VW ID. Cross: Neues Kompakt-SUV ab rund 28.000 Euro

VW ID. Cross: Neues Kompakt-SUV ab rund 28.000 Euro
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 8 min

Volkswagen erweitert seine elektrische Modelloffensive um ein Kompakt-SUV. Der ID. Cross soll im Herbst zu Preisen ab rund 28.000 Euro auf den europäischen Markt kommen und damit ein Segment bedienen, das im Konzern bislang dem Verbrenner-Modell T-Cross vorbehalten war. Wie bereits der kurz zuvor vorgestellte ID. Polo basiert auch der ID. Cross auf dem MEB+, der neuesten Ausbaustufe des Modularen E-Antriebsbaukastens, und teilt mit dem kleineren Schwestermodell wesentliche Technikbausteine: gleicher Frontantrieb, gleiche Batteriechemien, gleiche Ausstattungslogik.

Dass Volkswagen den ID. Cross als seriennahe Studie im Frühjahr auf einem Media Workshop in Hamburg präsentierte, ordnet das Modell in den größeren Kontext der Markenstrategie „True Volkswagen“ ein. Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen, formulierte den Anspruch bei der Vorstellung wie folgt: „Der ID. Cross vereint technologische Kompetenz, klares Design, überzeugende Detaillösungen und echte Allround-Qualitäten zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das sind beste Voraussetzungen für ein neues Erfolgsmodell von Volkswagen.“

Mit 4153 mm Länge, 1794 mm Breite und 1581 mm Höhe fällt der ID. Cross nur geringfügig größer aus als der T-Cross auf MQB-Basis. Im Innenraum macht sich der Plattformwechsel jedoch deutlich bemerkbar. Der Radstand wächst um 38 mm auf 2601 mm, und die konzeptionellen Raumvorteile des MEB+ gegenüber dem MQB verschaffen den bis zu fünf Passagier:innen zusätzliche Zentimeter in Länge, Höhe und Breite. Besonders spürbar ist der Zugewinn beim Gepäck: Mit 475 Litern bietet der Kofferraum 20 Liter mehr als beim T-Cross. Unter der Fronthaube nimmt ein 22 Liter großer Frunk zusätzlich das Ladekabel und kleinere Utensilien auf.

Volkswagen | VW ID. Cross Abmessungen

Im Vergleich zum elektrischen Schwestermodell ID. Polo, mit dem sich der ID. Cross Plattform, Antrieb und Batterietechnik teilt, wächst die Karosserie um rund zehn Zentimeter in der Länge und gut fünf Zentimeter in der Höhe – bei nahezu identischem Radstand. Der Kofferraum legt um 34 Liter zu. Die SUV-typisch höhere Sitzposition und die größere Bodenfreiheit von 140 mm grenzen den ID. Cross als Allrounder vom stärker urban positionierten ID. Polo ab.

VW ID. Cross: Drei Leistungsstufen und zwei Batterien zur Auswahl

Wie beim ID. Polo folgt die Antriebslogik einem klaren Prinzip. Die E-Maschine des Antriebssystems APP290 – benannt nach der achsparallelen Anordnung und dem maximalen Drehmoment von 290 Newtonmetern – steht in drei Leistungsstufen zur Wahl: 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS). Die beiden schwächeren Varianten werden von einer 37-kWh-LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) versorgt, die stärkste Version setzt auf eine 52-kWh-NMC-Batterie (Nickel-Mangan-Kobalt). Beide nutzen die neu entwickelte „Konzern-Einheitszelle“ in Cell-to-Pack-Bauweise – eine Technologie, bei der die Zellen ohne den Zwischenschritt über Modulgehäuse direkt zu einem Batteriepack zusammengeführt werden.

Elektroauto-News | VW ID. Cross mit Camping-Aufbau

Die WLTP-Reichweite liegt nach vorläufigen Herstellerangaben bei bis zu 316 Kilometern mit der kleineren Batterie und bis zu 436 Kilometern mit der größeren Variante. DC-Schnellladen ist bei allen Versionen serienmäßig: Die 37-kWh-Batterie lädt mit bis zu 90 kW, die 52-kWh-Variante mit bis zu 105 kW. Von zehn auf 80 Prozent dauert es nach vorläufigen Herstellerangaben rund 27 Minuten beziehungsweise rund 24 Minuten. AC-seitig stehen bei beiden Varianten 11 kW zur Verfügung.

