Chinesische Automarken sind auf dem deutschen Neuwagenmarkt weiterhin eine Randerscheinung, doch ihr Einfluss wächst – leise, aber stetig. Während Hersteller wie BYD oder MG bislang nur auf vergleichsweise niedrige Zulassungszahlen kommen, zeigt der Blick auf die jüngsten Entwicklungen: Die Marken aus China haben langfristige Pläne und sind gekommen, um zu bleiben. Das macht auch ein Bericht der Automobilwoche deutlich, der den aktuellen Stand chinesischer Hersteller in Deutschland analysiert.
Besonders MG hat sich demnach in den vergangenen Jahren als der bislang erfolgreichste chinesische Akteur etabliert. Die einst britische Marke, die heute zum SAIC-Konzern gehört, profitiert von einem vergleichsweise frühen Markteintritt, einer klaren Preisstrategie und einer Modellpalette, die sich stark an den Bedürfnissen europäischer Kundinnen und Kunden orientiert.
Vor allem im Einstiegssegment sowie bei kompakten SUV und Elektroautos gelingt es MG, preisbewusste Käufer anzusprechen. Damit hebt sich die Marke von vielen anderen chinesischen Herstellern ab, die bislang noch mit geringer Sichtbarkeit und mangelndem Vertrauen zu kämpfen haben.
BYD tritt sehr ambitioniert auf
BYD verfolgt hingegen eine andere, deutlich ambitioniertere Strategie. Der weltweit größte Hersteller von Elektrofahrzeugen ist auch in Deutschland präsent, tut sich beim Hochlauf jedoch noch schwer. Zwar wächst die Modellpalette kontinuierlich, doch die Verkaufszahlen bleiben bislang hinter den eigenen Erwartungen zurück.
Ein Grund dafür liegt laut Automobilwoche auch im gewählten Vertriebsmodell: BYD setzt stärker auf eigene Strukturen und ausgewählte Handelspartner, was den schnellen Ausbau der Marktpräsenz erschwert. Gleichzeitig betont der Konzern immer wieder, dass Europa langfristig eine zentrale Rolle in der eigenen Wachstumsstrategie spielt.
Grundsätzlich stehen chinesische Hersteller auf dem deutschen Markt vor ähnlichen Herausforderungen. Dazu zählen ein noch lückenhaftes Händler- und Servicenetz, eine geringe Markenbekanntheit sowie Vorbehalte vieler Kundinnen und Kunden gegenüber neuen Marken aus China. Hinzu kommen politische und regulatorische Unsicherheiten, etwa durch Strafzölle, die nun zumindest erst einmal auslaufen sollen, oder verschärfte Vorgaben wie die nun angekündigten Mindestpreise für importierte E-Autos aus China. All das bremst einen schnellen Durchbruch.
Wettbewerb dürfte sich verschärfen
Jedoch zeigt der Blick auf den Markt, dass chinesische Marken vor allem über Preis und Ausstattung punkten können. Gerade in Zeiten hoher Fahrzeugpreise und unsicherer Förderbedingungen wird dieser Faktor zunehmend relevant. Während etablierte Hersteller mit sinkenden Margen und steigenden Kosten kämpfen, können chinesische Anbieter oft aggressiver kalkulieren und neue Kundengruppen ansprechen. Das setzt insbesondere Volumenhersteller unter zusätzlichen Druck.
Kurzfristig werden MG, BYD und andere chinesische Marken den deutschen Automarkt wohl eher nicht nicht umkrempeln. Ihr Marktanteil bleibt überschaubar, und der Weg in die Breite ist noch lang. Mittel- bis langfristig jedoch dürfte sich der Wettbewerb spürbar verschärfen. Chinesische Hersteller lernen schnell, passen ihre Produkte an europäische Erwartungen an und investieren gezielt in Strukturen vor Ort.
Für den deutschen Automarkt bedeutet das mehr Auswahl, mehr Preisdruck sowie einen Wettbewerb, der sich weiter globalisiert. Die Elektromobilität bleibt dabei der zentrale Hebel, über den China-Marken ihren Einfluss Schritt für Schritt ausbauen.
Quelle: Automobilwoche – Händlernetz, Tageszulassungen, Volumendruck: Wo MG und BYD in Deutschland stehen








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