Volkswagen verliert Tarifverhandlungsführer Meiswinkel in Schlüsselmoment

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Der Volkswagen-Konzern verliert einen seiner wichtigsten Verhandlungspartner mitten in der laufenden Restrukturierung. Arne Meiswinkel, im Markenvorstand von Volkswagen für den Geschäftsbereich Personal zuständig, wird das Unternehmen nach Informationen des Hamburger Redaktionskontors „BeHonest“ zum Jahresende verlassen. Mehrere Quellen aus dem Wolfsburger Konzern bestätigten diesen Schritt. Der Zeitpunkt könnte kaum heikler sein: Am Freitag, den 4. September, tagt der Aufsichtsrat zu einem Treffen, das über die künftige Struktur des Automobilherstellers entscheiden könnte.

Arbeitgeber und Betriebsrat ringen derzeit mit wachsender Härte um tragfähige Zukunftsstrukturen für den angeschlagenen Konzern. Sorgen vor umfangreichen Stellenstreichungen und möglichen Werksschließungen prägen die Debatte in Wolfsburg und darüber hinaus. Ausgerechnet in dieser angespannten Phase verliert Volkswagen mit Meiswinkel eine Figur, die in den zentralen Verhandlungen bislang eine Schlüsselrolle einnahm. Die Liste drängender Aufgaben im Konzern reicht dabei weit über den Bereich Personal hinaus und betrifft letztlich die gesamte Zukunftsausrichtung der Marke, von der Produktionsstrategie bis zur Frage künftiger Standorte.

Ein Verhandlungsführer mit seltenem Gewicht

Der 58-jährige gebürtige Bonner fungiert als Tarifverhandlungsführer für die Volkswagen AG und damit für die Konzernstellen sowie die drei Marken Volkswagen Pkw, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Volkswagen Komponente. Seit 2016 verantwortet er zudem für die gesamte Volkswagen AG sowie den Konzern den Bereich Personalgrundsätze und Steuerung, wie es in seiner offiziellen Kurzbiografie heißt. Der studierte Betriebswirt gilt intern als anerkannter Experte, dessen Rückhalt bis in den einflussreichen VW-Betriebsrat reicht. Genau diese breite Akzeptanz auf Arbeitgeber- wie auf Arbeitnehmerseite macht seinen Abgang für den Konzern so schwer wiegend, zumal ein Nachfolger bislang nicht benannt wurde.

Sollte Volkswagen künftig Werke dauerhaft aus dem Produktionsnetz nehmen, werden neue Tarifverträge notwendig. Ohne den Erfahrungsschatz Meiswinkels dürfte dieser Prozess deutlich schwieriger werden, zumal sein Rückhalt im Betriebsrat als kaum ersetzbar gilt. Parallel laufen in Wolfsburg zudem Diskussionen über neue Gehaltsstrukturen im Konzern, zu denen bislang keine Entscheidung gefallen ist. Beide Themenfelder galten intern als Bereiche, in denen Meiswinkels Erfahrung als besonders wertvoll eingestuft wurde, gerade weil Verhandlungen dieser Tragweite über Jahre gewachsenes Vertrauen voraussetzen und nicht kurzfristig aufgebaut werden können.

Auch die künftige Personalchefin verliert Rückhalt

Betroffen ist ebenso Erika Rasch, die als designierte Konzernpersonalvorständin vom Zulieferer Bosch zu Volkswagen wechseln wird. Für sie ist das Regelwerk des Wolfsburger Konzerns weitgehend unbekanntes Terrain. „Sie kommt in ein Universum, das sie nicht kennt, und es wird schwer für sie, sich ohne Herrn Meiswinkel zurechtzufinden“, zitiert „BeHonest“ einen VW-Manager. Eine weitere Führungskraft ergänzte, mit Meiswinkels Abgang fehle „eine starke Stütze und ein anerkannter Brückenbauer zur Gewerkschaft“, die sich „nicht leicht ersetzen“ lasse. Für beide Einschätzungen gilt: Die Übergangsphase an der Konzernspitze trifft auf eine Restrukturierung, die wenig Spielraum für Reibungsverluste lässt, während Rasch sich gleichzeitig in ein komplexes internes Geflecht einarbeiten muss.

Offene strukturelle und personelle Fragen bei Volkswagen bleiben damit vorerst bestehen, während sich der Aufsichtsrat auf sein Treffen am kommenden Freitag vorbereitet. Wie die Konzernspitze die Lücke im Personalressort perspektivisch schließen will, ist bislang nicht bekannt. Anfragen von „BeHonest“ zur Personalie Meiswinkel liegen dem Konzern bereits vor, eine Stellungnahme aus Wolfsburg steht bislang aus.

Quelle: Henning Krogh – LinkedIn am 02.09.2026

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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