooks Konzeptreifen bricht mit allen Konventionen. Was heute schon geht und was fehlt, bis er serienreif ist.

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Daniel Krenzer  —  

VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt vor gefährdeten Werken in Deutschland. Kooperationen mit chinesischen Herstellern könnten helfen, Jobs zu sichern.

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Sebastian Henßler  —  

Nach den Protesten bei Mercedes-Benz fordert Bosch eine Taskforce. Auch beim Volkswagen-Konzern sollen laut IG Metall Beschäftigtenaktionen folgen.

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Daniel Krenzer  —  

Bei Automobilzulieferern steigt der Krankenstand laut AOK auf 8,94 Prozent. Besonders psychische Fehlzeiten nehmen demnach zu.