VW-Händler beschnuppern chinesische E-Autos

VW-Händler beschnuppern chinesische E-Autos
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Nio

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

In Leipzig bereiten sich Volkswagen-Händler auf die Ankunft chinesischer Elektroautos auf dem europäischen Markt vor. Dutzende von Verkäufern aus dem VW-Händlernetzwerk testen Fahrzeuge von Herstellern wie BYD, Nio und MG neben den Modellen des deutschen Automobilherstellers. Diese Testfahrten sollen den Händlern helfen, besser mit Kunden zu sprechen, die von den neuen chinesischen Marken angezogen werden, so ein Bericht im Bloomberg Hyperdrive-Newsletter.

Volkswagen, Europas größter Autohersteller, sieht sich wachsender Konkurrenz aus China gegenüber. Top-Manager des Unternehmens haben sich zwar gegen die von der Europäischen Union geplanten Zölle auf chinesische Elektroautos ausgesprochen, glauben jedoch, dass die europäische Autoindustrie der Konkurrenz gewachsen ist. „Wettbewerb ist gut“, sagte Thomas Schäfer, Markenchef von VW, kürzlich auf einer Branchenkonferenz in London. „Er hält dich auf Trab und fördert Innovationen.“

Wie Bloomberg Hyperdrive ausführt, werden die Testfahrten den ganzen Sommer über stattfinden. VW-CEO Oliver Blume war zuletzt selbst in China unterwegs und hat die Marktbegleiter vor Ort betrachtet. Dies gehen nun VW-Händler in Europa an und werden dort entsprechende Probefahrten vornehmen, um sich auf das sich schnell verändernde Wettbewerbsumfeld einzustellen.

Was durchaus sinnvoll ist, denn Analysten erwarten zwar, dass der Marktanteil von Elektroautos in der Region in diesem Jahr nach einem starken Anstieg stagnieren wird, dennoch drängen die chinesischen Hersteller weiter nach Europa. Dies in einer Zeit, während in China ein erbitterter Preiskampf tobt.

Alexander Sauer-Wagner, Geschäftsführer bei Volkswagen und Audi Partnerverband e.V. und einer der Organisatoren der Testfahrten, erklärte, dass die chinesischen Automobilhersteller im Vergleich zu ihren westlichen Konkurrenten einen Vorsprung bei der Massenproduktion von Elektrofahrzeugen sowie bei der Software- und automatisierten Fahrtechnologie hätten. „Wir sagen nicht, dass es eine unüberwindbare Konkurrenz ist“, sagte Sauer-Wagner. „Aber man kann verstehen, warum ein Kunde, der eine solche Auswahl hat, darüber nachdenkt.“

„Das sind vollwertige, hochwertige Autos“

Sauer-Wagner äußerte sich über entsprechende Modelle, die er Probe gefahren ist und ordnete diese ein. Der ID.3 Pro von Volkswagen, der rund 49.000 Euro kostet, fühlte sich beim Fahren um die Verkehrshütchen glatt und stabil an. Der ID.7 bot ein ähnliches Erlebnis, allerdings mit mehr Platz im Inneren. Der MG4, das etwa 43.000 Euro kostet, machte einen wendigen Eindruck und könnte gut für städtische Pendler geeignet sein, aber die Handhabung und das Bremsen wirkten ruckartig und überempfindlich.

Der BYD Atto 3 für 45.000 Euro schnitt auf dem nassen Teil der Teststrecke nicht so gut ab wie einige der anderen Fahrzeuge, und auch das Innenraumdesign des SUVs überzeugte nicht. Der Ora 03 von Great Wall Motors, der in einigen Märkten als Funky Cat vermarktet wird und 47.000 Euro kostet, bot eine sanftere Fahrt und ein schöneres Interieur. Die Handhabung, das Lenken und das elegante Interieur der Nio- und Polestar-Modelle, die etwa 48.000 Euro beziehungsweise 86.000 Euro kosten, beeindruckten am meisten. Sie könnten Fahrzeugen wie dem neu eingeführten Audi Q6 e-tron Konkurrenz machen, so Geschäftsführer bei Volkswagen und Audi Partnerverband e.V., über seine Erfahrungen.

„Die Leute denken manchmal, dass es sich um minderwertige oder billige Fahrzeuge handelt“, sagte Sauer-Wagner. „Und da muss man sagen, nein, das sind vollwertige, hochwertige Autos“, so Sauer-Wagner über die chinesischen Premium-Stromer von Nio.

Quelle: Bloomberg Hyperdrive – Coming to Grips With the Competition (per Mail)

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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