Neues Einstiegsmodell Kia EV2 soll Wende bringen

Neues Einstiegsmodell Kia EV2 soll Wende bringen
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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Für Kia Deutschland verlief das Jahr 2025 unter den eigenen Erwartungen. Mit rund 60.000 Neuzulassungen lag die Marke laut Kraftfahrt-Bundesamt etwa zwölf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Geschäftsführer Thomas Djuren spricht dem Fachblatt Edison gegenüber offen von einem Jahr, das „nicht ganz nach Plan“ lief. Das Gesamtvolumen habe die internen Ziele verfehlt, wobei die Ursachen aus seiner Sicht klar benennbar seien.

An der Modellpalette lag es laut Djuren ausdrücklich nicht. Kia verfüge über „die jüngste Modellpalette aller etablierten Hersteller in Deutschland“. Vielmehr habe die Umstellung auf neue Händlerverträge seit Mai 2024 Spuren hinterlassen. Das Vertriebsnetz sei weiterhin nicht vollständig, insbesondere an wichtigen Standorten fehlten Händler. „Vor allem deshalb haben wir unsere Volumenziele nicht erreicht“, so Djuren. Hinzu kam eine strategische Fehlgewichtung zu Beginn des Jahres 2025. Kia habe den Fokus im Vertrieb zu stark auf Elektroautos gelegt und dabei Verbrenner sowie Hybridmodelle vernachlässigt. Rückblickend räumt er ein: „Wir waren nicht flexibel genug, um schnell auf Veränderungen in der Nachfrage zu reagieren.“

Dabei hält Djuren grundsätzlich an der Elektrifizierungsstrategie fest. Der hohe Anteil alternativer Antriebe im deutschen Markt bestätige den Kurs. Der Fehler sei nicht der Fokus auf Elektroautos gewesen, sondern die fehlende Anpassungsfähigkeit. Kia habe attraktive Verbrenner und Hybridautos im Programm, diese hätte man zeitweise offensiver vermarkten müssen.

Für die kommenden Jahre setzt Kia stark auf neue E-Modelle. Besonders vom kleinen EV2 erwartet Djuren einen spürbaren Impuls. Das Modell sei im zweitstärksten Marktsegment positioniert und werde in Europa produziert. „Gerade für deutsche und europäische Kunden macht es einen Unterschied, wo ein Auto gebaut wird“, betont er. Konkrete Preise nennt er noch nicht, macht aber deutlich, dass der EV2 gezielt Volumen bringen soll. Insgesamt zeigt sich Djuren optimistisch: Kia arbeite mit Hochdruck daran, Lücken im Vertriebsnetz zu schließen, und rechne damit, 2026 wieder deutlich zuzulegen.

Eine zentrale Rolle spielt aus seiner Sicht die neue staatliche Förderung für Elektroautos. Die lange Unsicherheit habe die Nachfrage spürbar gebremst. „Das Geschäft atmet mit dem Auf und Ab der Förderung“, so der Deutschland-Chef von Kia. Die neue Regelung sieht er jedoch kritisch. Die Abhängigkeit vom Haushaltseinkommen und der Kinderzahl berge erhebliches bürokratisches Potenzial. Er spricht von möglichen „Stilblüten“, etwa wenn formal andere Familienmitglieder als Käufer auftreten. Trotz aller Kritik sei die Branche aber froh, dass es überhaupt wieder eine Förderung gibt. Gleichzeitig äußert er Zweifel an ihrer Wirksamkeit: Eine Senkung der Strompreise an Ladesäulen und Wallboxen würde seiner Einschätzung nach mehr bewirken als komplexe Kaufprämien.

Im Wettbewerb reagiert Kia bereits mit eigenen Maßnahmen. Die Preise für E-Modelle seien angepasst worden, um auch ohne Förderung attraktive Leasingraten zu ermöglichen. Das gelte für den EV3 und inzwischen auch für den EV4. „Sobald der EV2 da ist, werden wir auch dort mit spitzem Stift rechnen“, kündigt Djuren an und macht klar, dass man den Wettbewerb genau beobachte.

Auch die politische Debatte um das mögliche Aufweichen des EU-Verbrenner-Aus bewertet Djuren nüchtern. Die Entscheidung habe keinen Einfluss auf die Strategie von Kia. Die Modellpalette werde weiter elektrifiziert, gleichzeitig profitiere man davon, alle Antriebsarten anbieten zu können. Eine Straffung des Programms ist nicht geplant. Selbst klassische Modelle wie der Picanto sollen bleiben. „Im Kleinstwagensegment sind wir fast der einzige Anbieter – bei ordentlicher Nachfrage“, so Djuren weiter. Insgesamt sieht er Kia gut aufgestellt, sowohl für die Übergangsphase als auch für den weiteren Hochlauf der Elektromobilität.

Quelle: Edison – „Der EV2 wird ordentlich Schwung in den Handel bringen“

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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