Hyundai Staria Electric: Korea-Van nutzt die Lücke von VW

Hyundai Staria Electric: Korea-Van nutzt die Lücke von VW
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Stefan Grundhoff
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Der Hyundai Staria hat seit seiner Premiere insbesondere durch sein auffälliges Design auf sich aufmerksam gemacht. Gerade die neue Elektroversion dürfte für Shuttledienste und Großfamilien eine ideale Wahl sein, denn der Staria ist flott unterwegs, lädt flott und bietet für Mitreisende Komfort im Überfluss.

Großkonzerne, die einst das Vangeschäft dominierten, haben mit einigen lieblosen Modellen gepatzt und so bietet die Lücke, die Volkswagen, Stellantis oder Ford aktuell lassen, neue Möglichkeiten für die zweite Reihe aus Asien. Neben Modelldruck aus China machen insbesondere die beiden südkoreanischen Hersteller Hyundai und Kia mächtig Druck. Besonders deutlich wird das nicht allein beim Van-Doppelpack aus Kia PV5 und PV7, sondern auch dem Hyundai Staria. Der ist mittlerweile nicht nur als Verbrenner zu bekommen, sondern nunmehr auch mit einem passenden Elektroantrieb. So dürften sich wohl noch mehr Taxifahrer, Hotels und Shuttledienste für den 5,25 Meter langen Van entscheiden, der auch als Transporter für Handwerker und Lieferdienste angeboten wird.

Erste-Klasse-Gefühl in der zweiten Sitzreihe

Von außen unterscheidet sich der Hyundai Staria Electric nicht von den Modellen mit Benzin- oder einst Dieselmotor. Die tief liegenden LED-Scheinwerferaugen im Waldesign sind unverändert Geschmacksache, doch in Sachen Praktikabilität ist der Staria kaum zu schlagen. Wer sich für die Edelversion Calligraphy entscheidet, bekommt nicht allein vorn elektrische und klimatisierte Sitze, sondern gerade in Reihe zwei lässt es sich überaus kommod auch auf längeren Touren reisen. Die beiden Einzelsitze – mit Nappaleder bespannt – lassen sich umfangreich elektrisch verstellen, beheizen, kühlen und ein ausfahrbares Element für die Waden sorgt für eine entspannte Schlafposition.

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Das Platzangebot ist dabei durch den 3,27 Meter langen Radstand mehr als großzügig, die Ablagen sind umfangreich und ein Panoramadach bringt auf Knopfdruck viel Licht ins Innere. Während andere Hersteller hier längst patzen, lässt sich das Dach der 66.950 Euro teuren Edelversion Calligraphy auf Knopfdruck mit einer Jalousie verschatten – das bringt Wohlfühlwert bei Regen und kühlen Temperaturen. Das vordere Glasdach verfügt wenig zeitgemäß über eine manuell zu bedienende Blende, ist aber elektrisch zu öffnen – mittlerweile längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Einzelsitze lassen sich komplett umklappen, ausbauen oder verschieben, während in Reihe drei eine Sitzbank Platz für offiziell drei, real besser zwei weitere Personen bietet. Je nach Position der Rücksitze liegt das Ladevolumen zwischen 831 und mehr als 1300 Litern – bei entfernten Sitzen natürlich entsprechend mehr.

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Zudem bietet der Staria eine getrennte Klimaregelung im Fond, die sich auf der rechten Dachseite jedoch nur schwer einsehen lässt und zahlreiche USB-Ports, damit sich die Mitreisenden im Fond während der Fahrt digital beschäftigen können. Wer keine Einzelsitze im Fond möchte, kann den Staria auch als Neunsitzer mit einer Bank sowie drei Einzelsitzen vorn ordern. Dass sich Schiebetüren und Heckklappe elektrisch bedienen lassen, versteht sich bei den höheren Ausstattungsversionen, während die Handwerker mit leichtem Griff die Einstiege öffnen und schließen. Der Frunk ist mit einer überschaubaren Größe von 24 Litern zu vernachlässigen.

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Flott unterwegs und in 20 Minuten nachgeladen

Den großen Unterschied zum bekannten Staria Hybrid macht jedoch der Motor, denn der Elektroantrieb passt perfekt in den Korea-Van. Dabei ist die Motorleistung mit 160 kW / 218 PS und einem maximalen Drehmoment von 350 Nm an der Vorderachse alles andere als üppig, jedoch mehr als ausreichend, um den Transporter flott in der Innenstadt und auf der Landstraße zu bewegen.

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Sogar auf der Autobahn kann der knapp 2,7 Tonnen schwere Staria überzeugen, denn im Unterschied zu manchem Wettbewerber wird der Südkoreaner erst bei 184 km/h abgeregelt – während der Tacho fast schon sportliche 191 km/h in die digitale Instrumenteneinheit zaubert. Die 84 kWh große Batterie sorgt für eine Normreichweite von 430 Kilometern. Das 800-Volt-Bordnetz garantiert dabei kürzere Ladezeiten, denn von 10 auf 80 Prozent erstarkt das Batteriepaket mit bis zu 256 kW in 20 Minuten.

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Tiefer Schwerpunkt, aber kein Allradantrieb im Angebot

Das schwere Batteriepaket trägt in sich nicht allein die Energie für den Betrieb des Elektromotors, sondern spendiert dem Hyundai Staria auch einen angenehm niedrigen Schwerpunkt, der sich im Fahrbetrieb angenehm bemerkbar macht. Schade, dass es den Elektro-Staria nicht mit einem Allradantrieb gibt, denn gerade viele Shuttledienste wollen die eigenen Fahrzeuge so besonders wintertauglich sein lassen. Dass die Lenkung wenig Rückmeldung von der Fahrbahn liefert und die Dämpfung etwas feinfühliger in der Abstützung der hoch aufbauenden Karosse sein könnte, dürfte die meisten Kunden kaum stören.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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