Fahrbericht Škoda Epiq 55: Gut, aber nicht gerade günstig

Fahrbericht Škoda Epiq 55: Gut, aber nicht gerade günstig
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Škoda

Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
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Škoda hat sich beinahe heimlich zu einer der erfolgreichsten Elektromarken in Europa gemausert. Diesen Erfolg wird der Epig als neues Einsteigermodell mit Elektroantrieb noch ausbauen. Die Volumentechnik aus dem Volkswagen-Konzern überzeugt, ist jedoch nicht gerade günstig.

Ein Einsteiger-SUV ist zumindest in Europa derzeit die wohl begehrteste Fahrzeugklasse. Bei den unverändert hohen Kraftstoffpreisen greifen zudem immer mehr Interessenten zu einem Elektroantrieb – kein Wunder, dass die Auftragsbücher beim neuen Škoda Epig bereits vor dem offiziellen Marktstart prall gefüllt sind. Solides Design, standesgemäßer Antrieb, ausreichend Platz im Innenraum und eine gefällige Bedienung – der 4,17 Meter lange Crossover wird seine Kunden finden und wohl zu einem der erfolgreichsten Škoda-Modelle werden.

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Doch wer zum Škoda-Händler schlendert und sich in den elektrischen Zwillingsbruder des VW ID. Cross verguckt und ein Modell wie den benzinbetriebenen Škoda Kamiq links liegen lässt, wird sich beim Preis umgucken. Denn die Version mit dem kleinen Akkupaket als Basismodell des Epiq 35 für 25.900 Euro kommt in der Realität für so manchen Kunden wohl eher nicht in Betracht. Das 37 kWh große Akkupaket im Unterboden verspricht unter idealen Umständen eine Reichweite von 310 Kilometern. Das Ladetempo an einem Schnelllader ist mit nicht mehr zeitgemäßen 50 kWh allenfalls praxisgerecht für solche, die regelmäßig zu Hause oder am Arbeitsplatz laden können.

Dabei hat der Škoda Epiq für viele Nutzer das Zeug zum Erstfahrzeug. In der Realität kommt man dann um den Škoda Epiq 55 schon durch die Akkugröße wohl kaum herum, und der startet mit mäßiger Ausstattung bei 32.100 Euro. In der schicken First Edition sind das stattliche 38.950 Euro – wohl gemerkt für einen Einstiegscrossover der Vier-Meter-Klasse.

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Die gute Nachricht: Dafür gibt es einen sehr ordentlichen SUV mit ausgewogenem Elektroantrieb. Der bietet als Epiq 55 einen mehr als flotten Elektromotor mit dynamischen 155 kW / 211 PS an der Vorderachse, der imposant beschleunigt. Auf der Autobahn wird bei für einen Kleinwagen ausreichenden 160 km/h abgeriegelt, die Reichweite liegt bei bis zu 440 Kilometern. Wer sein Batteriepaket im Unterboden von 10 auf 80 Prozent erstarken lässt, benötigt an einem entsprechenden Schnelllader knapp 25 Minuten.

Annehmlichkeiten wie das gute Platzangebot vorne und hinten, der mit 475 Litern sehr stattliche Laderaum oder das gut ablesbare Großdisplay in der Mitte des Armaturenbretts wissen viele Kunden sicher zu schätzen. Der Epiq bietet praktische Ablagen hier und da, einen gerade noch vertretbaren Anteil von Hartplastik am Armaturenbrett und in den Türen sowie nette Detaillösungen, die die Škoda-Fans seit Jahren zu schätzen wissen.

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Die Sitze sind auf Wunsch elektrisch zu verstellen, während eine Sitz- und Lenkradheizung längst zum bewährten Basispaket gehört. Die Bedienung auf dem zentralen Bildschirm ist top, die Darstellungen einfach. Das gilt nur eingeschränkt für die Anzeige der Instrumente. Dass in diesem Preissegment ein Head-Up-Display fehlt, ist allemal zu verschmerzen, doch die Anzeigen hinter dem griffigen Steuert sind schlicht zu klein. Umso mehr erfreuen die guten Sitze, die den Fahrer auch auf längeren Strecken nicht schlapp werden lassen und im Fond können immerhin zwei Kinder mittlerer Größe sitzen. Wer mehr Platz braucht, sollte ohnehin ein oder besser zwei Klassen höher einsteigen und wird hier bei Škoda ohnehin fündig. Leider fehlen im Fond eine Sitzheizung und eine elektrische Heckklappe.

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Zugegeben – für 160 km/h Spitze braucht niemand trotz des stattlichen Leergewichts von 1,7 Tonnen 155 kW / 211 PS, die bei starkem Beschleunigen ohnehin spürbare Antriebskräfte ins Steuer bringen, doch die üppige Leistung macht auf Landstraßen Laune, und das Fahrwerk kann trotz dem klaren Fokus auf den Komfort allemal punkten. Der Durchzug aus geringen oder mittleren Tempi ist klasse – das kommt echte Fahrfreude auf.

Dabei arbeitet die Lenkung ebenso leichtgängig wie präzise und selbst in schnell gefahrenen Kurven macht sich der niedrige Schwerpunkt angenehm bemerkbar. Die Wankbewegungen sind überschaubar, beinahe schon souverän rollt der tschechische Elektro-SUV über Bodenunebenheiten in der Fahrbahn hinweg. Das machen viele Wettbewerber deutlich schlechter – auch weil beim Epiq nichts knarzt oder rappelt. Gut gemacht.

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Keine Überraschung ist, dass Škoda es beim Epiq schafft, die guten Gene der VW-Plattform und jene der größeren Brüder ins Einsteigersegment zu bringen. Doch der Preis ist neben einem überschaubaren Ladetempo eine schmerzhafte Pille, die viele Kunden schlucken müssen, denn in der Realität dürften die meisten Modelle für deutlich über 30.000 Euro verkauft werden. Sehr viel Geld für einen Einsteiger-SUV mit Elektroantrieb.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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