Die Zeiten, in denen die Autohersteller auf der Consumer Electronic Show in der ersten Reihe mittanzten und damit im strahlenden Schein von LED-Wänden und Hotelcasions die großen Tech-Giganten ärgerten, sind vorbei. Bei der CES 2026 in Las Vegas gibt es von den Autoherstellern kaum mehr als müde Hausmannskost und keine echten Innovationen.
Immerhin, BMW ist der CES 2026 in Las Vegas nicht ganz ferngeblieben, doch der erste Auftritt des neuen iX3 auf nordamerikanischem Boden ist nicht mehr als eine Überbrückungsmusik für das kommende Jahr, wenn die Bayern wieder mit echten Neuigkeiten auf die wichtigste Tech-Veranstaltung der Welt ziehen wollen. Neben dem neuen Electro-Crossover BMW iX3 selbst zeigen die Münchner im Außenbereich der Messe erstmals den neuen persönlichen Sprachassistenten im Fahrzeug – unterstützt von künstlicher Intelligenz. Die Integration des KI-Assistenten Amazon Alexa+ ermöglicht dabei eine intuitive Interaktion der Insassen mit dem Fahrzeug von der Bedienung von Fahrzeugfunktionen bis zu Allgemeinwissen.
Noch kleiner ist das Besteck beim direkten Wettbewerber Mercedes mit dem direkten Wettbewerbsmodell des GLC EQ. Auch er feiert nach der großen Show auf der Münchner IAA seine kleine Messepremiere auf dem nordamerikanischen Kontinent. Im Messefokus steht sein Betriebssystem MB.OS nebst 39-Zoll-Bildschirm und die KI-Integration von Microsoft- und Google-Diensten.
Hyundai zeigt auf der Electronic Show zwischen Convention Center und Mandalay Bay Hotel kein neues Fahrzeug oder eine entsprechend neue Antriebstechnologie, sondern einen Ausblick in die Zukunft der Robotik. Der sogenannte MobED (Mobile Eccentric Droid) kam dabei so gut an, dass die Südkoreaner erstmals den Best of Innovation Award in Robotics gewonnen konnten. MobED wurde als vielseitig einsetzbare Mobilitätsplattform erstmals im Dezember auf der International Robot Exhibition 2025 in Tokio vorgestellt. Sie verfügt über eine vom Robotics LAB entwickelte Drive-and-Lift-Technologie, die auch in schwierigen Umgebungen eine stabile Funktion auf unebenen Oberflächen und Steigungen ermöglicht. Die Plattform ist in den zwei Modellen MobED Basic und MobED Pro zu bekommen. MobED Basic wird über eine Steuerung bedient und bietet Flexibilität für Forschung und Entwicklung, während das Modell MobED Pro über autonome Funktionen verfügt, die durch Lidar-Kamera-Fusionssensoren ermöglicht werden.
Bereits auf der CES im vergangenen Jahr enthüllten Sony und Honda das hauseigene Kooperationsmodell Affeela 1. Viel neues zu berichten gibt es außer einem aktualisierten Prototypen von dem Dauerprojekt nicht; außer, dass die Entwicklungen auf Hochtouren laufen und die Elektrolimousine zumindest in Kalifornien Ende des Jahres auf den Markt kommen soll. Im nächsten Jahr folgen Arizona und Japan. Zum ersten Mal zu sehen ist am Messestand von SHM der Crossover Afeela Prototype 2026, der als Serienversion Anfang 2028 seine Publikumspremiere feiern soll. Beide Modelle sind auf einer variablen Digitalplattform mit der neusten Qualcomm Snyapdragon-Technologie unterwegs. So soll aus einem Fahrzeug ein kreativer Entertainment-Raum werden, um die Zeit im Fahrzeug effizienter zu nutzen.

Zum Serienstart wird der Sony Honda Afeela 1 mit einem Fahrerassistenzsystem nach Stufe 2+ unterwegs sein, das nachträglich bis zu einem Level-4-System erweitert werden kann. Produziert wird der neue Afeela 1 im East Liberty Autoplant in Ohio. Zum Laden dürfen die Afeela-1-Fahrer bei Elon Musks Superchargern andocken. Die Reichweite der coupéhaften Limousine mit ihrem 91-kWh-Batteriepaket gibt SMH mit 300 Meilen an, also rund 480 Kilometern. Das ist ebenso überschaubar wie die maximale Ladegeschwindigkeit von 150 Kilowatt. Im Innenraum gibt es einen riesigen Bildschirm, der sich über die gesamte Breite des Armaturenbretts zieht, während die Insassen im Fond auf zwei kleinere Displays blicken. Die Preise für den Afeela 1 sollen bei rund 90.000 US-Dollar beginnen.
Das Firmentrio aus Lucid, Nuro und Uber präsentiert auf dem Techmesse das neue globale Robotaxi. Hier setzt Uber als Kooperationspartner zukünftig auf den Lucid Gravity, der in Europa erst in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Seit Dezember laufen unter Nuro-Aufsicht die offiziellen Testfahrten, bevor der autonom fahrende Gravity in der zweiten Jahreshälfte zunächst im Großraum San Francisco zum Einsatz kommen soll. Der elektrische Uber-Gravity verfügt über die neueste Nvidia-Drive-AGX-Assistenztechnologie mit Radar, Kameras rundum und Lidar-Sensoren, die in einer Elektronikeinheit auf dem Dach untergebracht sind. Über Bildschirme im Innern können bis zu sechs Fahrgäste zwischen Abholung und Endpunkt Klimatisierung, Sitzheizung oder Entertainmentfunktionen bedienen.

„Uber ist stolz darauf, gemeinsam mit Lucid und Nuro ein hochmodernes Robotaxi noch in diesem Jahr auf den Markt zu bringen“, sagt Sarfraz Maredia, Global Head of Autonomous Mobility & Delivery bei Uber, „durch die Kombination führender Expertise in den Bereichen Elektrofahrzeuge, autonomes Fahren und Fahrdienstvermittlung schaffen wir eine einzigartige neue Option für erschwingliche und skalierbare autonome Fahrten in der San Francisco Bay Area und darüber hinaus.“







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