EU-Sonderzölle für chinesisches Werk von Tesla

EU-Sonderzölle für chinesisches Werk von Tesla
Copyright:

Zigres / Shutterstock / 729060736

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 2 min

Das chinesische Werk von Tesla in Shanghai wurde kürzlich von EU-Inspektor:innen besucht. Dies könnte dazu führen, dass die US-amerikanische Marke für Elektroautos künftig niedrigere Zollsätze für den Import in die EU bekommt.

Aufgrund der Subventionspolitik Chinas und staatlicher Einflussnahme auf die nationalen Hersteller von Elektroautos hat die EU-Kommission neue Zollregelungen auf Importe aus China beschlossen. Einen niedrigeren Zollsatz als die durchschnittlich rund 21 Prozent könnte nun die US-Marke Tesla erhalten. Nach einer entsprechenden Inspektion bekommen nur bestimmte, verifizierte Hersteller einen eigenen Zollsatz, so die US-Zeitung Politico.

Die Inspektion der Tesla-Fabrik in Shanghai Ende Juni musste das Unternehmen individuell beantragen, da es zunächst nicht für eine Antisubventionsuntersuchung in China vorgesehen war. Die Untersuchung des größten Exporteurs von Elektroautos aus China in die EU, die von der EU am 18. Juni öffentlich angekündigt wurde, dauerte lediglich drei Tage. Damit war diese deutlich kürzer als Inspektionen anderer Unternehmen in diesem Jahr, die zum Teil mehrere Wochen gedauert haben. Nun könnte Tesla niedrigere Importzölle für seine in China gebauten und in die EU gelieferten Autos auferlegt bekommen.

Hohe Ausgleichszölle auf chinesische Importe

Nachdem die EU seit Oktober 2023 mögliche Zollerhöhungen für Importe von Elektroautos aus China untersuchte, wurden am 12. Juni die Höhen bekanntgegeben. Wie viel Unternehmen künftig für Importe aus China bezahlen müssen, hängt auch von der Mitarbeit der Hersteller ab.

Während der durchschnittliche Zollsatz für Elektroautohersteller, die an der Untersuchung mitarbeiten, 20,8 Prozent beträgt, zahlen andere, nicht kooperierende Unternehmen durchschnittlich 38 Prozent. Unternehmen, die zwar mit der EU kooperierten, aber nicht in die Stichprobe einbezogen wurden, sind unter anderem Tesla, Nio und Xpeng.

Bereits angekündigt wurden die Importzölle für die Unternehmen BYD, Geely und SAIC, die 17,4 Prozent, 19,9 Prozent und 37,6 Prozent ausmachen werden.

Quelle: CnEVPost – Tesla Shanghai plant received EU inspectors, which could lead to lower duty, report says

worthy pixel img
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Benzinpreiskrise: Grüne in Bayern fordern Fokus auf E-Mobilität

Benzinpreiskrise: Grüne in Bayern fordern Fokus auf E-Mobilität

Michael Neißendorfer  —  

Bayern fördert Wasserstoff mit hohen Millionenbeträgen und knausert bei der E-Mobilität, so die Grünen. Sie fordern angesichts des Irankriegs ein Umdenken.

EU-Politik könnte Europa bei E-Autos zum Nachzügler degradieren

EU-Politik könnte Europa bei E-Autos zum Nachzügler degradieren

Michael Neißendorfer  —  

Eine Datenauswertung zeigt: Die Politik der EU mit wieder mehr Spielraum bei Verbrennern würde Europa bei E-Autos weltweit zurückwerfen.

Iran-Konflikt trifft Benziner fünfmal stärker als E-Autos

Iran-Konflikt trifft Benziner fünfmal stärker als E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Pro 100 Kilometer wird der Benziner um fast vier Euro teurer. Beim E-Auto fällt die Mehrbelastung wegen des Krieges in Iran deutlich niedriger aus.

Chile und USA verbünden sich bei Lithium – Europa schaut zu

Chile und USA verbünden sich bei Lithium – Europa schaut zu

Sebastian Henßler  —  

Die USA sichern sich per Abkommen Zugang zu Chiles Lithiumreserven. Experten sehen Europa bei kritischen Rohstoffen ins Hintertreffen geraten.

Kostenfalle Gaskraftwerke: bis zu 67 Cent je Kilowattstunde Strom

Kostenfalle Gaskraftwerke: bis zu 67 Cent je Kilowattstunde Strom

Michael Neißendorfer  —  

Die von der Bundesregierung geplanten neuen Gaskraftwerke sind eine der teuersten Optionen für die Versorgungssicherheit, so eine aktuelle Studie.

Mehr CO2 statt weniger: Verkehrssektor versagt beim Klimaschutz

Mehr CO2 statt weniger: Verkehrssektor versagt beim Klimaschutz

Michael Neißendorfer  —  

Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen verlangsamt sich, in manchen Bereichen wie insbesondere dem Verkehrssektor nimmt die CO2-Belastung sogar zu.

ZDK: Unklare E-Autoprämie bremst Käufe und schadet Vertrauen

ZDK: Unklare E-Autoprämie bremst Käufe und schadet Vertrauen

Sebastian Henßler  —  

Der ZDK sieht Fortschritte bei E-Autos im Handel, warnt aber vor Hemmnissen. Unklare Förderregeln und steigende Werkstattkosten bremsen den Markt.