Quantumscape vertieft Partnerschaft mit VWs Powerco

Quantumscape vertieft Partnerschaft mit VWs Powerco
Copyright:

PJ McDonnell / Shutterstock / 2656266117

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 4 min

Kürzlich gab Quantumscape die Ergebnisse für das zweite Quartal 2025 bekannt. Der US-amerikanische Batteriehersteller gab in seinem Quartalsbericht auch eine ausgeweitete Partnerschaft bekannt mit der Batteriesparte Powerco, die 2022 vom Volkswagen-Konzern gegründet wurde. Außerdem wurde eine neue gemeinsame Entwicklungsvereinbarung mit einem weiteren Erstausrüster (engl. Original Equipment Manufacturer, OEM) angekündigt.

Quantumscape konzentriert sich vor allem auf die Batterieentwicklung von Feststoffbatterien. Diese haben lediglich feste Elektrolyte, wodurch eine hohe Energiedichte und damit auch eine hohe Reichweite von Elektroautos ermöglicht wird. Außerdem sind Festkörperbatterien sicherer, als andere Batterietypen, wie beispielsweise die bisher typischen Lithium-Ionen-Akkus, da es keine flüssigen Elektrolyte gibt, die potenziell auslaufen können.

In seinem Quartalsbericht und dem Brief an die Aktionäre für das zweite Quartal 2025 konnte Quantumscape einige Fortschrittsmeldungen machen. Seit Jahren verbessert Quantumscape kontinuierlich seine Technologien und Produktionstechniken, wodurch der Hersteller der Markteinführung von serienmäßig hergestellten Batteriezellen mit hoher Energiedichte immer näher kommt.

Dazu gehört auch das verbesserte Herstellungsverfahren von Separatoren. Quantumscape entwickelt Batterien mit einem festen keramischen Separator, der die Elektrolyte voneinander trennt. Um diese Separatoren in großen Stückzahlen und wirtschaftlich effektiv herzustellen, hat das Unternehmen den Cobra-Prozess entwickelt, mit dem Separatoren bis zu 25-mal schneller als bisher hergestellt werden können. Außerdem benötigt die Produktion mit diesem Verfahren deutlich weniger Platz. Insgesamt ist die Cobra-Technologie ein Schritt hin zur industriellen Produktion von Festkörper-Batteriezellen in Gigawatt-Stückzahlen. Im vergangenen Monat konnte das Unternehmen das Cobra-Verfahren vollständig in seine grundlegenden Produktionsprozesse integrieren. Damit wurde das erste Ziel für 2025 erreicht.

Als zweites Jahresziel nimmt sich Quantumscape die Installation von Anlagen zur Produktion größerer Stückzahlen von Zellen vor. Davon ausgehend sollen dann Prototyp-Zellen ausgeliefert und ein konkreter Zeitplan für die Feldtests festgelegt werden. Bisher ist dafür das Jahr 2026 angepeilt.

Die Batteriezellen für Tests seien laut Quantumscape im zweiten Quartal bereits ausgeliefert worden. „Diese Zellen waren die letzten auf Raptor basierenden B0-Muster, die ausgeliefert wurden. Zukünftige Lieferungen werden auf Cobra basierende B1-Muster sein, entsprechend unserem dritten Jahresziel. Dieses Markteinführungsprogramm ist als Projekt mit geringem Volumen und hoher Sichtbarkeit konzipiert, das es uns ermöglicht, unsere Zellen in einer realen Fahrzeuganwendung einzusetzen und Kundenfeedback zu generieren“, so der Quartalsbericht.

Den Erwartungen entsprechend

In seinem Bericht an die Aktionäre des Unternehmens gab Quantumscape für das zweite Quartal Investitionsausgaben von umgerechnet ca. 7,06 Millionen Euro an. Diese seien hauptsächlich für den Kauf von Anlagen und Ausrüstung ausgegeben worden, welche die Produktion größerer Mengen mit dem Cobra-Verfahren vorbereiten sollen.

Die Betriebsausgaben beliefen sich auf ca. 105,2 Millionen Euro und der Nettoverlust auf 97,6 Millionen Euro. Der bereinigte Verlust betrug 53,6 Millionen Euro. Damit lag das Unternehmen im Rahmen der Erwartungen. Des Weiteren hieß es im Brief an die Aktionäre, dass Gewinne aus Kostensenkungsmaßnahmen und Prozessverbesserungen gemacht würden, einschließlich des Cobra-Verfahrens. „Wir verengen die Spanne unserer Gesamtjahresprognose für den bereinigten EBITDA-Verlust auf 250 bis 270 Millionen US-Dollar (213 bis 230 Millionen Euro). Wir haben das zweite Quartal mit einer Liquidität von 797,5 Millionen US-Dollar (679 Millionen Euro) abgeschlossen und verlängern unsere Prognose für die Cash-Runway bis 2029, was eine Verbesserung von sechs Monaten gegenüber unserer vorherigen Prognose darstellt“, so der Quartalsbericht. Entsprechend ist Quantumscape voraussichtlich bis 2029 in der Lage, sein Geschäft ohne frisches Kapital aufrechtzuerhalten.

