EU-Mindestpreis: Chinesische Hersteller wollen Antrag stellen

EU-Mindestpreis: Chinesische Hersteller wollen Antrag stellen
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Laura Horst
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Die Europäische Kommission hat im vergangenen Monat ihre Leitlinien zur Mindestpreisregelung für chinesische Elektroautos bekanntgegeben. Mit dem Cupra Tavascan wurde nun die erste Zollbefreiung genehmigt. Volkswagen hatte den Antrag für das Modell, das in China hergestellt wird, bereits im Dezember gestellt. Analysten und Brancheninsider gehen davon aus, dass die großen chinesischen Autohersteller bald dem Beispiel von Volkswagen folgen werden.

Die kürzlich von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Mindestpreisregelung könnte die seit 2024 andauernden Diskussionen um die Einfuhrzölle in die EU beenden. Nachdem Brüssel sich Anfang der Woche mit Volkswagen einigen konnte, ist der Tavascan das erste in China hergestellte Elektroauto, das von den Zöllen befreit wird. Zu den Details wollte die Kommission sich unter Berufung auf Vertraulichkeit nicht äußern. Sie erklärte, dass Volkswagen sich im Rahmen der Vereinbarung zu Verpflichtungen im Zusammenhang mit EV-Investitionsprojekten in der EU bereit erklärt hat.

Viele Autohersteller sollen laut der chinesischen Handelskammer bei der EU bereits in den Startlöchern stehen, um einen Antrag für ihre Modelle zu stellen, andere wiederum sollen aufgrund der erforderlichen Offenlegungen und Formalitäten zögern, erklärte eine vertraute Person gegenüber Automotive News. „Wir sehen dies als positiv für chinesische und ausländische E-Auto-Hersteller in China, um die effiziente Kostenbasis vor Ort zu nutzen“, kommentierte Eugene Hsiao, Leiter der China-Aktienstrategie bei der Investmentbank Macquarie Capital, die Vereinbarung für den Tavascan. Hsiao räumte zugleich ein, dass die Genehmigungen vermutlich einige Zeit beanspruchen würden, da die Kommission offenbar jedes Modell einzeln prüfe.

Die EU-Zölle auf in China hergestellte Elektroautos im Jahr 2024 haben vor allem Cupra hart getroffen. Für den Tavascan fiel zusätzlich zu der bestehenden Abgabe von 10 Prozent ein Zollsatz von 20,7 Prozent an, obwohl die Marke eigentlich eine europäische ist und zum VW-Konzern gehört. Trotz eines Absatzrekords ging der operative Gewinn wegen der hohen Zollkosten in den ersten neun Monaten zurück. Der damalige Cupra-Chef Wayne Griffiths warnte bereits Anfang vergangenen Jahres davor, dass die Einfuhrzölle die Zukunft des Modells in Europa gefährdeten.

Die Einfuhrzölle sollten chinesische Autos teurer und somit weniger attraktiv auf dem europäischen Markt machen. Stattdessen hätten sich die chinesischen Autohersteller mit geringeren Gewinnspannen abgefunden und mehr Hybridmodelle und Modelle mit Verbrennungsmotor verkauft, erklärte der Dataforce-Autoanalyst Julian Litzinger. Durch das Mindestpreismodell sollen chinesische Elektroautos weniger attraktiv werden, weil ihre Preise mit denen europäischer Autos in derselben Kategorie vergleichbar werden. „Für europäische Marken, die Autos in China herstellen, ist das eine gute Nachricht“, sagte Litzinger.

Zölle als Quelle für Handelsspannungen

Für China gewinnt der europäische Automobilmarkt zunehmend an Bedeutung, da im eigenen Land ein Überangebot herrscht, während das Land aus den zweit- und drittgrößten Automärkten, den USA und Indien, praktisch ausgeschlossen ist. Die Zölle auf Elektroautos sorgten daher immer wieder für Handelsspannungen mit der EU. Peking stellte etwa mögliche Untersuchungen zu französischen Weinen in den Raum, falls die französische Regierung auf Zölle für chinesische Waren dränge.

Die chinesische Handelskammer in der EU soll laut zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen vergangenen Monat in einem Treffen mit den Automobilherstellern erörtert haben, wie mit der Europäischen Kommission über Mindestpreise verhandelt werden soll. Während China in der Sache eine kollektive Vereinbarung anstrebt, spricht der bilaterale Charakter der Entscheidung zu Volkswagen eher gegen eine kollektive Option.

Tavascan könnte künftig in Europa produziert werden

Der Dataforce-Analyst Hsiao sieht den VW-Deal als Chance für den deutschen Autobauer, der in den letzten Jahren Marktanteile in China verloren hat, aber gleichzeitig bemüht war, die Entwicklung und Herstellung seiner Elektroautos zu lokalisieren. „Der Export nach Europa bietet zusätzliche Marktchancen für die in China hergestellten Elektrofahrzeuge“, merkte Hsiao an.

Volkswagen soll laut Unternehmensquellen und internen Produktionsplänen mit dem Gedanken spielen, den Tavascan künftig in Europa statt in China zu bauen, wie das Handelsblatt berichtete. Ein Cupra-Sprecher erklärte, die Tavascan-Produktionslinie profitiere in China von Synergien und globalen Partnerschaften. Er könne keine Aussagen zur zukünftigen globalen Werksauslastungsstrategie der Marke machen.

Quellen: Automotive News – Chinese EV makers expected to seek EU tariff relief after VW’s win on Cupra Tavascan / Manager Magazin – Seat-Chef warnt vor Jobabbau

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