Der chinesische Automobilriese BYD will offenbar Teile des Volkswagen-Werkes in Dresden übernehmen. Wie Car News China berichtet, sind aber auch Xpeng und MG Motor daran interessiert, für die Produktion ihrer Modelle in Europa teils auf VW-Werke zurückzugreifen. „Der chinesische Autohersteller würde in den Standort investieren und könnte die zweite Hälfte der Fabrik zur Herstellung von Elektroautos nutzen“, wird im Artikel eine Insider-Quelle zitiert. Die andere Hälfte der einstigen „Gläsernen Fabrik“ soll indes wie bereits vor einigen Monaten mitgeteilt vom Freistaat Sachsen und der TU Dresden zu einem Innovationszentrum weiterentwickelt werden. VW produzierte von 2022 bis Ende 2025 in Dresden Autos.
Update 4. Mai: Allerdings hat Volkswagen diese Gerüchte inzwischen dementiert.
Das Branchenportal spekuliert, dass BYD ein „Made in Germany“-Label stark dabei helfen würde, auf dem deutschen Markt auf mehr Akzeptanz zu stoßen. Auch wenn die Absatzzahlen der Chinesen hierzulande stark gestiegen waren, liegen sie noch deutlich hinter den einstigen Erwartungen zurück. Bislang betreibt BYD bereits Werke in Ungarn und der Türkei, zuletzt war eigentlich Spanien als möglicher weiterer europäischer Produktionsstandort als Favorit gehandelt worden, da dort ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien einhergehend mit niedrigen Stromkosten eine E-Auto-Produktion wirtschaftlich wie auch klimabilanziell attraktiv macht.
Gemeinsame Nutzung „clevere Lösung“?
Offenbar wird Deutschland in China aber hoch angerechnet, dass sie in der EU gegen höhere Zölle auf Autos aus China gestimmt haben – wohl vor allem aus der Sorge von Gegenmaßnahmen, die die deutschen Hersteller mit dem wichtigen Absatzmarkt in China stark treffen könnten. So wurde Polen bereits von Leapmotor „abgestraft“. Nachdem sie für höhere Zölle gestimmt hatten, entschied sich der chinesische Stellantis-Kooperationspartner für eine Produktion in Spanien statt in Polen.
Gerüchten zufolge könnte auch die SAIC-Marke MG Motor an der Übernahme von Teilen von VW-Standorten interessiert sein. Und auch Xpeng als VW-Partner könnte dem Bericht zufolge nach weiteren europäischen Produktionsstandorten zusätzlich zu Graz bei Magna Steyr Ausschau halten, während VW selbst erst kürzlich weitere massive Einsparungen als Ziel ausgerufen hat. Es scheint also nicht unwahrscheinlich, dass hier für VW zu kostspielige Produktionsstandorte künftig zumindest teilweise an Mitbewerber abgegeben werden könnten. VW-Chef Oliver Blume sagte kürzlich, dass dass die gemeinsame Nutzung ungenutzter europäischer Werkskapazitäten mit chinesischen Autoherstellern eine „clevere Lösung“ sein könnte.
Quelle: Car News China – BYD in talks to take over part of Volkswagen’s Dresden plant








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