Milliardenverlust: Ford kämpft mit Trumps Zöllen und schleppenden E-Auto-Verkäufen

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Tobias Stahl
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US-Autobauer Ford ist wegen hohen Abschreibungen auf sein E-Auto-Geschäft und gestiegener Kosten zum Jahresende 2025 tief in die roten Zahlen gerutscht. Im vierten Quartal verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 11,1 Milliarden Dollar oder rund 9,4 Milliarden Euro, teilte Ford am Dienstag mit.

Als Grund nennt der Hersteller vor allem die bereits angekündigten Wertberichtigungen auf E-Auto-Programme. Allerdings stiegen auch die Kosten: Ford verwies auf Belastungen durch einen Brand bei einem Aluminium-Zulieferer und durch die Zollpolitik unter US-Präsident Donald Trump. Unter dem Strich brach der bereinigte Gewinn um die Hälfte auf eine Milliarde Dollar (rund 840 Millionen Euro) ein.

Während der bereinigte Gewinn für das vierte Quartal 2025 unter den Prognosen der Analysten lag, prognostizierte Ford-Chef Jim Farley für das laufende Jahr jedoch eine starke Performance. Ford wolle die Kosten senken und arbeite daran, weltweit wettbewerbsfähige Modelle zu produzieren. Für 2026 rechnet der Hersteller mit einem Gewinn von 8 bis 10 Milliarden US-Dollar vor Zinsen und Steuern (rund 6,7 bis 8,4 Milliarden Euro), womit der Autobauer innerhalb der durchschnittlichen Erwartungen der LSEG-Analysten von 8,78 Milliarden US-Dollar liegt. Ford rechnet für dieses Jahr außerdem mit Kosten in Höhe von etwa 2 Milliarden US-Dollar (knapp 1,7 Milliarden Euro) aufgrund der Zölle von US-Präsident Trump, die zum Großteil mit der Beschaffung von Aluminium zusammenhängen.

Ende Dezember hatte Ford von der US-Regierung eine aktualisierte Unterweisung erhalten, die dazu führte, dass das Unternehmen geringere Zollvergünstigungen für importierte Autoteile erhielt als zunächst erwartet. Diese Änderung führte zu zusätzlichen Kosten in Höhe von etwa 900 Millionen US-Dollar, wodurch Ford seine Gewinnprognose für das Jahr verfehlt habe, so Finanzvorstand Sherry House. Das Aluminiumwerk eines Zulieferers im Bundesstaat New York, wo es im vergangenen Jahr zwei Großbrände gegeben hatte, wird voraussichtlich erst zwischen Mai und September dieses Jahres wieder voll betriebsfähig sein, was die Ergebnisse von Ford stärker als erwartet belastet.

Gleichzeitig will Ford-CEO Farley sich weiterhin auf die schnelle Entwicklung neuer Hightech-Modelle konzentrieren, um mit dem nationalen und internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Teil der Anstrengungen ist die Entwicklung einer spezialisierten Plattform für Elektroautos. Im kommenden Jahr will der Hersteller mit der Einführung eines Elektro-Pickups auf Basis dieser Plattform beginnen. Das Modell wurde von einem Team in Kalifornien entwickelt und soll erschwinglicher sein als die bisherigen E-Modelle des Herstellers – der Einstiegspreis soll bei 30.000 Dollar liegen.

Die Arbeit an diesem Modell sowie gezielte Partnerschaften in bestimmten Märkten und Investitionen in die Hybridtechnologie seien eine sinnvolle Verwendung der verfügbaren Mittel, erklärte Farley während einer Investorenkonferenz zu den Quartalsergebnissen. „Ich bin überzeugt, dass dies die richtige Kapitalallokation ist. Es handelt sich um eine Kombination aus sinnvollen Partnerschaften, effizienten Investitionen in die Teilelektrifizierung, wo wir über Umsatzpotenzial verfügen, und einer wirklich gezielten Erschließung des E-Auto-Marktes“, so Farley.

Getrennte Entwicklungsteams: Ford will die E-Auto-Produktion neu denken

Das Team in Kalifornien wurde bewusst von Fords Hauptstandort in Michigan getrennt, um einen neuen Design- und Produktionsprozess zu etablieren. Ford hofft, auf diese Weise mit den hohen Entwicklungsgeschwindigkeiten chinesischer Hersteller mithalten zu können – die Konkurrenz aus China bringe Autos in der Hälfte der Zeit auf den Markt, die Ford derzeit benötigt, so Farley. Angesichts der überraschend schwachen Zahlen hängt nun ein entscheidender Teil des Unternehmenserfolgs am Erfolg des angekündigten Elektro-Pickup. Ford hatte im vergangenen Jahr den Großteil seines bisherigen Elektroportfolios beerdigt und im Dezember eine Abschreibung in Höhe von 19,5 Milliarden US-Dollar angekündigt, die sich über mehrere Quartale verteilen soll.

Ford verzeichnete mit seiner E-Auto- und Software-Sparte im vergangenen Jahr Verluste in Höhe von 4,8 Milliarden US-Dollar (rund 4 Milliarden Euro) und rechnet für dieses Jahr mit Verlusten zwischen 4 und 4,5 Milliarden Dollar in diesem Unternehmensbereich. Der Hersteller hat in den vergangenen Jahren viel Arbeit in den Versuch investiert, seine E-Modelle rentabler zu machen. Die Bestrebungen wurden allerdings gerade in den USA durch eine gedämpfte Nachfrage infolge des Wegfalls einer 7.500-Dollar-Steuergutschrift für Autokäufer erschwert.

Ford sieht sich laut Reuters außerdem mit der branchenweit höchsten Zahl an Fahrzeugrückrufen und vergleichsweise hohen Garantiekosten konfrontiert. Firmenchef Farley versucht seit seinem Amtsantritt als CEO im Jahr 2020, diese Werte zu reduzieren. Im vergangenen Jahr stieg die Ford-Aktie insgesamt um etwa 47 Prozent auf rund 14 US-Dollar pro Aktie. Im gleichen Zeitraum kletterten die Aktien des ebenfalls in Michigan beheimateten Herstellers General Motors um etwa 72 Prozent auf rund 80 Dollar pro Aktie gestiegen, da GM mit seinen Ergebnissen durchweg die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. Das Herstellerkonglomerat Stellantis musste nach einer immensen Abschreibung auf seine Elektrofahrzeug-Sparte in der vergangenen Woche einen weiteren Rückschlag einstecken. Die Stellantis-Aktien fielen im vergangenen Jahr um insgesamt etwa 42 Prozent auf rund 7 US-Dollar pro Aktie.

Quellen: Ford – Pressemitteilung vom 10. Februar 2026 / Reuters – Ford’s quarterly earnings miss forecasts, CEO sees stronger year in 2026

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Tobias Stahl

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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