Lucid Motors erklärt seine langfristige Vision für erschwingliche Luxus-Elektroautos

Cover Image for Lucid Motors erklärt seine langfristige Vision für erschwingliche Luxus-Elektroautos
Copyright ©

Lucid Motors

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Das Elektroauto-Start-up Lucid Motors strebt zehn Kilometer Reichweite pro Kilowattstunde Akku und ultraschnelle Ladevorgänge an. Aber das sind nur zwei von vielen Punkten. „Ich spiele hier mit Lucid ein Schachspiel. Es geht nicht um ein einzelnes Produkt“, sagte Lucids Chief Technology Officer Peter Rawlinson in einem Gespräch mit dem US-Blog InsideEVs. Rawlinson war bis 2012 noch bei Tesla und dort der Chefingenieur des Tesla Model S.

Rawlinson ist der Meinung, dass Elektroautos zu einem „anderen Paradigma“ als die immer größeren Akkus wechseln müssen. Er sagte, der Schlüssel dafür bei Lucid sei die interne Technologiekompetenz, einschließlich der Produktion und des Designs von kleinen, hocheffizienten Motoren und Leistungselektronik sowie einem beispiellosem Niveau an Aerodynamik. Die bei Lucid gemachten Fortschritte könnten bei heutigen Elektroautos einen Effizienzsprung von etwa sechs Kilometern pro Kilowattstunde ausmachen.

Rawlinson möchte den höheren Wirkungsgrad der Batterie mit ultraschneller Ladetechnologie verbinden. Darauf zielt auch die Partnerschaft mit Electrify America ab, das ein landesweites Netz von 350-kW-Ladegeräten bereitstellen will. „Wir werden sehen, dass Electrify America an jeder Straßenecke Schnellladestationen installiert“, sagte er. Große Akkupakete mit mehr als 400 Kilometern Reichweite hält er deshalb für unnötig.

Lucid sei dazu in der Lage, ein echtes Luxusauto herzustellen, das weniger als 30.000 US-Dollar (etwa 26.500 Euro) kosten soll. „So ändern wir die Art und Weise, wie die Menschheit sich selbst mobilisiert“, sagte Rawlinson: „Das ist es, was mich antreibt. Es ist diese langfristige Strategie.

Rawlinson gab jedoch zu, dass Lucid auf dem Weg zum Erfolg zunächst ein Markenzeichen eines Fahrzeugs entwickeln muss, das eine „technologische Tour de Force“ ist. Dabei handele es sich um den Lucid Air, ein viertürige Elektro-Limousine, mit gut 1000 PS, etwa 640 Kilometer Reichweite und einem Spurtvermögen auf 100 km/h in weniger als drei Sekunden. Und das alles für nur 60.000 Dollar, also etwa 53.000 Euro.

Quelle: InsideEVs – Exclusive: Lucid Explains Long-Term Vision For Affordable Luxury EV

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Schreib einen Kommentar und misch dich ein! 🚗⚡👇


Dietrich Schneider, Bergheim:

Beim Thema Elektroauto geht es neben den Problemen der Lade-Infrastruktur doch im Wesentlichen nur um die Batterien bzw. Batterietechnologie.
Doch dazu erfährt man relativ wenig z.B.
Wie hoch ist die Energiedichte (Wh/kg) der zur Zeit produktionsreifen Batterien ?
Was kostet eine kWh der derzeit produktionsreifen Batterien ?
Wie hoch ist der reale kWh-Verbrauch pro 100 km eines E-Pkw der Golf-Klasse unter Berücksichtigung aller Nebenaggregate wie z.B. Heizung ?
Wie ist der Stand der Forschung Batterietechnologie ?
Trifft die Aussage zu, daß eine generelle Ablösung des Verbrennungsmotorantriebs durch den Elektromotorantrieb erst mit produktionsreifen Feststoffbatterien möglich sein wird ?

Ähnliche Artikel

Cover Image for China-Experte: „Fehler sind Teil des Fortschritts“

China-Experte: „Fehler sind Teil des Fortschritts“

Sebastian Henßler  —  

In der aktuellen Podcast-Folge hatte ich die Gelegenheit, mit Dr. Thomas Kiefer zu sprechen – Journalist, Asien-Experte und profunder Kenner der chinesischen Industriepolitik. Seit Ende der 1980er Jahre beobachtet er vor Ort in Shanghai die Entwicklungen, war unter anderem in Joint Ventures wie Shanghai Volkswagen unterwegs und hat über Jahrzehnte hinweg verschiedene Länder Asiens bereist […]

Cover Image for Alpitronic CEO: „Laden muss immer funktionieren“

Alpitronic CEO: „Laden muss immer funktionieren“

Sebastian Henßler  —  

Im exklusiven Interview verrät Philipp Senoner, warum 400 kW für den Massenmarkt reichen, 850 kW und darüber hinaus aber als Sonderlösung kommen werden.

Cover Image for Diese 7 günstigen E-Autos unterstützen Plug & Charge

Diese 7 günstigen E-Autos unterstützen Plug & Charge

Daniel Krenzer  —  

Stecker rein und einfach losladen: Diese unkomplizierte Art des E-Auto-Ladens gibt es für immer mehr Modelle. Doch welche sind die günstigsten?

Cover Image for Volkswagen richtet Produktion auf KI-gestützte Zukunft aus

Volkswagen richtet Produktion auf KI-gestützte Zukunft aus

Michael Neißendorfer  —  

Effizienter, intelligenter und resilienter will Deutschlands größter Autohersteller werden: Dafür setzt der VW-Konzern in der Produktion verstärkt KI ein.

Cover Image for Neuer Volvo XC70: Der Plug-in-Hybrid für die Langstrecke

Neuer Volvo XC70: Der Plug-in-Hybrid für die Langstrecke

Michael Neißendorfer  —  

Im stadtnahen CLTC-Zyklus fährt der neueste Plug-in-Hybrid von Volvo 200 Kilometer weit. Ob er nach Europa kommt, ist noch offen.

Cover Image for Nio: 200.000 Akku-Wechsel in Europa, aber kaum neue Stationen

Nio: 200.000 Akku-Wechsel in Europa, aber kaum neue Stationen

Daniel Krenzer  —  

Mit der Anzahl der getauschten Akkus geht es für Nio in Europa voran, doch von den 170 geplanten Standorten gibt es bislang nur 60.