Ford E-Transit Custom: Nicht nur elektrisch, sondern auch digital!

Ford E-Transit Custom: Nicht nur elektrisch, sondern auch digital!

Copyright Abbildung(en): Wolfgang Plank

Nicht selten sind es kleine Dinge, in den großer Geist sich zeigt. Vermeintlich einfache Erfindungen, die gerade deshalb durch ihre Genialität bestechen. So dass allein die Frage bleibt, warum in drei Teufels Namen auf diesen Einfall nicht schon längst jemand gekommen ist?

Den Ingenieuren des neuen Ford E-Transit Custom ist genau das gelungen. In einer Zeit, da sich – Vernetzung hin, Corona her – immer mehr Arbeit ins parkende Auto verlagert, haben sie das Rad neu erfunden. Genauer gesagt: das Lenkrad. Mit einem Kranz, der sich einfach kippen lässt. Leicht schräg als Platz für den Laptop. Oder gänzlich flachgelegt mit kleiner Platte als Tischchen. Zusätzliche Fläche für was auch immer – und sei es nur die mittägliche Pizza aus dem Karton.

Da geht beinahe unter, das zum variablen Volant noch ein Auto gehört. Und kein ganz unbedeutendes, sondern Europas Spitzenreiter in Sachen kleiner Nützling. Den gibt es nach alter Verbrenner Sitte – aber ab Herbst kommenden Jahres eben auch mit Batterie im Boden. Zur Wahl stehen dann Antriebe mit 100 und 160 kW (135 und 217 PS). Der flache, um 90 Grad gedrehte E-Motor ist an der Hinterachse im Chassis verankert und kommt ohne speziellen Hilfsrahmen aus. Das maximale Drehmoment liegt für beide Versionen bei 415 Nm – genug, um Anhänger bis zu zwei Tonnen an den abnehmbaren Haken nehmen zu dürfen. Das ist eine echte Ansage.

Der E-Transit Custom setzt auf eine Bordspannung von 400 Volt und einen Akku mit einer nutzbaren Energie von 74 kWh. Er basiert auf Pouch-Zellen, wie sie auch im neuen Elektro-Pick-up F-150 Lightning zum Einsatz kommen. Unterm Strich steht laut Ford eine Reichweite von bis zu 380 Kilometern (WLTP). Nach bisherigen Erfahrungen aus dem Kreis der Ford Pro-Kunden übertrifft dieser Radius die übliche Tagesdistanz eines Ein-Tonnen-Transporters um mehr als das Vierfache. Serienmäßig an Bord ist eine Wärmepumpe mit Dampfeinspritzung.

Aber irgendwann ist dennoch der Saft alle. Dann lädt der serienmäßige Dreiphasen-Charger die Batterie mit 11 kW in knapp acht Stunden vollständig auf. An einer Schnellladesäule zieht der Elektro-Transporter bis zu 125 kW und schafft die Füllung von 15 auf 80 Prozent in rund 40 Minuten. Tests von Ford haben bei nur fünf Minuten Ladezeit eine zusätzliche Reichweite von fast 38 Kilometern ergeben.

Ford bietet den neuen E-Transit Custom mit Einzel- und Doppelkabine sowie als Kombi an. Zur Auswahl stehen, je nach Karosserie-Variante, zwei Radstände und zwei Dachhöhen. Mit flachem Dach ist das Fahrzeug weniger als zwei Meter hoch. Damit verlieren Parkhäuser, Tiefgaragen oder Laderampen im Untergeschoss von Hallen ihren Schrecken.

In der Kastenwagen-Ausführung packt der E-Transit Custom zwischen 5,8 und 9,0 Kubikmeter weg, bietet einen Laderaum bis zu 3,45 Meter und eine maximale Nutzlast von 1100 Kilo. Optional steht eine L-förmige Trennwand zur Verfügung, die Platz für fünf Personen in zwei Sitzreihen und obendrein eine Laderaumtiefe von bis zu drei Metern bietet.

Bereits ab Werk bietet der E-Transit Custom reichlich Assistenz. Zum Angebot gehören etwa Pre-Collision Assist, Müdigkeitswarner, Geschwindigkeitsbegrenzer und Verkehrsschild-Erkennung. Ebenfalls serienmäßig sind Einpark-Sensoren vorne und hinten und eine 360-Grad-Kamera.

