Die Zeichen stehen auf Gegenwind im global größten Automarkt: Der chinesische Pkw-Absatz ist im Januar deutlich eingebrochen, und selbst E-Autos sowie Plug-in-Hybride konnten dieser Schwäche nicht entkommen. Laut Daten der China Association of Automobile Manufacturers fiel der Gesamtabsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 19,5 Prozent auf knapp 1,4 Millionen Fahrzeuge – der stärkste Rückgang seit fast zwei Jahren. Besonders stark betroffen waren die „New Energy Vehicles“ (NEV) – also batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride –, deren Verkäufe um 22,9 Prozent zurückgingen, obwohl diese Sparte zuvor Wachstumsimpulse geliefert hatte. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Chinas Automarkt hatte in den vergangenen Jahren eine immense Entwicklung erlebt, auch dank staatlicher Förderung und kräftiger Nachfrage nach elektrischen Antrieben – inklusive eines wachsenden Exportgeschäfts bei E-Autos und Hybriden. Doch nun trifft eine Kombination aus gekürzten staatlichen Subventionen, hartem Preiswettbewerb und schwächerer Konsumnachfrage auf ein gesättigtes Umfeld.
So greift seit Januar eine Kaufsteuer von fünf Prozent, nachdem zuvor keine Steuer auf NEV gezahlt werden musste. Viele Elektroautos wurden also noch Ende 2025 zugelassen, was das Ergebnis etwas verzerrt haben dürfte. Dazu kommt die zeitliche Verschiebung von Kaufentscheidungen rund um das chinesische Neujahrsfest, die traditionell das Jahresbeginn-Geschäft beeinflusst.
BYD schwächelt besonders stark
Besonders spürbar ist der Abschwung beim heimischen Branchenprimus BYD. Der Hersteller, der für Jahre als treibende Kraft der Elektromobilitäts-Revolution in China galt und zeitweise auch global hohe Verkaufszahlen erzielte, meldete für Januar einen Verkaufsrückgang von rund 30 Prozent. Die Zahlen zeigen, wie selbst starke Marken mit dem strukturellen Abwärtstrend auf dem Inlandsmarkt zu kämpfen haben.
Zwar gibt es einzelne Lichtblicke – etwa steigende Exporte von Elektroautos und Hybriden, die sich laut Branchenverband mehr als verdoppelt haben und den Herstellern helfen, Absatzverluste im Inland zu kompensieren. Auch gibt es lokale Ausnahmen wie bei gewissen Tesla-Modellen aus Shanghai, die einen moderaten Nachfragezuwachs registrieren konnten.
Doch unterm Strich signalisiert die Januar-Datenlage: China befindet sich am Anfang einer Phase, in der der bisherige Wachstumsmotor ins Stocken geraten könnte. Dies würde für die globalen E-Mobilitätsstrategien strategische Neuausrichtungen bedeuten – sowohl für chinesische Hersteller mit Blick auf Auslandsmärkte als auch für internationale Wettbewerber, die traditionell stark auf dem chinesischen Absatzmarkt gesetzt haben. Einige Experten erwarten, dass 2026 insgesamt stagnierende oder nur leicht wachsende Absatzzahlen zu Buche stehen könnten und dass Unternehmen ihre Portfolio- und Preispolitik anpassen müssen, um in diesem schwieriger werdenden Umfeld zu bestehen.
Wohin die Reise tatsächlich gehen könnte, dürften aber erst die Zahlen der kommenden Monate zeigen. Es ist bei Weitem nicht auszuschließen, dass es sich lediglich um einen kurzzeitigen Knick der ansonsten steilen Aufwärtsbewegung des E-Auto-Absatzes handelt.
Quelle: Reuters – Autoabsatz in China im Januar eingebrochen – Hybride und E-Autos unter Druck








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