Südafrika denkt über höhere Zölle auf Autos aus China und Indien nach

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Daniel Krenzer
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Südafrika erwägt angesichts stark wachsender Fahrzeugimporte aus China und Indien eine deutliche Anhebung seiner Importzölle. Ziel ist es, die heimische Automobilindustrie besser zu schützen und Arbeitsplätze im Land zu sichern, berichtet das Fachportal CnEVpost. Wie aus Regierungskreisen verlautet, könnten die Abgaben auf komplett importierte Fahrzeuge demnach von derzeit rund 25 Prozent auf bis zu 50 Prozent steigen – ein Wert, der im Rahmen der bei der Welthandelsorganisation hinterlegten Höchstgrenzen liegt.

Hintergrund der Überlegungen ist eine rasante Verschiebung der Marktanteile. Mehr als die Hälfte aller importierten Fahrzeuge in Südafrika stammt inzwischen aus China, weitere gut 20 Prozent kommen aus Indien. Auch die Zahl an Elektroautos wächst dabei. Besonders auffällig ist das Wachstum chinesischer Importe, die sich innerhalb weniger Jahre vervielfacht haben. Günstige Preise und eine immer breitere Modellpalette sorgen dafür, dass Fahrzeuge aus Fernost vor allem im Einstiegssegment stark gefragt sind – sehr zum Nachteil lokaler Hersteller und Zulieferer.

Das südafrikanische Handels- und Industrieministerium prüft dem Bericht zufolge nun, ob höhere Zölle ein geeignetes Mittel sind, um diesen Trend zu bremsen. Diskutiert werden nicht nur Aufschläge auf komplette Fahrzeuge, sondern auch moderate Erhöhungen auf bestimmte Fahrzeugkomponenten. Gleichzeitig betont die Regierung, dass man sich an internationale Handelsregeln halten und keine unzulässigen Protektionsmaßnahmen ergreifen wolle.

Chinesen wollen auch Produktion verlagern

Interessant ist dabei, dass der wachsende Einfluss chinesischer Hersteller nicht nur über Importe erfolgt. Marken wie Chery oder Great Wall Motors haben ihre Verkäufe in Südafrika zuletzt deutlich gesteigert und ihre Präsenz vor Ort ausgebaut. Chery plant zudem, Produktionskapazitäten des japanischen Herstellers Nissan in Rosslyn bei Pretoria zu übernehmen – ein Schritt, der als Signal für eine stärkere lokale Fertigung interpretiert werden kann.

Damit zeigt sich die Ambivalenz der aktuellen Debatte: Einerseits möchte Südafrika seine eigene Industrie vor reinen Importen schützen, andererseits sind ausländische Investitionen ausdrücklich erwünscht, wenn sie Wertschöpfung und Beschäftigung ins Land bringen. Die möglichen Zollerhöhungen sind daher Teil einer umfassenderen industriepolitischen Diskussion, die auch die Rolle neuer Antriebstechnologien und die Position Südafrikas im globalen Wandel der Automobilbranche einschließt. Konkrete Entscheidungen werden in den kommenden Monaten erwartet.

In der EU indes wurde nach einigen Monaten mit Strafzöllen auf chinesische Elektroautos eine neue Lösung gefunden. Chinesische Hersteller sollen künftig verpflichtet sein, gewisse Mindestpreise für ihre Fahrzeuge aufzurufen, um den Markt nicht mit Billigautos zu überschwemmen.

Quelle: CnEVpost – South Africa considers tariffs on vehicles from China and India

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Daniel Krenzer

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Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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