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Hinzu kommt Vehicle-to-Load: Über die Ladebuchse und einen Schuko-Adapter lassen sich externe Geräte mit bis zu 3,6 kW versorgen. Wer die optionale Anhängerkupplung mit 75 kg Stützlast wählt, kann Trailer mit einem Gesamtgewicht von bis zu 1200 kg bei acht Prozent Steigung ziehen.

Ein Design, das auf den ersten Blick einen Volkswagen erkennen lässt

Das Exterieurdesign folgt der Designsprache „Pure Positive“, die Chefdesigner Andreas Mindt mit seinem Team entwickelt hat und die bereits beim ID. Polo ihre Serienpremiere feierte. Der ID. Cross übernimmt dabei die drei Gestaltungsprinzipien Stabilität, Sympathie und „Secret Sauce“ – und übersetzt sie in die Proportionen eines kompakten SUV.

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Die Frontpartie prägen hoch angeordnete, schmale Scheinwerfer, die über horizontale Querspangen miteinander verbunden sind und dem Auto einen breiten, selbstbewussten Auftritt verleihen. VW-Exterieur-Designer Tibor Juhasz beschrieb bei der Vorstellung in Hamburg, wie das Team bewusst darauf hingearbeitet habe, dass die Front wie ein Gesicht wirkt – kraftvoll und entschlossen, aber zugleich zugänglich. Eine umlaufende Charakterlinie betont die Horizontalität der Karosserie und unterstreicht, wie viel Innenraum sich hinter der kompakten Außenhülle verbirgt.

Besonders markant ist die C-Säule: leicht nach vorn geneigt und in drei Segmente gegliedert, zitiert sie bewusst Volkswagen-Ikonen wie den ersten Golf und den VW Bus. In der Silhouette steht sie förmlich auf den Radhäusern und vermittelt optische Stabilität. Gleichzeitig vergrößert diese Konstruktion den hinteren Türausschnitt und erleichtert den Zustieg in den Fond. Zusammen mit dem langgestreckten „Flying Roof“ – einem Dach, das über die C-Säulen hinaus bis in den Heckspoiler reicht und durch farblich abgesetzte A- und B-Säulen optisch zu schweben scheint – entsteht eine Silhouette, die den ID. Cross im Segment der kompakten SUVs eigenständig positionieren soll.

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Das Heck greift die horizontale Gliederung der Front auf. Eine glasüberbaute LED-Querspange verbindet die Rückleuchten, die in der IQ.LIGHT-Version als 3D-Elemente ausgeführt sind und frei im Heck zu schweben scheinen. Auch die Materialwahl im Innenraum – darunter recycelte Materialien und Stoffe, die Juhasz als überraschend hochwertig in der Haptik beschrieb – folgt dem Anspruch, Nachhaltigkeit nicht als Kompromiss, sondern als Qualitätsmerkmal zu verstehen.

Ein Innenraum, der über die eigene Klasse hinausgreift

Im Interieur setzt der ID. Cross die Linie fort, die Volkswagen mit dem ID. Polo begonnen hat: physische Tasten für zentrale Funktionen, digitale Anzeigen auf einer Sichtachse, intuitive Bedienbarkeit als oberstes Prinzip. Volkswagen setzt dabei durchgehend auf physische Bedienelemente – am Lenkrad, in der Mittelkonsole und an den Türverkleidungen. Ein Drehregler zwischen Smartphone-Ablage und Cupholdern regelt die Audiolautstärke, die Klimafunktionen sind über eine separate Tastenleiste zugänglich.

Volkswagen | Aufgeräumter Innenraum des VW ID. Cross

Das Digital Cockpit misst 10,25 Zoll, das zentrale Touchdisplay des neuen Infotainmentsystems „Innovision“ kommt auf 12,9 Zoll. Wie beim ID. Polo bietet das Digital Cockpit eine „Retro-Anzeige“ im Stil eines späten Golf I – mit klassischem Tacho links und einem Powermeter anstelle eines Drehzahlmessers rechts. Das ID. Light erstreckt sich ab der Ausstattungslinie Style nicht nur über die Instrumententafel, sondern reicht erstmals bis in die Vordertüren.

