E-Kleinstwagen Kia EV1 soll auf der Straße optisch auffallen

E-Kleinstwagen Kia EV1 soll auf der Straße optisch auffallen
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Daniel Krenzer
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Mit dem Kia EV1 deutet der südkoreanische Hersteller den nächsten Schritt seiner Elektrostrategie an – und der führt bewusst ganz nach unten in der Modellhierarchie. Während die Branche zuletzt vor allem größere Elektro-SUVs und Reichweitenrekorde in den Fokus gerückt hat, will Kia mit dem EV1 ein Zeichen für urbane Elektromobilität setzen.

Der kleine Stromer, der laut eines Berichts des Independent als bislang kleinstes Elektroauto der Marke positioniert wird, soll gezielt jene Kundengruppe ansprechen, für die Größe, Preis und Alltagstauglichkeit wichtiger sind als maximale Reichweite oder Beschleunigung. Kia verfolgt damit einen Ansatz, der in Europa zunehmend an Bedeutung gewinnt: Elektromobilität nicht nur als Premium- oder Familienlösung, sondern als  Massenprodukt für die Stadt.

Der EV1 soll dabei optisch durchaus auffallen, aber funktional klar auf den urbanen Einsatz zugeschnitten sein. Kurze Strecken, einfache Ladebedürfnisse, kompakte Abmessungen und ein effizienter Antrieb stehen im Mittelpunkt, heißt es. Technische Daten nennt Kia bislang nicht, doch klar ist: Der EV1 wird kein „abgespecktes“ Elektroauto sein, sondern ein bewusst entwickeltes Einstiegsmodell mit eigener Identität.

Anlehnungen könnte es dabei beim Konzernbruder Hyundai geben, der mit dem Inster gezeigt habt, wie man ein kleines alltagstaugliches Elektroauto auf die Straße bringt. Genau darin liegt die strategische Bedeutung des Fahrzeugs, denn der Markt für kleine, bezahlbare Elektroautos gilt als einer der entscheidenden Hebel für den Durchbruch der Elektromobilität in Europa.

Die EV-Lücken schließen sich

Innerhalb der Kia-Elektroflotte wird der EV1 der internen Nummerierung folgend unterhalb des bereits angekündigten EV2 angesiedelt. Während der EV2 als kompakter Crossover vor allem junge Familien und urbane Haushalte ansprechen soll, zielt der EV1 stärker auf Einzelpersonen, Pendler und Zweitwagen-Nutzer. Darüber folgen in der Modelllogik der EV3 als kompaktes Volumenmodell, der EV4 als eher komfortorientierter Stromer in der Golf-Klasse, der EV5 als kompakter SUV sowie die größeren und höher positionierten EV6 und EV9.

Der EV1 wird damit zum neuen Einstieg in die Kia-Elektrowelt und übernimmt jene Rolle, die früher Modelle wie der Picanto als Verbrenner hatten – nur eben vollelektrisch. Für die noch freien EV7 und EV8 wird unter anderem ein elektrischer Stinger-Nachfolger heiß gehandelt. Dieser könnte der EV8 werden, während das EV7 noch Platz für ein E-SUV zwischen EV5 und EV9 bietet.

Mit seiner Erweiterung nach unten reagiert Kia auch auf den wachsenden Druck durch neue Wettbewerber. Hersteller wie Volkswagen, Renault oder Stellantis arbeiten ebenfalls an günstigen Stadt-Elektroautos, die preislich deutlich unterhalb der bisherigen Elektroauto-Angebote liegen sollen. Der EV1 könnte in diesem Umfeld zu einem wichtigen Baustein der Südkoreaner werden, um Marktanteile zu sichern und neue Kundengruppen zu erschließen. Noch ist offen, wann genau das Modell kommt und zu welchem Preis – spekuliert wurde bereits über 2027 und 25.000 Euro – doch schon jetzt zeigt sich: Kia will nicht nur bei großen Reichweiten und starken Ladeleistungen mitspielen, sondern auch den wachsenden Massenmarkt an kleineren Elektroautos bedienen.

Quelle: Independent – Kia EV1 set to be a new kind of city car

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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