Ford Pro, die Nutzfahrzeugsparte des US-amerikanischen Automobilherstellers Ford, und DHL Express rollen eine speziell für den Paketdienst entwickelte Variante des elektrischen E-Transit inzwischen in 27 europäischen Ländern aus. Jüngster Neuzugang ist Kroatien, berichtete Ford Pro in einer Pressemitteilung kurz vor der IAA in Hannover. Das Konzept dahinter: Ein weitgehend standardisierter Elektro-Transporter soll in zahlreichen Märkten eingesetzt werden und damit Beschaffung, Umbau und Flottenmanagement vereinfachen.
DHL Express verfügt in Europa einschließlich der Fahrzeuge von Servicepartnern über rund 15.000 Transporter in mehr als 40 Ländern. In der eigenen europäischen Flotte soll der Elektrifizierungsgrad noch 2026 auf mehr als 50 Prozent steigen. Bis 2030 strebt DHL Express 75 Prozent an. Die Zusammenarbeit mit Ford Pro zur Elektrifizierung wurde bereits 2022 vereinbart.
Für den europaweiten Einsatz haben beide Unternehmen eine einheitliche Zustelllösung auf Basis des E-Transit-Kastenwagens entwickelt. Ford nimmt die digitalen und physischen Anpassungen bereits im Werk im türkischen Kocaeli vor. Die Fahrzeuge können somit weitgehend einsatzbereit an DHL ausgeliefert werden.
Zum Umbau gehören unter anderem Regalsysteme, spezielle Bodenbeläge, eine Trennwand mit Durchgangstür und ein Klappsitz. Interessant für große Flotten: Dasselbe Grunddesign lässt sich laut Ford auch auf Transit-Modelle mit Dieselmotor übertragen. Damit muss DHL für Einsatzgebiete, in denen weiterhin Verbrenner verwendet werden, nicht grundsätzlich unterschiedliche Fahrzeugkonzepte verwalten.
Software ersetzt zusätzliche Schalter und Relais
Einen wichtigen Teil übernimmt zudem das Vehicle Integration System von Ford. Darüber lassen sich spezielle Funktionen softwareseitig in das Fahrzeug integrieren. Sensordaten können beispielsweise für Sicherheits- oder Betriebshinweise genutzt werden. Zusätzliche Relais, Verkabelungen und Schalter sollen dadurch teilweise entfallen. Änderungen an betrieblichen Anforderungen lassen sich wiederum leichter per Software umsetzen.
Für große Flotten kann eine solche Standardisierung mindestens so relevant sein wie einzelne zusätzliche Kilometer Reichweite. Je ähnlicher Fahrzeuge in mehreren Ländern aufgebaut und digital integriert sind, desto einfacher werden Beschaffung, Wartung, Schulung und Flottenmanagement.
Dass Ford diesem Geschäft größere Bedeutung beimisst, zeigte sich auch auf der IAA Transportation. Dort rückte Ford Pro neben neuen Elektro-Transportern insbesondere Software und Dienste zur Reduzierung von Standzeiten in den Mittelpunkt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass in Deutschland bereits mehr als 5000 vollelektrische Ford-Pro-Fahrzeuge für DHL unterwegs sind. Bis Ende 2027 soll eine erhebliche Zahl weiterer E-Transit hinzukommen.
Auch das Fahrzeug selbst entwickelt Ford für breitere Einsatzgebiete weiter. Der auf der IAA vorgestellte E-Transit mit 96-kWh-Batterie kommt inzwischen auf bis zu 432 Kilometer WLTP-Reichweite und lädt mit maximal 180 kW. Damit dürften künftig auch Touren elektrifizierbar werden, für die die bisherige Standardversion mit 68-kWh-Akku weniger geeignet war.
Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 8. September 2026









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