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Eine Reihe von Sonderausstattungen hebt den ID. Cross dabei über das Niveau seiner Klasse. Elektrisch einstellbare 12-Wege-Vordersitze mit pneumatischer Massagefunktion und drei Programmen sind ein Merkmal, das im Kompakt-SUV-Segment bislang nicht verfügbar war. Ein Panoramadach mit den Abmessungen 740 x 905 mm reicht bis weit in den Fond und wird über ein elektrisches Sonnenschutzrollo verdunkelt. Optional steht ein Harman-Kardon-Soundsystem mit 425 Watt, zehn Lautsprechern und Subwoofer zur Verfügung, das in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut softwareseitig auf den Innenraum abgestimmt wurde.

Ausstattungspakete: Trend, Life, Style – und ein vertrautes Namensprinzip

Die Ausstattungsstruktur entspricht dem Schema, das Volkswagen bereits beim ID. Polo eingeführt hat und das bewusst an die traditionellen Bezeichnungen der Marke anknüpft.

Die Einstiegsversion Trend kommt serienmäßig mit der 37-kWh-Batterie, 85 kW Leistung und 90-kW-DC-Schnellladefunktion. Life ergänzt unter anderem 18-Zoll-Leichtmetallräder, 2-Zonen-Klimaautomatik, automatische Distanzregelung ACC und eine Rückfahrkamera – wahlweise mit 99 kW und 37-kWh-Batterie oder optional mit 155 kW und 52-kWh-Batterie.

Die Topversion Style bringt IQ.LIGHT-LED-Matrix-Scheinwerfer mit beleuchteter LED-Lichtleiste, 3D-LED-Rückleuchten, illuminierte VW-Zeichen in Front und Heck sowie das schlüssellose Start- und Schließsystem „Keyless Access“. Auch hier steht die stärkere Antriebs-Batterie-Kombination optional zur Verfügung.

Assistenz auf dem Niveau des ID. Polo

Wie der ID. Polo verfügt auch der ID. Cross serienmäßig über eine Reihe moderner Assistenzsysteme. Optional erhältlich ist der „Connected Travel Assist“ der nächsten Generation, der Online-Daten nutzt und das Auto im Rahmen der Systemgrenzen automatisch vor roten Ampeln bis zum Stillstand abbremst – ein Novum in dieser Preisklasse. One-Pedal Driving, bei dem allein das Fahrpedal zur Verzögerung genutzt wird, ist serienmäßig an Bord.

Volkswagen | Genügend Stauraum vorhanden

Das Fahrwerk kombiniert eine MacPherson-Vorderachse mit einer kompakt bauenden Verbundlenker-Hinterachse. Ein neues One-Box-Bremssystem mit Scheibenbremsen an beiden Achsen soll die Dosierbarkeit der Bremsen und das Pedalgefühl gegenüber anderen E-Autos spürbar verbessern. Die Bodenfreiheit liegt bei 140 mm, die Dachreling trägt eine dynamische Dachlast von 75 kg – ausreichend für eines der zunehmend verbreiteten Dachzelte.

Auch der Außensound wurde neu entwickelt: Bis 25 km/h ist der neue Volkswagen Markensound in allen Fahrstufen aktiv, im Fahrprofil Sport erzeugt das System bis 50 km/h einen eigenständigen Klangteppich, der sich in Echtzeit an Geschwindigkeit, Fahrpedalstellung und Antriebsmoment anpasst.

Volkswagen | Auch im Frunk ist noch Platz für ein Ladekabel

Dass der ID. Cross nahezu unverändert aus der Studie ID. Cross Concept hervorgegangen ist, die im September 2025 auf der IAA in München zu sehen war, zeigt, wie früh das Design eingefroren wurde. Die Serienversion soll im Herbst bei den ersten Kund:innen stehen. Ob das Kompakt-SUV am Markt einlöst, was die technischen Daten und der Einstiegspreis von rund 28.000 Euro versprechen, wird sich dann zeigen.

Disclaimer: Volkswagen hat zum Kennenlernen der neuen Ausrichtung und künftiger Modelle nach Hamburg eingeladen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf unsere hier geschriebene ehrliche Meinung.

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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