AMS-Bergkönig: So schlägt sich der Kia EV6 GT im Finale

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Die Kollegen von Auto Motor und Sport haben am Großglockner auf der kurvenreichen Hochalpenstraße den Bergkönig gesucht. Ins Rennen waren insgesamt zwölf sportliche Fahrzeuge gegangen, die sich zunächst in Duellen für das Finale qualifizieren mussten. Hierbei setzte sich im einzigen Elektroauto-Duell der Kia EV6 GT recht deutlich gegen das Tesla Model Y Performance durch. Im Finale warteten nun mit Hyundai i20N, Jaguar F-Type P450, Audi S3, VW Golf GTI Clubsport und Porsche Macan GTS ausschließlich Verbrenner als Widersacher.

Vor allem der Antrieb des sportlichen Koreaners erhielt auch dieses Mal viel Lob – und mit 4,5 Bergkronen die zweithöchste Wertung nach dem Jaguar. „Mehr kW pro Euro? Schwer zu finden“, schreibt die AMS – das Preis-Leistungs-Verhältnis ist also top, wobei Leistung in diesem Fall offenbar nur wortwörtlich zu nehmen ist. Denn viel mehr Positives haben die Tester für den Kia nicht übrig – zumindest nicht bei sportlichen Bergfahrten.

AMS fehlt der „authentische Klang“

Der Fahrer im Kia EV6 GT bleibe demnach gefühlt immer ein wenig zu sehr auf Distanz zum Fahrzeug. „Er packt dich nicht, setzt dich nicht vorbehaltlos ins Zentrum des Geschehens, stürzt sich nicht kopfüber ins Geschlängel„, heißt es im Text. Nach zunächst zackigem Einlenken fing laut Tester „das Gefühl für die Vorderräder recht bald an zu fusseln“. Er sei „kein echter Kurven-Kumpel“. Das Fahrzeug wirke zu steril, zudem fehle ein „authentischer Klang“, was man aber nicht dem Kia selbst, sondern offenbar Elektroautos im Allgemeinen ankreiden möchte. Nicht mehr zeitgemäß, diese Sichtweise.

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Kia

Am Ende landet der Kia im Finale auf dem sechsten und somit letzten Rang. Zwar sei der Wagen mit seiner Reichweite und Ladeperformance ein guter Begleiter für die große Reise, für den „Blockbuster am Berg“ sei er aber schlichtweg nicht die geeignete Hauptrolle. Diese hat laut AMS in diesem sportlich-illustren Kreis am Ende der Volkswagen verdient. Der Golf GTI Clubsport hätte seine wilden Tugenden wiederentdeckt und setzt sich mit ausnahmslos guten bis sehr guten Kategoriebewertungen durch. Zweiter wird dann doch noch ein Koreaner: Der Hyundai i20 N sei der „Krieger der Herzen“. Dritter wurde der Jaguar.

Quelle: Auto Motor und Sport (24/2023, S. 24 bis 35) – „Paradies der Bergtätigen“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Maxonfield:

ich habe ein GT, fahre aber nur auf 235er winterreifen und beim Bremsen kommt der Wagen schnell ins Rutschen. Er ist schwer. Wenn die Sommerreifen mit 255 40 Reifen drauf sind, erwarte ich ein höheres Kurventempo. Auf der Geraden ist er fast unschlagbar wenn es Strecken unter 150km sind. Die adaptive Federung ist sehr gut. Die Sitze haben einen sehr guten Seitenhalt. Ich finde den sehr gut.

titan:

Wurden denn auch Zeiten genommen?

Gastschreiber:

Er kommt trotzdem nicht hinterher, der schwere KIA muss früher bremsen, kann später herausbeschleunigen und Reifen sind schneller überfordert. Da hilft dem Kia am Ende die bessere Längsperformance überhaupt nicht, am Berg wird in der Kurve entschieden und da ist der 6. Platz gerechtfertigt.

Charge Point:

Der Kia EV 6 GT nimmt dem Volkswagen bei jeder Beschleunigung aus der Kurve viele Meter .

Marc:

Es gibt ein Vid bei YouTube, das einen i4 edrive 40 zeigt, der die 99 Kehren vom Tianmen fährt. Klar, ein Fahrer, der fahren kann und auf Show fährt, aber es ist ein serienmäßiger BMW und es sieht nach sehr viel Spaß aus.

Dagobert:

Aber dann zwei Fronttriebler auf Platz 1 und 2 wählen…
Ich sehe da gar kein Auto, dass ich für eine Passstraße wählen würde. Für kurvige Bergstraßen zum günstigen Preis gibt es aktuell nur zwei Antworten: Mazda MX-5 und Toyota GR86.

Daniel Krenzer:

Lieber Marc, ich habe den kognitiven Horizont in diesem Fall einfach etwas weiter gewählt als du und berücksichtigt, dass den Elektroautos im ersten Teil des Bergkönig-Tests fehlende Emotionen angekreidet worden waren. Und das berücksichtigend kann man da durchaus einen gewissen Unterton herauslesen. Kann man aber sicher drüber diskutieren.

Marc:

Sag mal, Daniel, macht es nicht Sinn, dass du den Test vorher genauer liest, bevor du darüber schreibst? Sie erwähnen nur, dass bei dessen sterilem Fahrgefühl konzeptbedingt nicht etwas Wärme durch einen authentischen Klang hereinkommt. Schreiben aber auch, dass sie das dem Kia nicht ankreiden, schließlich weist er sich als GT aus und für die große Reise passt das. Ihnen fehlt also nicht authentischer Klang, sondern sie bemängeln das sterile Fahrgefühl.

Das kann ich gut nachvollziehen, der hohe Schwerpunkt dieses SUV-Crossovers, der lange Radstand für enge Kehren, das bei Koreanern nicht sportliche ESP und die gefühllose Lenkung, die Amerika bevorzugt, lassen diesem Wagen keine Chance. Dazu kommt, dass die Vorderachse die Reifen schnell überfordert. Eigentlich sind nur die Bremsen gut. Ein Taycan mit Hinterachslenkung und Torque Vectoring, das hätte vielleicht sogar das Basismodell mit RWD sein müssen, hätte eine ganz andere Rolle gespielt. Für den Sieg hätte es aber auch eines niedrigen Preises bedurft.

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