Neuer Kia EV2 überrascht bei Winter-Reichweitentest

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Michael Neißendorfer
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Der Kia EV2 hat beim „El Prix“, einem der anspruchsvollsten Tests für Elektroautos, bereits vor seinem Marktstart im Frühjahr seine hohe Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Bei der bisher kältesten Auflage des Reichweitentests des norwegischen Automobilclubs NAF (Norges Automobil-Forbund) legte ein Prototyp des B-Segment-SUVs mit einer Akkuladung eine Strecke von knapp 311 Kilometern zurück. Dabei fuhr der mit einer 60,1-kWh-Batterie und 19-Zoll-Rädern ausgestattete EV2 von Oslo bis ins Jotunheimen-Gebirge, wo Temperaturen von bis zu minus 21 Grad herrschten, so Kia in einer aktuellen Mitteilung.

Der neue Kia-Stromer hat mit dem 60,1-kWh-Akku eine Reichweite von 448 Kilometern (vorläufiger WLTP-Wert), in der Ausführung GT-Line mit 19-Zoll-Rädern von 413 Kilometern. Die extremen äußeren Bedingungen führten bei dem EV2-Prototyp zu einer Reichweiteneinbuße von 24,8 Prozent – einen so geringen Wert konnte keines der 24 offiziell am Test teilnehmenden Serienmodelle vorweisen.

„Dieses Ergebnis ist ein Beweis dafür, dass der EV2 auch bei extrem niedrigen Temperaturen eine verlässliche Reichweite bietet“, sagt Pablo Martinez Masip, Vice President Product & Marketing bei Kia Europe. „Der EV2 ist das Einstiegsmodell in die Kia-Elektropalette, erfordert aber keine Kompromisse, sondern bietet Kunden in ganz Europa eine erschwingliche und zugleich zuverlässige Möglichkeit, in die Elektromobilität einzusteigen.“

Der EV2 basiert auf der 400-Volt-Version der Elektroplattform E-GMP (Electric Global Modular Platform), unterstützt 11- und 22-kW-Wechselstromladen sowie das Schnellladen mit Gleichstrom. Letzteres war beim „El Prix“ trotz der Kälte innerhalb von 36 Minuten erledigt (von 10 auf 80 Prozent), dauerte also nur sechs Minuten länger als die für optimale Bedingungen angegebene Ladezeit. Auch diese Ladeleistung unterstreicht die Alltagstauglichkeit des EV2.

Im Abschlussbericht des Automobilclubs NAF sind die Ergebnisse des EV2 nicht aufgeführt, da es sich um einen Prototypen handelte. Der neue Kia-Stromer absolvierte die Strecke parallel zum regulären Programm und unter den gleichen Bedingungen wie die serienmäßigen Elektromodelle. Die offiziellen WLTP-Werte des EV2 werden zum Verkaufsstart veröffentlicht. Sie werden von einem unabhängigen akkreditierten technischen Dienst unter den standardisierten WLTP-Labortestzyklen und Bedingungen ermittelt, zu denen auch eine Referenztesttemperatur von rund 23 Grad gehört.

Der NAF führt den „El Prix“-Reichweitentest zweimal pro Jahr durch, jeweils im Sommer und im Winter, und vergleicht dabei auf dem norwegischen Markt erhältliche Elektroautos unter identischen realen Fahr- und Ladebedingungen. Der diesjährige Wintertest war mit Temperaturen von bis zu 31 Grad in den höchstgelegenen Abschnitten der Teststrecke der kälteste seit der Einführung des „El Prix“ im Jahr 2020.

Kia

Der EV2 ist das zweite vollelektrische Kia-Modell, das im europäischen Werk der Marke in Zilina, Slowakei, produziert wird. Zunächst läuft dort das Modell mit der 42,2-kWh-Standardbatterie vom Band. Ab Juni folgen dann die Langstreckenversion mit dem 61,0-kWh-Akku und die betont dynamisch auftretende Ausführung GT-Line.

Der erste in Europa produzierte Elektro-Kia ist der neue Kompaktwagen EV4, der zu den regulären Teilnehmern des „El Prix“-Wintertests gehörte. Ausgestattet mit einer 81,4-kWh-Batterie und 19-Zoll-Rädern erzielte er unter den extremen Bedingungen eine Reichweite von 390 Kilometern, was angesichts des offiziellen WLTP-Werts dieser Ausführung von 594 Kilometern eine Einbuße von rund 34 Prozent bedeutet. Damit platzierte sich der Kia EV4 sowohl in der absoluten Reichweite als auch bei der kältebedingten Reichweitenreduzierung in den Top Five unter den 24 teilnehmenden Serienmodellen.

Quelle: Kia – Pressemitteilung vom 10.02.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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