Volkswagen soll in den USA eine neue Strategie planen, die sowohl mit einer neuen Führungsspitze als auch mit einem überarbeiteten Produktportfolio einhergeht. Laut einer anonymen Unternehmensquelle will der Konzern ein neues Pick-up-Modell auf den US-Markt bringen, wie Reuters berichtet. Das Modell soll vor Ort hergestellt werden und noch in diesem Jahrzehnt herauskommen.
Nachdem das Handelsblatt zuerst über die neue Strategie des Konzerns berichtet hatte, teilte eine Unternehmensquelle gegenüber Reuters am vergangenen Freitag mit, dass VW-Nordamerika-Chef Kjell Gruner das Unternehmen verlasse. Seinen Posten übernehme der bisherige Audi-Vertriebsleiter Marco Schubert. Volkswagen selbst wollte sich zu der Angelegenheit bislang nicht äußern.
Druck durch Eigentümerfamilien steigt
Volkswagen-Chef Oliver Blume hatte im Juni seine Umstrukturierungspläne konkretisiert und dabei massive Einschnitte wie den Wegfall von bis zu 100.000 Arbeitsstellen und mögliche Werkschließungen angekündigt. Am Freitag sollen die Eigentümerfamilien zudem den Druck auf die Stakeholder erhöht und die Pläne des Managements, den Konzern grundlegend umzustrukturieren, unterstützt haben.
In den USA liegt der Marktanteil von Volkswagen gegenwärtig bei gerade einmal 4 Prozent. Wachstumschancen sieht Thomas Schäfer, Leiter der Marke Volkswagen, sowohl bei Pick-ups als auch bei großen SUVs. Beides sind margenstarke und zudem stark nachgefragte Fahrzeuge in den USA, die der Konzern dort aktuell jedoch nicht anbietet.
Volkswagen soll nun planen, noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Pick-up herauszubringen, der laut der Quelle auch in den USA gebaut werden soll. Kapazitäten dafür dürfte das VW-Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee bieten. Dort hatte das Unternehmen Anfang dieses Jahres die Produktion des ID. 4 eingestellt, nachdem die Trump-Regierung die Förderungen für Elektroautos gestrichen hatte und die Nachfrage nach Elektroautos deutlich zurückgegangen war.
Mögliche Partnerschaft mit Ford
Pick-ups und SUVs mit Verbrennungsmotor freuen sich in den USA jedoch weiterhin einer großen Beliebtheit. Laut Cox Automotive erreichten Pick-ups dort 2025 einen Anteil von fast 20 Prozent an den Autoverkäufen. Dabei dominieren vor allem große, robuste Modelle mit durchschnittlichen Listenpreisen von fast 70.000 Dollar (ca. 60.610 Euro). Zu den wichtigsten Marken gehören Ford, GM und Stellantis mit der Marke Ram.
Derzeit sei noch offen, ob der Konzern den neuen Pick-up eigenständig oder in Zusammenarbeit mit einem anderen Automobilhersteller entwickelt, hieß es von der Unternehmensquelle. Reuters nennt Ford als möglichen Kandidaten, da zwischen Volkswagen und dem US-Hersteller bereits eine Partnerschaft besteht. Für seine Modelle Explorer und Capri, die in Köln entstehen, nutzt Ford die MEB-Plattform von Volkswagen. Der in Südafrika gebaute Pick-up Amarok von Volkswagen wiederum teilt sich die Plattform mit dem Ford Ranger.
Quelle: Reuters – Volkswagen to overhaul US strategy with planned pick-up truck, source says








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