Kooperation mit verschiedenen Unternehmen

Bereits seit Jahren arbeitet der Konzern Volkswagen mit Quantumscape an der Entwicklung von Festkörperbatterien. Seit 2022 hat sich diese Kooperation auf das Unternehmen Powerco verlagert, das Volkswagen für den Batteriebereich gegründet hat.

Im Quartalsbericht von Quantumscape wurden auch Details zur erweiterten Zusammenarbeit mit Powerco bekanntgegeben, wonach in den nächsten zwei Jahren umgerechnet ca. 111,5 Millionen Euro an Quantumscape gezahlt werden sollen. Dieser Betrag kommt zu den bereits zugesagten 110,6 Millionen Euro von Powerco hinzu, die daran gebunden sind, dass Quantumscape zufriedenstellende technische Fortschritte vorweisen kann und die Lizenzvereinbarung vollständig umsetzt. Als Gegenleistung für die zusätzliche Finanzierung wird Quantumscape bestimmten Batteriezellen, die für Elektroautos des Konzerns von Relevanz sind, Vorrang einräumen. Diese werden in der Pilotlinie der Unternehmens in San Jose im US-Bundesstaat Kalifornien hergestellt.

Dennoch hat Quantumscape eine nicht-exklusive Vereinbarung und behält damit das Recht, Zellen an andere Abnehmer zu liefern. So gab der Batteriehersteller im Quartalsbericht eine zusätzliche Entwicklungsvereinbarung mit einem großen globalen Automobilhersteller bekannt. Um welches OEM-Unternehmen es sich dabei handelt, ist nicht bekannt.

Quelle: Electrek – QuantumScape (QS) Q2 2025 results: Expanded partnership with VW plus a new OEM partner

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Batterieentwicklung

Samsung SDI könnte bald Batterien für VW produzieren

Samsung SDI könnte bald Batterien für VW produzieren

Laura Horst  —  

Samsung SDI soll laut einem Bericht in seinem ungarischen Werk Göd die Massenproduktion von Batteriezellen für Volkswagen vorbereiten.

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

Sebastian Henßler  —  

Nicht Zeitpläne, sondern technische Durchbrüche entscheiden über die Zukunft der Festkörperbatterie. CATL-Chef Zeng erklärt, wo die Technologie heute steht.

Stellantis testet Festkörperbatterie im Dodge Charger Daytona

Stellantis testet Festkörperbatterie im Dodge Charger Daytona

Sebastian Henßler  —  

Stellantis und Factorial haben FEST-Festkörperzellen erstmals in einen Dodge Charger Daytona eingebaut und erproben das Fahrzeug jetzt im Straßentest.

Warum Chinas Batteriemacht mit Natrium noch weiter wächst

Warum Chinas Batteriemacht mit Natrium noch weiter wächst

Sebastian Henßler  —  

Natrium-Ionen-Batterien ersetzen Lithium nicht, verschieben aber Lieferketten-Engpässe. China hält über 90 Prozent der weltweiten Produktionskapazität.

Donut Lab: Festkörper-Wunderakku soll gewöhnliche Lithium-Ionen-Batterie sein

Donut Lab: Festkörper-Wunderakku soll gewöhnliche Lithium-Ionen-Batterie sein

Tobias Stahl  —  

Eine Recherche des Batterieanalysten Ryan Hughes zeigt: Der angebliche „Wunderakku“ des Start-ups Donut Lab ist wohl eine handelsübliche Lithium-Ionen-Batterie.

Batteriezellfabriken als zweite Chance für Maschinenbau

Batteriezellfabriken als zweite Chance für Maschinenbau

Daniel Krenzer  —  

Neue Zelltechnologien und Festkörperbatterien könnten Europas Maschinenbau neue Chancen in der Batterieproduktion eröffnen.

Experten-Runde: Regulierung hilft Europa – und schadet gleichzeitig

Experten-Runde: Regulierung hilft Europa – und schadet gleichzeitig

Sebastian Henßler  —  

Auf den Automotive Masterminds 2026 diskutierten Experten von BMW, Rimac und Gotion, wie Europa seine Batterie-Abhängigkeit von China verringern kann.