ADAC: Tausende Kündigungen wegen Aussagen zum CO2-Preis

ADAC: Tausende Kündigungen wegen Aussagen zum CO2-Preis
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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„Die E-Mobilität prägt die Zukunft, ganz klar“, sagte der Verkehrspräsident des ADAC, Gerhard Hillebrand, in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), das kurz vor Weihnachten veröffentlicht wurde. Sie seien für den Verkehrssektor das einzig wirksame Mittel gegen die Klimakrise, vor einem weiteren Aufweichen der CO2-Ziele der EU kann Hillebrand daher „nur warnen. Europa muss an ehrgeizigen CO2-Minderungszielen festhalten, denn wir müssen die Erderwärmung begrenzen.“ Dazu bekenne sich auch der ADAC „ganz klar“.

„So zu tun, als gäbe es den Klimawandel nicht, wäre ein fataler Irrweg“, so der ADAC-Verkehrspräsident weiter. Zwar gebe es im neuen Vorschlag der EU-Kommission neben einer Chance für weitere Verbrenner auch einige Anpassungen, „die der E-Mobilität zusätzlichen Schwung geben werden: etwa die neue Fahrzeugklasse kleiner E-Pkw und vor allem die Vorgaben zur Elektrifizierung der Unternehmensflotten“.

Die Aussage, dass Verbrenner E-Autos immer noch technologisch überlegen seien, teilt Hillebrand nicht: Aktuelle Modelle schaffen mit einer Akkuladung 700 Kilometer und laden innerhalb weniger Minuten wieder nach. „Das typisch deutsche Thema der Reichweitenangst hat sich eigentlich erledigt“, sagt der ADAC-Verkehrspräsident. „Außerdem werden Batteriezellen günstiger und die Hersteller kommen zunehmend mit kleineren Modellen in den Markt.“

Ausreichend für den weiteren Erfolg von Elektroautos sei dies allerdings noch nicht: „Gerade bei den Ladekosten und beim Thema Ladeinfrastruktur muss sich noch eine Menge tun“, so Hillebrand. „Wenn eine Kilowattstunde einen Euro kostet, steigt die Masse nicht um“, sagt er: „Nur, wenn der Ladestrom günstiger als der Sprit wird, kommt die E-Mobilität richtig in Gang. Eine Senkung der Stromsteuer würde dabei natürlich helfen.“

Eine weitere Stellschraube sei, Diesel und Benzin weiter zu verteuern, was die EU mit künftig höheren CO2-Preisen bereits in die Wege geleitet hat. Hillebrand findet, höhere CO2-Preise seien „ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen“, da die Verbraucher „den Anreiz brauchen, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen.“ Allerdings wirke diese „Preiserhöhung nur dann positiv, wenn auch ausreichend Möglichkeiten bestehen, diese mit alternativen Angeboten zu vermeiden.“

„Die Zahl der Austritte umfasst aktuell eine mittlere vierstellige Zahl“

Diese klaren Aussagen zugunsten von Elektroautos und für einen höheren Spritpreis kamen bei einigen Mitgliedern des ADAC nicht gut an: „Die Zahl der Austritte umfasst aktuell eine mittlere vierstellige Zahl“, teilte vor wenigen Tagen eine ADAC-Sprecherin einem Bericht des Spiegel zufolge mit. Und weiter: Die Position des Verkehrspräsidenten sei in Schlagzeilen verkürzt wiedergegeben worden, der ADAC sei gegen eine höhere Belastung von Autofahrern und weist auf die Forderung hin, den CO2-Preis mit Entlastungen und Kompensationen zu kombinieren.

„Ein höherer CO2-Preis findet nur dann die Akzeptanz des ADAC sowie von Verbrauchern, wenn die Politik zuerst ausreichende Entlastungen und mehr Alternativen zu fossiler Energie schafft“, zitiert der Spiegel die Sprecherin weiter. Mit der zum Jahreswechsel erhöhten Entfernungspauschale etwa habe die Koalition „auch aufgrund intensiven Werbens des ADAC“ bereits einen Schritt in diese Richtung unternommen.

Und auch wenn noch mehr Mitglieder aufgrund von Hillebrands Aussagen kündigen, der ADAC kann das verschmerzen: Laut eigener Aussage wuchs der Automobilclub allein im vergangenen Jahr um 490.000 Mitglieder auf nun 22,7 Millionen.

Quelle: NOZ – ADAC hält teureren Sprit für sinnvoll: Verkehrspräsident nennt CO2-Preis „richtiges Instrument“ / Spiegel – ADAC-Verkehrspräsident für steigenden Spritpreis – Tausende Mitglieder kündigen

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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