XEV Yoyo: Elektro-Kleinstwagen bald auch in Deutschland

XEV Yoyo: Elektro-Kleinstwagen bald auch in Deutschland
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Felix Katz
Felix Katz
  —  Lesedauer 5 min

Seit 2021 bietet das Turiner Unternehmen XEV das kleine Elektroauto namens Yoyo in Europa an. In Turin, Mailand und anderen Großstädten kann das Leichtelektromobil bereits gemietet werden. Nun sollen weitere Städte in Europa folgen, darunter auch in Deutschland. Sogar von autonomem Fahren ist die Rede.

In Zeiten der Mobilitätswende rückt vor allem auch die Fortbewegung in Ballungsräumen in den Fokus. Dort sorgen nicht selten Staus für Frust, zudem gibt es zu wenige Parkplätze und die Abgas- sowie Lärmbelästigung senken die Lebensqualität um ein Vielfaches. Eine Lösung für das Fahren in Städten könnten Elektroleichtfahrzeuge der Klasse L7e sein, die bereits ab 16 Jahren gefahren werden dürfen.

Der Einsatz von Elektroleichtfahrzeugen bietet sich besonders für kurze Strecken, Pendelfahrten und den Nahverkehr an. Zumal sie eine hervorragende Wendigkeit aufweisen und kaum Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche haben – Gründe, warum immer mehr Hersteller mit eigenen Microcars auf den Markt drängen. Hersteller wie Microlino, Renault (mit dem Twizy bzw. dessen Nachfolgern Duo und Bento), Aixam (mit dem e-City), Citroën (mit dem Ami), Opel (mit dem Rocks-e) und jüngst auch Fiat (mit dem Topolino) haben es vorgemacht.

XEV Yoyo: Elektro-Kleinstwagen bald auch in Deutschland
Mit 2,50 Metern fällt der XEV Yoyo klein aus, bietet aber Platz für zwei Personen, die hintereinander sitzen | Bild: XEV

Batteriemodule können getauscht werden

Zwar blieben die Verkaufserfolge derartiger Kleinstfahrzeuge bislang eher überschaubar, dennoch halten Hersteller an den Flitzern fest. Außerdem drängen immer wieder neue Marken auf den Markt, wie etwa XEV aus Turin. Der Chinese Lou Tik gründete das Unternehmen 2017, wo die Autos seither auch designt und entwickelt werden. Die ersten Modelle entstehen aktuell im chinesischen Shanghai, eine Großserienproduktion soll später in der Nähe von Peking anlaufen.

Der Yoyo wurde speziell für den Stadtverkehr konzipiert und zeichnet sich durch seine Kompaktheit und Wendigkeit aus. Er ist nur 2,50 Meter lang und bietet Platz für zwei Personen, die hintereinander sitzen. Das Fahrzeug ist laut XEV eine umweltfreundliche Alternative für kurze Strecken und den urbanen Raum. Das Microcar verfügt über 15 kW Leistung (20 PS) und ermöglicht somit eine maximale Geschwindigkeit von 85 Stundenkilometern, was für den Stadtverkehr mehr als ausreichend ist. Damit ist er im Übrigen schneller als die meisten seiner Mitbewerber, die maximal 45 km/h Topspeed aufweisen. Im Heck befinden sich drei in Reihe geschaltete Lithium-Eisenphosphat-Akkus mit einer Gesamtkapazität von 10,3 Kilowattstunden, die eine Reichweite von maximale 150 Kilometer ermöglichen sollen.

Die drei Batteriemodule des Fahrzeugs lassen sich einzeln entnehmen. Dafür wird eine Heckklappe unterhalb des Motors geöffnet, dann können die Batterien einfach herausgezogen und mit voll geladenen Modulen ersetzt werden. Dieser Batteriewechsel dauert nur wenige Minuten, was im Vergleich zu anderen Elektrofahrzeugen mit fest integrierten Batterien deutlich zeitsparender ist. Um die Nutzung des Yoyo noch attraktiver zu gestalten, plant XEV nach Angaben des Handelsblatts sogar den Ausbau von Batteriewechselstationen an ausgewählten Tankstellen. Aktuell stehen die Ersatzbatterien zunächst nur den Carsharing-Nutzern zur Verfügung, sollen aber bald auch für private Käufer erhältlich sein. Darüber hinaus entwickle der Hersteller derzeit einen fahrenden Roboter, der den Batteriewechsel autonom durchführen kann.

