IG Metall fordert klare Linie Richtung Elektromobilität

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Michael Neißendorfer
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Die EU-Kommission hat mit einem umfassenden Paket auf die schwierige Lage der Automobilindustrie reagiert. Ob die Überarbeitung der CO2-Regulierung zugunsten von Verbrennern die gewünschten positiven Veränderungen mit sich bringt, wird sich allerdings erst zeigen müssen. Die Flexibilität bei den Antriebsformen mit der Beibehaltung der Klimaziele ist aus Sicht der IG Metall grundsätzlich der richtige Weg – reicht allerdings noch lange nicht aus, um die Autoindustrie wieder auf eine festere Basis zu stellen.

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, macht deutlich: „Es liegt eine klare Idee auf dem Tisch, wie es ab 2035 weitergehen soll. Alles, was jetzt folgt, muss Arbeitsplätze sichern und industrielle Strukturen stärken, gerade bei den Zulieferern. Die Automobilindustrie hat das Ziel 2035 lange als Bremse beklagt. Jetzt, wo diese Bremse gelöst ist, muss es mit vollem Tempo auf der Hauptstraße der Elektromobilität nach vorne gehen, bei gleichzeitiger Flexibilisierung der Antriebe – mit Ziel Arbeitsplatzsicherung. Es gibt jetzt keine Ausreden mehr.“

Nach dem jüngsten Vorstoß der EU-Kommission zur Lockerung der CO2-Regularien brauche es flankierende und „glaubwürdige politische“ Maßnahmen zum Hochlauf der E-Mobilität, so auch der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger gegenüber der Nachrichtenagentur DPA: Neben Kaufanreizen, wie sie Deutschland wieder einführen will, gehe es dabei auch um den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur. „Und mindestens genauso wichtig ist das Thema des Ladestrompreises“, so Gröger weiter.

Eine Kaufprämie für gebrauchte E-Autos hätte ebenfalls positive Effekte: „Gerade im Elektrosegment ist das essenziell, denn ohne einen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt wird sich die Elektromobilität nicht nachhaltig etablieren“, sagte Gröger. „Eine Kaufprämie spielt dabei eine zentrale Rolle – und sollte möglichst bald auch auf Gebrauchtfahrzeuge ausgeweitet werden.“

Auch beim Industriestrompreis müsse der Bund noch nachbessern. „Wir brauchen einen Industriestrompreis, der der energieintensiven Industrie wirklich hilft“, sagte Gröger. „Was dazu bisher in Berlin auf dem Tisch liegt, ist da nicht ausreichend.“ Vor allem bei der Laufzeit müsse nachgelegt werden, sie sollte eine Zeitspanne von zehn Jahren umfassen, damit Unternehmen „Planungssicherheit erhalten und Investitionen anschieben.

„Die Elektromobilität wird der zentrale Weg bleiben“

Das Weiterlaufen des Verbrennungsmotors indes ist an enge Bedingungen geknüpft. Die von ihnen zusätzlich verursachten CO2-Emissionen müssen durch die Nutzung grünen Stahls, fortschrittlichen Biokraftstoffen oder E-Fuels kompensiert werden. „Das ist sinnvoll und verbindet Klimawirkung mit Industriepolitik“, kommentiert IG-Metall-Chefin Benner.

Es heiße aber auch: „Die Elektromobilität wird der zentrale Weg bleiben. Das muss die Industrie weiter und noch aktiver verfolgen. Zurücklehnen im Wandel ist keine Option“, so Benner weiter. Die deutsche Automobilindustrie müsse wettbewerbsfähig sein, um Beschäftigung an den Standorten zu sichern, und in diesem mit Hochdruck Innovationen vorantreiben und neue Geschäftsmodelle erarbeiten. „Arbeitsplätze werden durch Zukunftsfähigkeit gesichert, nicht durch Abwarten“, mahnt die IG-Metall-Chefin.

Quelle: Zeit – IG Metall: Ohne klare Linie stockt der E-Auto-Markt / IG Metall – Pressemitteilung vom 17.12.2025

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Michael Neißendorfer

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Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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