Volvo will schneller klimafreundlicher werden

Volvo will schneller klimafreundlicher werden
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Michael Neißendorfer
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Der Autohersteller Volvo verstärkt seine Ambitionen in Sachen Klimaschutz: Anlässlich der UN-Klimakonferenz in Dubai hat Volvo angekündigt, seinen Aktionsplan, der zu einem der ehrgeizigsten der gesamten Automobilindustrie gehört, noch einmal zu verschärfen. Nach wie vor verfolge das Unternehmen das Ziel, bis 2040 komplett klimaneutral zu sein. Die CO2-Emissionen pro Fahrzeug sollen bis 2025 gegenüber dem Stand von 2018 um 40 Prozent, bis zum Jahr 2030 sogar um 75 Prozent sinken. Im bisherigen Jahresverlauf lagen sie gut 19 Prozent unter dem Referenzwert von 2018.

Ein Schlüsselelement zur Einhaltung der Ziele ist Volvo zufolge die Umstellung auf eine vollelektrische Fahrzeugpalette bis 2030. Zur Unterstützung seiner Ambitionen ist Volvo nun der First Movers Coalition (FMC) des Weltwirtschaftsforums beigetreten und will seine Kaufkraft nutzen, um neue und saubere Techniken bei seinen Zulieferern wie beispielsweise nahezu emissionsfrei produziertes Aluminium zu fördern.

Auch die Zusammenarbeit mit dem schwedischen Stahlhersteller SSAB werde weiter vertieft, um Stahl für den Einsatz in der Automobilindustrie zu entwickeln, bei dessen Produktion nahezu keine CO2-Emissionen entstehen. Volvo habe sich bereits den Zugang zu nahezu emissionsfreiem Primärstahl und recycelten Stahlblechen gesichert und will diese ab 2026 in seinen Fahrzeugen einsetzen.

„Die UN-Klimakonferenz in Dubai 2023 ist ein historischer Moment für den Klimaschutz“, so Javier Varela, Chief Operating Officer und stellvertretender CEO von Volvo Cars. „Die Welt muss dringend handeln, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern. Wir sind entschlossen, unseren Teil dazu beizutragen und rufen die Verantwortlichen in Unternehmen und Politik auf der ganzen Welt auf, ebenfalls ihren Beitrag zu leisten.“

Volvo EX30 markiert Start einer Modelloffensive

Zu Beginn des Jahres hatte Volvo den kompakten EX30 vorgestellt, der den geringsten CO2-Fußabdruck aller bisherigen Modelle der Marke aufweise. Er ist das erste einer Reihe neuer Fahrzeuge, die der Autohersteller in den kommenden Jahren auf den Markt bringt – auf dem Weg zur vollelektrischen Modellpalette bis 2030. In den ersten neun Monaten dieses Jahres entfielen bereits 16 Prozent aller verkauften Fahrzeuge bei Volvo auf E-Autos.

Auch die Ära des Verbrenners neigt sich bei Volvo dem Ende entgegen: Anfang 2024 soll wie geplant zum letzten Mal ein Auto mit Dieselmotor produziert werden. Sämtliche Investitionen in Forschung und Entwicklung wurden in diesem Bereich bereits eingestellt, betont der Hersteller. So könne der Blick auf moderne und zukunftsträchtige Techniken gerichtet werden.

Doch Volvo müsse und werde noch mehr tun. Dazu gehöre auch, die CO2-Emissionen in der gesamten Lieferkette und in allen Geschäftsbereichen einschließlich der Logistik zu reduzieren, und zwar um jeweils 30 Prozent bis 2030 gegenüber dem Stand von 2018.

Der Hersteller blickt in seiner Mitteilung auch auf bereits erreichte Zwischenziele: Im vergangenen Jahr wurden demnach 69 Prozent der Unternehmensaktivitäten mit klimaneutraler Energie betrieben, inzwischen würden alle Werke weltweit bereits zu 100 Prozent mit klimaneutralem Strom versorgt. Im Sommer hat Volvo zudem als erster globaler Autohersteller angekündigt, einen Großteil seiner interkontinentalen Seefracht von fossilen Brennstoffen auf Biokraftstoff umzustellen. Dadurch sollen die CO2-Emissionen in der Seefracht um 84 Prozent sinken.

„Wir haben die UN-Klimakonferenz schon in der Vergangenheit genutzt, um kollektive Klimamaßnahmen voranzutreiben, und das ist auch dieses Mal nicht anders“, sagt Jonas Otterheim, Leiter des Bereichs Klimamaßnahmen bei Volvo Cars. „Wir und andere gleichgesinnte Unternehmen versuchen, transformative Techniken zu entwickeln und zu verbreiten, um Industrieprozesse zu dekarbonisieren, von denen manche uralt sind. Durch den Beitritt zur FMC und die greifbaren Fortschritte in unserer Partnerschaft mit SSAB demonstrieren wir, dass dieser wichtige Wandel nicht nur möglich, sondern bereits im Gange ist.“

Die Welt ist weit entfernt vom 1,5-Grad-Ziel

Die UN-Klimakonferenz COP28 in Dubai findet vor dem Hintergrund des Klimaberichts der Vereinten Nationen statt, der im September veröffentlicht wurde. Der Bericht kommt zu dem ernüchternden Schluss, dass die Welt trotz einiger Fortschritte noch weit davon entfernt ist, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Sie steuere eher auf 2,5 Grad und mehr zu, was verheerende Folgen für den gesamten Planten hätte.

Der Bericht enthält auch Empfehlungen für bestimmte Sektoren, einschließlich des Verkehrssektors. Im Hinblick auf die Automobilindustrie wird betont, „dass die schrittweise Einstellung von Verbrennungsmotoren und der Einsatz von Elektroautos das größte Minderungspotenzial in diesem Sektor bieten“. Diese Schlussfolgerung deckt sich eng mit den Maßnahmen von Volvo Cars zur Elektrifizierung seiner Flotte und zur Abkehr von Fahrzeugen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Quelle: Volvo – Pressemitteilung vom 30.11.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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