Das Cockpit des Yoyo ist stylisch, aber eher pragmatisch gestaltet. Es verfügt über ein kleines Display über den Lüftungsschlitzen der Mittelkonsole, zudem kann ein Handy arretiert werden. Der Stromer bietet wichtige Sicherheitsfunktionen wie ABS, Scheibenbremsen, LED-Scheinwerfer und USB-Anschlüsse. Außerdem soll der Yoyo dank Stahlanteil in der Karosserie insbesondere für ein Elektroleichtfahrzeug besonders crashsicher sein.

XEV Yoyo: Elektro-Kleinstwagen bald auch in Deutschland
Das Cockpit des Yoyo ist stylisch, aber eher pragmatisch gestaltet | Bild: XEV

XEV testet bereits autonomes Fahren

XEV arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Yoyo. Geplant sind spezielle Varianten für Lieferdienste und Warentransporte, die das Fahrzeug auch für gewerbliche Nutzer interessant machen sollen. Bereits heute werde das elektrische Minimobil von Apotheken als Lieferfahrzeug eingesetzt. Darüber hinaus plane das Unternehmen, in naher Zukunft eine Viertürer-Version mit fünf Sitzen anzubieten, um den Yoyo noch vielseitiger zu machen.

Ein weiterer interessanter Aspekt der zukünftigen Entwicklung ist außerdem die Arbeit im Bereich des autonomen Fahrens. Das Unternehmen Teoresi entwickelt derzeit eine autonome Version des Yoyo. Noch gibt es in Europa keine Straßenzulassung für vollautonome Fahrzeuge, aber XEV und Teoresi bereiten sich laut Handelsblatt darauf vor, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen dies zulassen. Turin ist in dieser Hinsicht bereits Vorreiter und hat eine „Smart City Zone“ eingerichtet, die eine digitale Infrastruktur für autonomes Fahren bietet. Ein autonomer Kleinbus werde demnach bald Patienten und Besucher eines städtischen Krankenhauses transportieren, jedoch vorerst mit einem Sicherheitsfahrer, der im Notfall eingreifen könne.

Auf dem Pariser Automobilsalon im Oktober 2022 stellte XEV das neue Modelljahr 2023 vor. Jenes verbessert nicht nur die allgemeinen Fahrleistungen und den Fahrkomfort, sondern auch das elektrische System und die Batterie, welche eine höhere Energieeffizienz und einen verstärkten Einsatz von umweltverträglichen Materialien gewährleisten soll. Der Yoyo ist seither auch im neuen Farbton Crushed Mint erhältlich. XEV hat im vergangenen Jahr bereits 7000 Fahrzeuge produziert. Das Unternehmen hat ehrgeizige Ziele und plant, in diesem Jahr mehr als 10.000 Fahrzeuge für den europäischen Markt herzustellen. Laut Handelsblatt-Bericht lag der Umsatz in Europa im vergangenen Jahr bei rund 40 Millionen Euro. Obwohl das Unternehmen damit noch nicht profitabel sei, zeige es ein enormes Wachstumspotenzial in der Elektromobilitätsbranche.

Seit der Markteinführung des Yoyo in Italien im Mai 2021 hat XEV sein Netzwerk schnell erweitert und ist nun in 15 Ländern der EMEA-Region sowie in Asien und Südamerika vertreten. Bald soll der neue Elektroflitzer auch in Deutschland erhältlich sein – zu selbstbewussten Preisen ab 16.900 Euro. Der italienische Staat bezuschusst das E-Auto derzeit mit 3000 Euro, in Deutschland ist die Fahrzeugklasse (L7e) bislang leider nicht förderfähig.

Quellen: Computer Bild – XEV: Mini-Auto kommt nach Europa – als Smart-Nachfolger? / Handelsblatt – So will die Kleinwagenmarke XEV in Europa expandieren / XEV – Newsroom

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Felix Katz

Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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