Der neue ID. Polo ist bei Volkswagen offenbar zum nächsten Verkaufsschlager geworden. Noch bevor das Elektroauto am vergangenen Samstag offiziell in den Showrooms der Händler präsentiert wurde, war es bereits auf Monate hinaus vergriffen. „Beim ID. Polo ist die gesamte Reihe ausverkauft. Die Wartezeit liegt bei mindestens zehn Monaten“, berichtet der Chef einer großen Autohausgruppe. Volkswagen bestätigte die Entwicklung auf Nachfrage und verwies auf die Kombination aus hoher Kundennachfrage und den langfristig geplanten Produktionskapazitäten im spanischen Werk Martorell.
Die Zahlen untermauern den Eindruck. Volkswagen hatte die Orderbücher bereits Ende April geöffnet, noch bevor Kund:innen das Auto live sehen oder Probefahrten absolvieren konnten. Dennoch gingen europaweit mehr als 30.000 Bestellungen ein, wie eine VW-Sprecherin gegenüber der Automobilwoche mitteilte. Die ursprünglichen Erwartungen seien damit insbesondere in Deutschland deutlich übertroffen worden. Wer heute bestellt, muss sich demnach auf lange Lieferzeiten einstellen, die je nach individueller Konfiguration variieren.
Der Preis als Schlüssel zur Nachfrage
Ein wesentlicher Treiber der Nachfrage dürfte der Einstiegspreis sein. Der ID. Polo ist ab 24.995 Euro erhältlich und positioniert sich damit im Segment erschwinglicher Elektroautos. Vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage im Land führt das offenbar zu einem spürbaren Nachfrageschub. „Jeder geht auf E-Autos, die man sich leisten kann“, fasst ein Autohausgruppen-Chef die Situation zusammen. Wer nicht auf ein individuell konfiguriertes Fahrzeug wartet, kann allerdings auch schneller einsteigen: Viele Händler halten Kontingente an vorkonfigurierten Fahrzeugen bereit, die mit dem offiziellen Verkaufsstart nun verfügbar sind.
Ähnliches zeigt sich bei den technisch verwandten Modellen Skoda Epiq und Cupra Raval, die ebenfalls auf der MEB+-Plattform basieren. Der Epiq ist seit Mai in Varianten mit großem Akku ab 32.100 Euro bestellbar, seine offizielle Handelspremiere ist für Ende September vorgesehen. Schon jetzt liegen laut Skoda mehr als 35.000 Bestellungen vor. Der Epiq habe einen Nerv getroffen, so ein Unternehmenssprecher. Auch beim Cupra Raval berichten Händler von Lieferengpässen: Bis bestellte Fahrzeuge ausgeliefert werden, dauere es demnach bis in den Mai oder Juni hinein.
Die Preisstruktur folgt dabei einem ähnlichen Muster wie beim ID. Polo. Die Basisvariante des Epiq soll ab September 25.900 Euro kosten, der Raval startet in seiner Einstiegsversion bei 25.950 Euro. Beide Varianten sind aktuell noch nicht bestellbar. Ein Autohausgruppen-Chef bringt die Stimmung im Handel auf den Punkt: „Auf diese Autos hat der Markt gewartet.“
Hersteller wollen Produktion hochfahren
Die hohe Nachfrage beschränkt sich nicht auf die drei Einstiegsmodelle. Auch der SUV ID. Cross, der Ende November in den Handel kommt, verzeichnet Insidern zufolge einen guten Auftragseingang. Der aufgefrischte ID.3 Neo läuft nach Berichten aus dem Handel ebenfalls gut, hier gibt Volkswagen die aktuelle Wartezeit mit zwei bis drei Monaten an.
Sowohl Volkswagen als auch Skoda betonen, intensiv an einer schrittweisen Erhöhung der Produktionskapazitäten zu arbeiten. Skoda verweist dabei auf das Werk in Mladá Boleslav, Volkswagen auf den Standort Martorell. Ziel beider Hersteller sei es, die Lieferzeiten für Kund:innen so weit wie möglich zu reduzieren.
Quelle: Automobilwoche – Exklusiv: VW ID. Polo ist schon bei Verkaufsstart auf Monate ausverkauft









Wird geladen...