Der an der Lenksäule angebrachte Schalthebel und die elektronische Feststellbremse erleichtern es dem Fahrer, an engen Stellen auf der Beifahrerseite auszusteigen. Ein Novum im Transporter-Segment ist der spezielle Front-Airbag: Er sitzt in der Dachpartie oberhalb der Windschutzscheibe und schafft Platz für eine Ablagefläche im Armaturenträger, in der ein Laptop oder ein DIN-A4-Ordner Platz findet.

Ford stattet den E-Transit Custom mit einem 13 Zoll großen Touchscreen im Querformat und dem Infotainment-System Ford SYNC 4 aus. Polsterstoffe und Oberflächen-Materialien im Interieur und im Laderaum wurden so gewählt, dass sich Dreck und Wasser erst gar nicht festsetzen können. Zudem wirbt der Autobauer mit abgesenkter Lade- und Einstiegshöhe, einem verbesserten Diebstahlschutz und 5G-Modem in der Fahrerkabine. Auf Wunsch ist ein zusätzlicher Stromanschluss mit 2,3 kW für Elektrowerkzeuge oder Beleuchtung lieferbar.

Doch allein beim Auto soll es nach der Philosophie von Ford nicht bleiben. Im Blick hat der Autobauer vor allem diejenigen kleinen und mittleren Firmen, die womöglich nicht über Vollzeit-Flottenmanager und Betriebshof mit Lademöglichkeiten verfügen. Für sie bietet Ford Pro aus einer Hand maßgeschneiderte Lösungen für Ladestrategie und Abrechnungsprozesse, um die Abkehr vom traditionellen Diesel zu erleichtern. So können über Ford Pro etwa auch Fahrer profitieren, die den Firmenwagen über Nacht zu Hause parken.

Daneben bietet Ford Pro Telematics-Dienste, die für das erste Jahr kostenfrei zur Verfügung stehen. Live-Daten informieren etwa den Fuhrparkleiter über den derzeitigen Standort und den aktuellen Zustand des Fahrzeugs. Das minimiert die Ausfallzeiten für Wartungsarbeiten. Schließlich verdient ein Nutzfahrzeug nur dann Geld, wenn es zum Nutzen der Firma fährt.

Speziell für Kurier- und Lieferdienste bietet Ford ein spezielles Ausstattungspaket an. Der „Delivery Assist“ automatisiert die vielen kleinen, sich immer wiederholenden Handgriffe – etwa das Einschalten des Warnblinkers, sobald der Parkmodus aktiviert wird. Dann schließt das System automatisch auch alle offenen Fenster und verriegelt die Türen, sobald sich der Fahrer vom Fahrzeug entfernt. Kehrt er zurück, kann er schlüssellos wieder einsteigen und sein Fahrzeug starten. Das Warnblinklicht erlischt und auch die Fenster öffnen sich wieder in die zuvor eingestellte Position.

Ebenfalls im Angebot ist ein digitaler Schlüssel, der sich individuell programmieren lässt, um einzelnen Mitarbeitern Zugriffsrechte auf das jeweilige Fahrzeug einzuräumen. Über die SecuriAlert-Funktion gibt der E-Transit Nachricht, falls jemand versuchen sollte, sich unbefugt Zugang zu verschaffen.

Der neue E-Transit Custom wird, wie die komplette künftige nächste Custom-Generation, im Ford Otosan-Werk Kocaeli (Türkei) vom Band rollen. Ford Pro hat bereits Mitte des Jahres den ebenfalls batterieelektrischen E-Transit auf den Markt gebracht. Der E-Transit Custom ist eines von vier neuen Nutzfahrzeug-Modellen mit Elektroantrieb, die Ford Pro bis 2024 in Europa anbieten will.

Da wird es der traditionelle Diesel zunehmend schwer haben. Egal mit welchem Lenkrad…

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Sehr gutes Konzept! So geht das.

liest sich als haben die Ford Leute ihre Hausaufgaben gemacht…, hoffentlich endlich auch beim Rostschutz. Dann dürfte der erste Camper nicht lange auf sich warten lassen.

Sieht aus wie die Zukunft, weiter so, Ford… die Amis kommen nun anscheinend recht zackig mit den neuen E-Modellen, auch F-150 Pickup… ich bin gespannt.

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